Mailath-Pokorny: "Kultur ist ein wichtiger Bestandteil einer lebenswerten Stadt"

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny bei Podiumsdiskussion "Stadt und Kultur"

Wien (SPW) - "Kulturpolitik hat wesentlich mit Politik zu tun,
denn es geht auch in kulturellen Belangen darum, auf Basis von Grundüberzeugungen Entscheidungen zu treffen", betonte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Stadt und Kultur", die im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Warum Wien? Entwürfe einer Stadt mit Zukunft", am Montagabend in der Zukunftswerkstätte stattfand. Er habe sich in seiner Zeit als Kulturstadtrat stets dafür stark gemacht, dass Kultur in der Regierungspolitik eine Rolle spielt, denn sie stelle einen wichtigen Bestandteil einer lebenswerten Stadt dar. Dabei sei er von Anfang an auf Verständnis gestoßen, erklärte Mailath-Pokorny: "Es gibt in Wien ein klares Bekenntnis der Stadtregierung zu Kultur und zu einem möglichst vielfältigen kulturellen Leben in der Stadt. Die Wiener Stadtregierung fasst Kultur als ein Asset für den Standort Wien auf. Im Zentrum stehen dabei Offenheit und die Ausweitung und Sicherung des vielfältigen Wiener Kulturlebens", erklärte der Kulturstadtrat. ****

Der hohe Stellenwert, den die Wiener Stadtregierung der Kultur zugestehe, lasse sich auch an den Steigerungen im Wiener Kulturbudget ablesen: Das Kulturbudget mache heuer rund 2 Prozent des Gesamtbudgets aus, das sei mehr als der Bund oder manch andere europäische Städte für Kultur aufwenden. Eine ernsthafte Kulturpolitik der Bundesregierung könne Mailath-Pokorny hingegen nicht erkennen, geblieben seien nur Kürzungen. "Wien ist der einzige kulturelle Ballungsraum Österreichs und versorgt die Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus mit einem vielfältigen Angebot. Dennoch scheint alles, wo Wien davor steht vom Bund geschnitten zu werden. So sind die Wiener Festwochen das einzige österreichische Festival, das keine Bundesförderungen mehr bekommt. Kürzungen gibt es auch in anderen wichtigen Bereichen. Scheinbar geht es auch hier darum, Schüssels Ziel Wien zu knacken, wie er es vor einigen Jahren formuliert hat, zu erreichen", so der Stadtrat.

Das sei auch der entscheidende Unterschied zwischen Wien und Bund, denn "uns geht es in Wien darum, den Menschen ein tolles Kulturleben zu bieten. Die Verantwortung eines Kulturpolitikers geht weit über reine Fördergeldvergabe hinaus", betonte Mailath-Pokorny. Die Aufgabe eines Kulturpolitikers sei es nicht, den persönlichen Geschmack durchzusetzen, sondern möglichst große Vielfalt zu schaffen - "dazu gehören dann auch Musicals", ergänzte der Stadtrat. Das sei ein Ausweis über die Grundhaltung zu Kultur, er gehöre einer Stadtregierung an, die deutlich sage, uns ist Kultur wichtig, betonte Mailath-Pokorny. "Und es ist eine besondere Freude unter einem Bürgermeister zu arbeiten, der um die Bedeutung der Kultur für eine Stadt weiß. Jeder Kulturpolitik kann froh sein, wenn er einen Chef wie Michael Häupl hat", betonte der Kulturstadtrat.

Was die Wiener Kulturpolitik von anderen Städten unterscheide, sei das Verständnis, aktive Politik zu machen und dabei Kultur als öffentliche Verantwortung zu verstehen. "Wesentlich ist für Wiens Kulturpolitik auch die freie Zugänglichkeit und breite Vermittlung von Kultur - möglichst viele Menschen sollen am kulturellen Leben in der Stadt teilhaben können", unterstrich Mailath-Pokorny, der als weiteren Schwerpunkt die Schaffung kritischer Öffentlichkeit nannte. "Bestes Beispiel hierfür ist die Wehrmachtsausstellung, die wir vor drei Jahren gegen alle Widerstände unterstützt und mitfinanziert haben. Es ist eine wesentliche Aufgabe von Kulturpolitik, auch heiklere Bereiche zu thematisieren und den Menschen zugänglich zu machen, um so eine gesellschaftliche Diskussion zu ermöglichen", betonte Mailath-Pokorny abschließend. (Schluss) lk

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