Gehrer: Aufhören die Studenten zu entmutigen

Wien (OTS) - "Es ist uns wichtig, einen Weg zu finden, genügend jungen Leuten in Österreich ein Medizinstudium zu ermöglichen, damit wir auch einen ausreichenden Medizinernachwuchs haben", so die Ministerin. Gehe man von den jährlichen Absolventen von derzeit 1.200 aus und rechne jene, die das Studium wechseln dazu, so brauche man eine entsprechende Anfängerstudienzahl. Diese zu erreichen ist die große Aufgabe, die wir uns im Rahmen der EU für das nächste halbe Jahr gestellt haben. Das sagte heute, Donnerstag, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer

"Wir sollten die Studenten nicht entmutigen, sondern ihnen gemeinsam Mut machen, jene Studien zu ergreifen, für die sie eine echte Hinwendung und Berufung haben"

"Konsequenzen vor dem EuGH-Urteil halte ich für den völlig falschen Weg", so Gehrer in Richtung Grüne. Wir haben Vorbereitungen für das EuGH-Urteil getroffen, aber die Konsequenzen haben wir dann gezogen, als das Urteil da war, erinnerte die Ministerin an eine Rektorenkonferenz der Medizinuniversitäten im Februar in Salzburg, bei der bereits Möglichkeiten der Zulassungsbedingungen besprochen wurden und an eine Tagung der Rektorenkonferenz im April. Zudem sei man fest der Überzeugung gewesen, das Verfahren zu gewinnen. Man habe dafür gesorgt, dass einen Tag nach dem Urteil die Änderung des Universitätsgesetzes erfolgt. Die Opposition sollte die Rektoren nicht so hinstellen, als ob sie nichts getan hätten. "Wir haben 21 tüchtige Rektoren, die sich bestens um ihre Universitäten kümmern, die mit viel Fingerspitzengefühl unsere Universitäten in selbstständige Einrichtungen verwandelt haben, dankte die Ministerin den Rektoren.

In der Wissenslandschaft ist Mobilität ein oberstes Ziel. Österreich liege bei der Mobilität an erster Stelle und nehme bei den Studierenden, die aus anderen EU-Ländern kommen, ebenfalls den ersten Platz ein. "Natürlich ist es im Universitätsbereich ein Ziel, vielen Menschen aus anderen Ländern ein Studium zu ermöglichen, wies die Ministerin auf die Musikuniversitäten hin, an denen bis zu 40 Prozent der Studenten aus anderen Ländern kommen. "Genauso muss es unser Ziel sein, jenen, die mit Liebe und Leidenschaft Medizin studieren wollen, dieses Studium auch zu ermöglichen." Deshalb sei eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden. Das Urteil des EuGH gebe die Chance nachzuweisen, dass durch dieses Urteil tatsächlich eine Einheitlichkeit des österreichischen Bildungssystems gestört wird -nämlich der Zugang zur Universität. "Wenn wir das im November nachweisen können, dann besteht auch die Möglichkeit, im medizinischen Bereich positive Diskriminierungen vorzuschlagen, um Studienplätze für Österreicher sicherzustellen. Die deutschen Kollegen würden uns in dieser Frage unterstützen, Verständnis gebe es auch bei der Kommission. Auch aus Frankreich gebe es Signale, diese Problematik auch auf EU-Ebene zu besprechen.

Österreich werde der Kommission Vorschläge hinsichtlich einer Notfalllösung machen, wenn nicht genügend Studierende aus Österreich Medizin studieren können. An die Verantwortungsträger im Universitätsbereich appellierte Gehrer abschließend, nicht Szenarien an die Wand zu malen, die die jungen Leute entmutigen oder die Verantwortlichen an den Unis demotivieren könnten.

Bezüglich der Mittel der Universitäten stellte Gehrer klar, dass das Budget für die Universitäten seit dem Jahr 2000 um 15,6 % erhöht wurde. im Jahr 2004 verfügten die Universitäten über ein verfügbares Gesamtbudget von 1,95 Mrd. Euro dazu kommen zusätzlich noch, der klinische Mehraufwand von 151,6 Mio, Euro im Jahr 2004, sowie die Gehaltserhöhungen. Die Einführung des Buchführungsprogramms SAP wurde ebenso separat bezahlt. Bei den laufenden Verhandlungen mit dem Finanzministerium setzt sich Bildungsministerin Elisabeth Gehrer für eine weitere Erhöhung der Mittel für die Universitäten ein. "Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem Finanzministerium eine weitere Mittelerhöhung durchsetzen werden, die Gespräche zwischen dem Finanzminister, den Rektoren und unserem Haus verlaufen sehr konstruktiv".

Im Bereich der Forschung kann Österreich auf beachtliche Erfolge verweisen: "Österreich hat in den letzten Jahren in Sachen Forschung stark aufgeholt und ist ins europäische Spitzenfeld aufgerückt. In Österreich stieg die Forschungsquote seit 1999 von 1,88 Prozent auf 2,35 Prozent. Österreich liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von rund 2 Prozent", betonte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer im Rahmen ihrer Eröffnungsrede der "Langen Nacht der Forschung". Wesentlich dafür sei vor allem die Forschungsoffensive der Bundesregierung.

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