VIER PFOTEN: REACH - EU hat Weichen für Alternativmethoden gestellt

Europäisches Parlament spricht sich klar gegen Tierversuche aus - Europäische Minister sollen folgen

Wien/Brüssel (OTS) - Heute haben sich in Brüssel die Mitglieder des Europäischen Parlaments im Umweltausschuss für die Verwendung von Alternativmethoden in der europäischen Chemikalienpolitik (REACH) ausgesprochen. Bezugnehmend auf den umfassenden Bericht von REACH -Berichterstatter Guido Sacconi von der sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament wurden folgende Änderungsvorschläge eingebracht:

  • Verpflichtender Austausch von vorhandenen Daten aus Tierversuchen
  • Eine Prüfung der getesteten Vorschläge durch Experten in tierversuchfreien Methoden
  • Die Chemikalienagentur soll die Ermächtigung bekommen sich für die Entwicklung von Alternativmethoden stark zu machen, eine Strategie entwickeln, um Tierversuche durch Alternativmethoden zu ersetzen und ein Teil der Registrierungsgelder für chemische Substanzen soll in die Forschung der Alternativmethoden umgewidmet werden

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments befürworteten heute die Änderungsvorschläge und stimmten mit einer breiten Mehrheit dafür. Das Ergebnis ist eine klare Befürwortung der Alternativmethoden im Zusammenhang mit der europäischen Chemikalienpolitik. Alternativmethoden wie das verwenden von Zellkulturen oder die Testung mittels Computer bieten zahlreiche Möglichkeiten Chemikalien ohne Tierleid zu testen. Des Weiteren sind die Ergebnisse auch besser auf den Menschen umlegbar, schneller und billiger als Tierversuche.

Der REACH Vorschlag vom Oktober 2003 hat sich für eine Testung so genannter 'Alt-Chemikalien’, die vor 1981 auf den Markt gekommen sind, ausgesprochen und neue Tierversuchsmethoden vorgestellt, die in Zukunft Verwendung finden sollten.

Eine Expertise des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BFR) hat hochgerechnet, dass in den nächsten 15 Jahren 45 Millionen Tiere betroffen wären, die für die europäische Chemikalienpolitik als Labortiere missbraucht werden würden. Die einzige Möglichkeit, diese immense Anzahl von Tieren zu retten, ist das Ersetzen von Versuchstieren durch alternative Testmethoden.

"VIER PFOTEN freut sich, dass sich die Mitglieder des europäischen Parlaments für die Verwendung von Alternativmethoden ausgesprochen haben", sagt Frau Mag. Veronika Haunold, VIER PFOTEN EU Lobbyistin.

"In den letzten zehn Jahren hat die europäische Bevölkerung ihre Abneigung gegen Tierversuche ganz klar deklariert. Die Mitglieder des europäischen Parlaments haben sich heute für den richtigen Weg entschieden und gezeigt, dass sie die Wünsche und Bedenken der europäischen Bevölkerung Ernst nehmen", so Haunold.

"Diese Entscheidung geht Hand in Hand mit den Zielen unserer aktuellen 'Kosmethik’-Kampagne, die ein Umdenken der Konsumentinnen und Konsumenten forciert. Tierversuchsfreie Kosmetik ist auf dem Vormarsch und wird von Vier Pfoten durch gezielte Kampagnen unterstützt", erklärt Mag. Andreas Sax, Geschäftsführer Vier Pfoten Österreich.

VIER PFOTEN fordert die Europäische Kommission und den Europäischen Rat auf, das Europäische Parlament in ihren Anliegen zu unterstützen und die für die europäische Chemiepolitik geplanten grausamen Tierversuche durch Alternativmethoden zu ersetzen.

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