Afrika und Naher Osten: Boomregionen für den Export

Ausfuhrzuwächse weit über weltweiten Durchschnitt - hoher Ölpreis ist Segen für Exporteure in erdölproduzierende Länder

Wien (PWK735) - 2004 war ein außerordentlich erfolgreiches Jahr für die österreichische Exportwirtschaft - sowohl global gesehen, aber vor allem auch, wenn man die Region Afrika und Naher-/Mittlerer Osten näher betrachtet. Die weltweiten Ausfuhren legten 2004 um 14% zu, jene in diese Region sogar um 16,5%. "Und diese Tendenz setzt sich auch heuer fort. Während der weltweite Zuwachs der österreichischen Exporte in den ersten sieben Monaten 2005 ‚nur’ 4,1% ausmachte, stiegen die Ausfuhren nach Afrika und in den Nahen- und Mittleren Osten um starke 11%", sagte Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ, heute anlässlich einer Pressekonferenz mit den zwölf österreichischen Handelsdelegierten aus dieser Region.

Nach dem hervorragenden Exportplus im vergangenen Jahr war zu erwarten, dass die Ausfuhrentwicklung heuer ein wenig nachlässt. Zwar traf diese Prognose ein, jedoch nicht so hoch wie etwa befürchtet und die Zuwächse sind noch immer weit über dem weltweiten Plus. Und das trotz schwieriger Bedingungen: Wegen der Euro-Dollar-Problematik - da in diesem Raum in erster Linie in Dollar gehandelt wird - oder der nach wie vor kritischen Lage im Irak und damit in der gesamten Region. Indes sind die hohen Erdölpreise für die Entwicklung der österreichschen Ausfuhren in die Region ein Segen, da die erdölproduzerienden Länder durch erhöhte Einnahmen auch mehr ausgeben können. Koren: "Während wir über die hohen Treibstoffpreise stöhnen, gibt es auch welche, die sich darüber freuen. Dazu gehören unsere Exporteure, die in den erdölfördernden Ländern ihre Chancen besonders wahrnehmen." Der Bedarf an Infrastruktur sei in der gesamten Region enorm, so dass die österreichischen Unternehmen langfristig punkten können. Wichtig seien in diesem Zusammenhang auch die Freihandels-oder Assoziationsabkommen der EU mit fast allen Ländern der Region. Für heuer erwartet Koren ein Exportvolumen in die Region von rund 2,5 Mrd. Euro und Plus in der Handelsbilanz von einer Milliarde Euro.

Besonders erfreulich ist, dass die Exporte in die wichtigsten und auch potentesten Handelspartner der Region durchwegs zulegen konnten. In den Iran (15,8%), Kuwait (17,2%), Saudi-Arabien (28,6%), Südafrika (17,8%), Algerien (42%), oder VAE (18,2%) stiegen die Ausfuhren im zweistelligen Prozentbereich. Einziger Wermutstropfen ist die Exportentwicklung in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres nach Israel, wo ein Rückgang zu beobachten ist.

Auch in Punkto Handelsbilanz ist nur Gutes zu vermelden: Mit der gesamten Region ist sie mit 483 Mio. Euro mehr als positiv. Eine Steigerung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, wo das Plus bei "nur" 342 Mio. Euro lag. Ebenso ist die Handelsbilanz mit den wichtigen Handelspartnern der Region positiv: Saudi-Arabien +29 Mio. Euro, Südafrika +74 Mio. Euro, VAE +135 Mio. Euro, Iran +96 Mio. Euro, Algerien +82 Mio. Euro, Israel +22 Mio. Euro.

Ein Anliegen der AWO ist es, die österreichischen Exporte zu diversifizieren - sowohl die Ausfuhrprodukte betreffend, als auch die Zieldestinationen. Koren: "Das Schlagwort muss lauten ‚nicht nur die klassischen Destinationen beliefern, hinein in die Boommärkte’. Gerade die Region Naher- und Mittlerer Osten ist ein solcher Boommarkt." Für Neuexporteure wird der Schritt über die Landesgrenzen hinaus sicher noch immer zunächst in die Nachbarstaaten oder nach Osteuropa führen, aber bereits erfahrene Exporteure sollten einen Schritt weiter, etwa in den Nahen- und Mittleren Osten wagen. (BS)

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