"Alternative" Medizin im Test

"Konsument"-extra zeigt, welche Verfahren wirklich wirksam sind.

Wien (OTS) - Wenn die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß, suchen viele Menschen Hilfe bei "alternativen" Heilverfahren. Das Angebot an Komplementärmedizin ist groß und unübersichtlich. Das neue "Konsument"-extra "Die Andere Medizin" hat nun über 50 Diagnose- und Therapieverfahren abseits der konventionellen Medizin - von Akupunktur über Kinesiologie bis hin zur Zelltherapie - nach evidenzbasierten Kriterien geprüft und bewertet. Fazit: Die Mehrheit der untersuchten Heilverfahren kann keine Wirksamkeit nachweisen, birgt Risiken oder ist nicht geeignet, um Krankheiten und gesundheitliche Störungen erfolgreich zu behandeln.

Die Homöopathie zählt in Österreich zu den am weitest verbreiteten "alternativen" Heilverfahren. Es gibt zwar Hinweise auf die therapeutische Wirksamkeit unter anderem bei Allergien, chronischem Asthma, Grippe, Migräne, Schlaganfall oder Wechseljahrsbeschwerden, doch aufgrund der schwachen Wirksamkeitsbelege ist die Homöopathie für die mehr als dreißig untersuchten Anwendungsgebiete nur wenig geeignet. Als allgemeines Behandlungskonzept für die Therapie von Krankheiten oder Störungen wird sie als "nicht geeignet" eingestuft.

Keine positive Wirkung nachweisen können viele bekannte Verfahren wie etwa Bachblütentherapie, Kinesiologie oder Bioresonanztherapie -sie sind daher zur Behandlung von Krankheiten und gesundheitlichen Störungen nicht geeignet. Auch für alle Diagnoseverfahren, die von der "alternativen" Medizin angeboten werden, gilt: nicht geeignet. Das Risiko von Fehldiagnosen und falschen Behandlungsempfehlungen ist erheblich.

Es gibt aber auch alternative Verfahren, die ihre Wirksamkeit für bestimmte Anwendungsgebiete bereits in seriösen Studien bewiesen haben. So ist etwa die positive Wirkung von Akupunktur bei Fibromyalgie, Kniegelenkarthrose, Rückenschmerzen und Tennisellbogen ebenso eindeutig belegt wie die Wirksamkeit von Yoga, um erhöhten Blutdruck und erhöhte Cholesterinwerte zu normalisieren, oder Hypnose, die bei vielen Krankheiten und Störungen helfen kann. Auch Aromatherapie, Autogenes Training, Massage oder Meditation eignen sich zur Anwendung bei bestimmten Indikationen.

Eine abschließende Bilanz zieht Krista Federspiel, Autorin des "Konsument"-extra "Die Andere Medizin": "Es gibt einige Krankheiten und Störungen, bei denen komplementärmedizinische Methoden helfen können. Doch bei vielen Verfahren ist die Wirksamkeit nicht nachgewiesen oder das Risiko ist ungleich höher als der Nutzen. Deshalb ist eine Überprüfung so wichtig. Leider agiert mancher selbsternannte Naturheiler mit seinen Versprechungen und Behandlungsmethoden am Rande der Legalität." Leidtragende sind Patienten, die gesundheitlichen Schaden nehmen oder zumindest mit erheblichen finanziellen Belastungen rechnen müssen. "Komplementärmedizin sollte immer nur als ergänzende Behandlungsmethode zum Einsatz kommen, niemals als Alternative!", warnt die Autorin.

Die therapeutische Wirksamkeit der einzelnen Heilverfahren wurde anhand wissenschaftlicher Untersuchungen beurteilt. Die Wirksamkeit wurde zu dem potenziellen Risiko ins Verhältnis gesetzt. Darauf basierend erfolgte die Bewertung der Verfahren.

SERIVCE: "Das "Konsument"-extra "Die Andere Medizin" umfasst 336 Seiten und ist um 34 Euro im Buchhandel und beim VKI (zuzüglich Versandkosten) erhältlich. Das Handbuch kann auch im Onlineshop auf www.konsument.at bestellt werden.

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