EU-Länder zahlen EUR 364 Mio. wegen Überschreitung der Milchquoten

Zehn Mitgliedstaaten betroffen - Österreich muss EUR 12 Mio. abführen

Brüssel/Wien (AIZ) - Nach vorläufigen Berechnungen der Europäischen Kommission haben neun Mitgliedstaaten ihre Quoten für Milchlieferungen im Wirtschaftsjahr 2004/05 überschritten. Ein weiterer Mitgliedstaat überschritt seine Quote für Direktverkäufe an die Verbraucher. Diese zehn Mitgliedstaaten müssen daher eine Zusatzabgabe in Höhe von insgesamt EUR 364 Mio. nach Brüssel abführen. Im Jahr davor belief sich die Abgabe auf EUR 385 Mio.

Im Wirtschaftsjahr 2004/05 war die Quote für Lieferungen an die Molkereien auf 126 Mio. t für die gesamte EU-25 festgesetzt (aufgeteilt in 641.000 einzelbetriebliche Quoten). Nach ihren Meldungen haben neun Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Spanien, Österreich) ihre Quoten zusammen um 1,069.000 t überschritten. Dies entspricht einer Abgabe von EUR 356 Mio. In Österreich wurde die Anlieferungsquote um rund 36.000 t überschritten, weshalb eine Zusatzabgabe von EUR 12 Mio. zu entrichten ist.

Sechs Mitgliedstaaten (Frankreich, Griechenland, Vereinigtes Königreich, Portugal, Finnland, Schweden) haben ihre Quoten nicht ausgeschöpft. In den zehn neuen Mitgliedstaaten gab es keine Quotenüberschreitungen. Dies lässt sich teilweise darauf zurückführen, dass dort nur eine Produktion von elf Monaten (ab Mai 2004) berücksichtigt wurde.

Quote für Direktverkäufe um über 24.000 t überschritten

Bei der EU-Quote von 2 Mio. t für Direktverkäufe an die Verbraucher meldeten das Vereinigte Königreich, Italien und Niederlande eine Überschreitung von insgesamt 24.554 t. Die entsprechende Zusatzabgabe beläuft sich auf EUR 8 Mio. Österreich unterschritt seine Direktvermarktungsquote von knapp 108.000 t um 31.700 t.

Im laufenden Quotenjahr etwas geringere Überlieferung in Österreich

Im laufenden Quotenjahr 2005/06, das vom 01.04 bis 31.03. dauert, befinden sich die österreichischen Milchbauern abermals auf Überlieferungskurs. Nach Berechnungen der Agrarmarkt Austria wurde die fettkorrigierte Anlieferungs-Referenzmenge im Zeitraum 01.04. bis 10.09.2005 bereits um rund 21.900 t überschritten. Für das gesamte Milchwirtschaftsjahr prognostiziert die AMA aus heutiger Sicht eine Überschreitung um 35.000 t. Dies würde eine Zusatzabgabe von rund EUR 10,8 Mio. zur Folge haben.

Milchquotenregelung steuert Angebot und Nachfrage

Die Vermarktung von Kuhmilch ist in der EU bekanntlich durch so genannte Referenzhöchstmengen (Quoten) beschränkt, um einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen. Jeder Mitgliedstaat erhält zwei Referenzmengen, eine für Lieferungen an die Molkereien und eine für Direktverkäufe an die Verbraucher. Diese Mengen werden in jedem Mitgliedstaat auf Basis der langjährigen Erzeugung auf die Erzeugerbetriebe aufgeteilt (Einzelquoten). Bei Überschreitung der Referenzmengen während eines Quotenjahres müssen die Erzeuger, die diese verursacht haben, eine Abgabe zahlen, sie beträgt 0,3327 EUR je kg Überschreitung. Die Mitgliedstaaten müssen der Kommission jährlich Anfang September die Ergebnisse der Anwendung der Milchquotenregelung im vorangegangenen Wirtschaftsjahr melden.
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