AKNÖ-Staudinger: Schulpolitik geht an Wünschen der Eltern vorbei

Recht auf Nachmittagsbetreuung besteht erst ab 15 Kindern

Wien (AKNÖ) - Viele niederösterreichische Eltern sind unzufrieden:
Ab dem Herbst 2006 soll es zwar das Recht auf Nachmittagsbetreuung in der Schule geben, aber nur, wenn sich mindestens 15 Kinder pro Schule dafür melden. In Niederösterreich gibt es viele Kleinschulen, in denen die nötige Anzahl an Interessenten kaum zustande kommen wird. "Der Öffentlichkeit soll dieses vermeintliche Recht als großer Erfolg verkauft werden. Von den tatsächlichen Wünschen der Eltern ist Gehrer aber meilenweit entfernt", kritisiert AKNÖ-Präsident Staudinger.

Entsprechend vernichtend fällt das Urteil der niederösterreichischen Eltern über die sogenannten Reformen der Ministerin in diesem Punkt aus: Bei einer repräsentativen Umfrage der AKNÖ wurde abgefragt, was die Eltern vom neuen "Recht" auf Nachmittagsbetreuung halten und welche Änderungen sie sich wünschen. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) ist dafür, dass es auch ein Recht auf Nachmittagsbetreuung in der betreffenden Schule gibt, wenn sich dort weniger als 15 Kinder melden. Zusätzlich ist fast jeder Dritte der Meinung, dass es zumindest an einer anderen Schule in der Nähe die Möglichkeit einer Nachmittagsbetreuung geben sollte. Nur 13 Prozent sind mit der neuen Rechtslage zufrieden.

"Der Teufel steckt im Detail"

"Die Eltern erkennen sehr gut, dass der Teufel im Detail steckt", erläutert AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner. "Gerade in Niederösterreich mit seinen teilweise ländlichen Strukturen und dementsprechend vielen Kleinschulen wird die Mindestzahl von 15 SchülerInnen nur in den seltensten Fällen erreicht werden. Die Folge:
Unzählige Eltern und Schüler werden trotz des neuen "Rechts" auf schulische Nachmittagsbetreuung durch die Finger schauen."

Dabei wäre eine gute schulische Nachmittagsbetreuung nicht zuletzt für die beruflichen Chancen der Eltern wichtig: Fast die Hälfte der nö. Eltern würde bei einer guten und finanziell erschwinglichen schulischen Nachmittagsbetreuung die Möglichkeit eines beruflichen (Wieder-)Einstiegs sehen, ein weiteres Drittel würde sich davon eine berufliche Verbesserung erwarten. Und nicht zuletzt überwiegen in den Augen der Eltern auch die pädagogischen und persönlichen Vorteile einer guten Nachmittagsbetreuung für die Kinder.

Eltern können sich jetzt auf der AKNÖ-Homepage über die schulische Nachmittagsbetreuung in ihrer Umgebung informieren:
noe.arbeiterkammer.at.

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