ÖAMTC-Initiative "Sicherer Schwerverkehr": Bessere Lenker-Schulung gefordert (Teil 1)

ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining immer auf höchstem Niveau und neuestem Stand der Technik

Wien (OTS) - Die Verbesserung der Lenkerausbildung von Berufskraftfahrern ist eine der zentralen Forderungen der vom ÖAMTC bereits im Frühjahr 2003 gestarteten Initiative "Sicherer Schwerverkehr". Eine Arbeitsgruppe im Verkehrsministerium beschäftigte sich daraufhin mit den vom Club aufgeworfenen Handlungsfeldern beim Schwerverkehr, von sicheren Fahrzeugen über bessere Straßen-Infrastruktur bis zur Kontrollen durch die Exekutive.

"Beim 'Handlungsfeld Mensch' setzt sich der ÖAMTC dafür ein, dass es eine Berufskraftfahrer-Ausbildung mit einem möglichst hohen Niveau der Ausbildungsinhalte gibt", betont ÖAMTC-Generalsekretär Hans Peter Halouska, der sich auch für eine rasche gesetzliche Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie in Österreich ausspricht.

"Gut geschulte Fahrer sind Visitenkarten jedes Unternehmens", ist Renate Römer, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich und Initiatorin der Aktion "Safety Driver" überzeugt: "Das Fahrsicherheitstraining ist eine Investition in die Mitarbeiter, die sich rechnet: Denn Firmen ersparen sich durch gut ausgebildete Lenker erhebliche Kosten. Weniger Schadensfälle bedeuten weniger Versicherungsleistungen, Unfallschadensfolgen wie Krankenhauskosten und Kosten für Krankenstände werden minimiert", so Römer.

"Berufskraftfahrer und -fahrerinnen sind in ihrem Job einer Fülle von Risiken ausgesetzt. 64 Prozent aller Arbeitsunfälle sind stressbedingt. Berufskraftfahrer sind für die Sicherheit auf der Straße, andererseits gegenüber Auftraggebern und Kunden verantwortlich. Vor diesem Hintergrund ist - neben Jobsicherheit und einem Einkommen, das Lebensqualität sichert - eine entsprechende Ausbildung maßgeblich, um Risiko und Arbeitsstress zu minimieren. Die verpflichtende Weiterbildung kann so durch ständige Auffrischung des Wissens und der Fähigkeiten der Fahrer diese bei der Ausübung ihres Berufes unterstützen. Wichtig ist den Arbeitnehmer-Interessenvertretungen, dass die Berufsausbildung und insbesondere die verpflichtende Weiterbildung für die Fahrer kostenlos ist, in der Arbeitszeit absolviert wird und in Zusammenarbeit mit dem Sozialpartner - für die Unternehmen -kostengünstig angeboten wird" betont Renate Czeskleba, Leiterin des ÖGB-Referates Humanisierung, Technologie und Umwelt.

"Der ÖAMTC trainiert in seinen nach dem neuesten Stand der Technik ausgerüsteten Fahrsicherheitszentren in ganz Österreich schon seit mehr als zwanzig Jahren Lkw-, Bus- und Tankwagenfahrer. Für die Firmen, die ihre Mitarbeiter zu unseren Trainings schicken ist dies ein Investment, das sich unmittelbar rechnet. Von der Motivation für den Mitarbeiter bis zur Reduzierung von Unfällen und Schadenskosten", betont Franz Wurz, Leiter der ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren.

Durch Fahrsicherheitstraining 35 Prozent weniger Schäden

"Der Lkw-Fahrer muss seine Güter zuverlässig, zügig und wirtschaftlich an ihren Bestimmungsort bringen. Das sind eine Menge Anforderungen, die in Summe zur Last werden können", erläutert Gerhard Blümel, Leiter der Lkw-/Bus-Fahrsicherheit beim ÖAMTC und auch Leiter des Fahrsicherheitszentrums Teesdorf. Wir setzen daher beim Menschen hinter dem Lenkrad an, um mit unseren Trainingsmaßnahmen die Zahl der Lkw- und Bus-Unfälle zu reduzieren.

Eine Pilotstudie von Billa und Allianz Versicherung hat belegt:
Aktives Risk Management senkt in Kfz-Flotten die Schäden allein durch ein ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining um bis zu 35 Pro-zent. Auch Unternehmer profitieren dabei durch Senkung der indirekten, nicht auf eine Versicherung überwälzbaren Kosten, wie Personalkosten, Stehzeiten oder Wertverlust.

Aber nicht nur der Billa-Konzern schickte seine mehr als 600 Lkw-Fahrer zu einem ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining. Der ÖAMTC trainiert seit mehr als zwanzig Jahren Fahrer von Lkw, Bussen, Kleintransportern aber auch von Tankwagenzügen. Zahlreiche vorbildliche Unternehmen, denen Qualität und Sicherheit ein besonderes Anliegen ist, vertrauen auf das Know-how des Clubs, darunter Billa, Hofer, ADEG, Hödlmayr, Coca Cola, ÖBB, Gartner, Idealtours-Reisen, Bahnbus, Dr. Richard, Blaguss, Wiener Linien, BP, OMV und Shell mit deren Vertragstransporteuren, Flaga, Frikus, Post, Paulischin, Telekom Austria, Wiener Neustädter Verkehrsbetriebe, Wopfinger, OTIS, sowie Feuerwehren, Rettung, Bundesheer und die Straßendienste aller Bundesländer, dazu noch viele Klein- und Mittelbetriebe.

ÖAMTC-Lkw-/Bus-Training bietet Innovationen für die Sicherheit

Beim ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining lernen Fahrer, die beruflich mit Lkw oder Bus unterwegs sind, in Spezialtrainings die besonderen Anforderungen und Gefahren ihres "mobilen Arbeitsplatzes" kennen. Durch die Darstellung realer, reproduzierbarer Situationen im Sicherheitsparcours erleben die Teilnehmer im Training das richtige Verhalten in kritischen Situationen und erkennen dabei häufig, dass sie sich bisher - oft durch Routine verstärkt - falsch verhalten haben.

Der Club ist dabei bestrebt seine Fahrer-Weiterbildung immer auf höchsten Niveau und neuesten Stand der Technik durchzuführen. Daher hat er auch jetzt neue Trainingselemente in seinem Programm:

* Lkw-Überschlagssimulator: Eine Lkw-Fahrerkabine die drehbar ist und die Auswirkungen beim Kippen des Fahrzeuges bzw. bei einem Überschlag simuliert. Das Gerät zeigt auch dramatisch die Wichtigkeit des Sicherheitsgurtes.

* Videoanalyse für Fahrer: Ein weltweit einzigartiges digitales Video-System - Bildschirm mit Rechner und vier Kameras - dokumentiert die Fahrt aus allen Blickwinkeln (Fahrer, Ladung, Toter Winkel etc.) um Fehler besser zu erkennen und zu vermeiden.

* Kipp-Sattelanhänger: Der gemeinsam mit der Firma WABCO gebaute Schwarzmüller-Sattelanhänger mit Stützrädern ist ein wesentlicher Bestandteil, um die Ladungssicherung optimal zu demonstrieren und zu erlernen.

Der Fuhrpark des Lkw-Trainings der ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren umfasst derzeit ein Tankwagen-Kippfahrzeug, drei Lkw-Züge, einen Kipp-Sattelanhänger für die Ladungssicherung und einen Lkw-Überschlagssimulator.

Der Lkw-Überschlagssimulator entstand in Kooperation zwischen MAN Nutzfahrzeuge und dem ÖAMTC, die Entwicklung erfolgte durch vier Schüler der HTL Mödling im Rahmen eines Matura-Projektes.

Aviso an die Redaktionen:
Bildmaterial vom ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining und speziell auch vom Lkw-/Bus-Training findet man im Foto-Service auf der Homepage des Clubs im Internet unter http://www.oeamtc.at/presse/.

(Forts.)

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Hannes Kerschl
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