Start frei für Klimaschutz-Projekte in der Ukraine

Österreichische Energieagentur entwickelt weltweit größtes Joint-Implementation-Projekt im Rahmen der Österreichisch- Ukrainischen Energiepartnerschaft des Lebensministeriums

Wien (OTS) - Die von der Österreichischen Energieagentur mitveranstaltete Internationale Konferenz "Climate Change and Business" wurde am dritten Oktober vom Ukrainischen Umweltminister eröffnet. Knapp die Hälfte der 250 TeilnehmerInnen kommt aus dem Ausland. Österreich ist durch die Österreichisch-Ukrainische Energiepartnerschaft seit Jahren in der Ukraine erfolgreich. Für das erste österreichisch-ukrainische Projekt im Rahmen des Kyoto-Mechanismus "Joint Implementation" (JI) kündigte der Umweltminister der Ukraine anlässlich der Konferenzeröffnung grünes Licht an.

Ein Highlight stand gleich am Beginn der internationalen Konferenz: In seiner Eröffnungsrede kündigte der Ukrainische Umweltminister Pavlo Ignatenko einen baldigen Abschluss des langwierigen Gesetzgebungsprozesses zum Thema Joint Implementation an. Bis November 2005 sollen die administrativen Voraussetzungen für die rasche Ausstellung der für die Abwicklung von Joint Implementation (JI)-Projekte erforderlichen Dokumente durch die ukrainische Regierung geschaffen sein: wie der Letter of Approval (LoA) für bereits akzeptierte fertige JI-Projekte, oder der Letter of Endorsement (LoE) für - mittels Projekt Idea Note (PIN) - neu vorgeschlagene Projekte.

JI-Projekt bringt 11,5 Millionen Tonnen CO2-Reduktion

Der Eigentümer des von der Österreichischen Energieagentur entwickelten und betreuten JI-Projekts "Recovery and utilization of coal methane through power generation at the A.F. Zasyadko Coal Mine in Donetsk", Yukhym Zvyagilskiy, war ebenfalls unter den Eröffnungsrednern. Er stellte das weltweit größte JI-Projekt zur energetischen Nutzung von Grubengas vor: 11,5 Millionen Tonnen CO2 Reduktion in der Kyoto-Periode 2008 bis 2012. Es ist gleichzeitig das erste Grubengasprojekt, das beim Österreichischen JI/CDM Programm eingereicht wurde. Die Validierung des dafür von der Österreichischen Energieagentur erstellten Project Design Documents (PDD) inklusive der Baseline Study und des Monitoring Plan durch die TÜV Süd Industrie Service GmbH konnte vor Kurzem erfolgreich abgeschlossen werden. Die wesentliche Voraussetzung für die Aufnahme der Verhandlungen über einen Kaufvertrag der CO2-Zertifikate zwischen der A.F. Zasyadko Coal Mine und der Republik Österreich ist nun die offizielle Zustimmung (Letter of Approval: LoA) des ukrainischen Umweltministeriums, das noch heuer erwartet wird.

Energiepartnerschaft: Startvorteil für Österreichische Unternehmen

Welche Chancen die Österreichisch-Ukrainische Energiepartnerschaft, die die Österreichische Energieagentur im Auftrag des Lebensministeriums durchführt, für die Österreichische Wirtschaft im allgemeinen und das JI-Programm im Besonderen bietet, zeigte die Präsentation von Anatoliy Dolinsky vom urkainischen Institute of Engineering Thermophysics: Das realistisch identifizierte wirtschaftliche Potenzial für die Einführung neuer Technologien nur im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung beläuft sich in der Ukraine auf 16.000 MWel: das entspricht ca. 16 Atomkraftwerken von der Größe Temelins. Bisher wurde dieses Potenzial nur unzureichend genutzt. In den Jahren 2000 - 2004 wurden nur 245 MWel installiert: davon jedoch mehr als die Hälfte mit Österreichischen Technologien (v.a. KWK-Anlagen der Tiroler Firma GE Jenbacher). Im Rahmen der Österreichisch-Ukrainischen Energiepartnerschaft wurde vergangenes Jahr das Potenzial für KWK-Anlagen im Fernwärmesektor in 11 ukrainischen Städten mit rund 6.000 MW identifiziert. Die ersten 4 Investitionsprojekte sind bereits daraus entstanden und wurden z.T. auch bereits beim österreichischen JI/CDM-Programm eingereicht. Weitere Projekte sind in Ausarbeitung, wie der ukrainischen Partner der Österreichischen Energieagentur berichtet hat.

Im Fall des positiven Abschlusses des oben beschriebenen Grubengasprojektes mit dem Österreichischen JI/CDM-Programm sind weitere 3 Grubengasprojekte des kürzlich neu geschaffenen Ministeriums für Kohle (bisher National Joint Stock Company "Coal of Ukraine") in Vorbereitung, wie die Österreichische Energieagentur bei der Konferenz berichten konnte.

Um österreichische Unternehmen mit den im Rahmen der Energiepartnerschaft identifizierten Marktchancen vertraut zu machen, sollen laufende und geplante Projekte Anfang 2006 in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich präsentiert werden.

Weitere Informationen:

Die Österreichische-Ukrainische Energiepartnerschaft wird seit 1998 von der Österreichischen Energieagentur im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft betreut.

Weitere Informationen: www.energyagency.at/projekte/ukraine_enpa.htm

Die Konferenz "Climate Change and Business" wurde vom ukrainischen Partner der Österreichischen Energieagentur im Rahmen der Österreichisch-Ukrainischen Energiepartnerschaft, dem Scientific Engineering Centre "Biomass" (www.biomass.kiev.ua) veranstaltet, gemeinsam mit dem Ukrainian Ministry for Environmental Protection of Ukraine, dem Institute of Thermal-Physics of National Academy of Science of Ukraine, dem Institute of Engineering Ecology, von Point Carbon und der Ukrainian Union of Industrialists and Entrepreneurs. Im Organisationskomitee ist die für das Österreichische JI/CDM Programm verantwortliche Kommunalkredit Public Consulting vertreten.

Information zu Programm, Veranstaltern, TeilnehmerInnen:
http://www.energyagency.at/service/veranst/kyiv051003.htm
http://www.biomass.kiev.ua/jiconference/

Daten und Fakten zur Energielandschaft der Ukraine und weiterer Mittel- und Osteuropäischer und Südosteuropäischer Staaten bietet die Website enerCEE - Energy in Central and Eastern Europe:
http://www.energyagency.at/enercee/

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Energieagentur
Stabstelle Presse
Tel.: 01/586 15 24-36
http://www.energyagency.at

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