Industrie setzt auf Qualität der Lehrlingsausbildung

Zwangsbeglückungen durch staatliche Ausbildungsfonds werden strikt abgelehnt

Wien (PWK732) - Die österreichischen Industrieunternehmen sehen
die Ausbildung von Lehrlingen als wesentliche Maßnahme für die Standortsicherung, denn nur hoch qualifizierte Facharbeiter sind in der Lage, den Produktionsstandort Österreich künftig sicherzustellen. Die aufgrund von Forschungs- und Innovationsoffensiven entwickelten Produkte sollen letztlich ja auch im Lande produziert werden, so der Obmann der Bundessparte Industrie der Wirtschaftskammer Österreich, KommRat Ing. Wolfgang Welser.

Wenn aktuell die Forderung nach einem gesetzlich geregelten bundesweiten Lehrlingsfonds wieder auftaucht und dabei das Vorarlberger Modell als Vorbild dienen soll, dann muss gesagt werden, dass die Vorarlberger Metall- und Elektroindustrie freiwillig dieses System gewählt hat und alle Unternehmen den Topf speisen. Die Ausschüttung der Mittel ist jedoch an Qualitätskriterien gebunden -so müssen etwa freiwillige Zwischenprüfungen absolviert werden - erst dann fließt Geld an die ausbildenden Unternehmen. Zudem werden Fondsmittel für gezielte Berufsinformation und Berufsorientierung von Pflichtschulabgängern und für die Weiterbildung von Ausbildern eingesetzt.

Die großen Unternehmen als Trittbrettfahrer zu Lasten der Kleinen hinzustellen, ist nicht zulässig und schon gar nicht dann, wenn damit die Industrie gemeint sein sollte. Die österreichischen Industrieunternehmen haben in den letzten 5 Jahren kontinuierlich die Zahl der Ausbildungsplätze um 8,5 % gesteigert (auf derzeit 15.481 gegenüber 14.275 im Jahr 1999), wobei im gleichen Zeitraum die Gesamtbeschäftigtenzahl in der Industrie um nahezu 10 % zurückgegangen ist. Derzeit bildet die Industrie 13 % aller Lehrlinge in Österreich aus - 1999 waren es 11,2 %. Die österreichische Industrie nimmt daher ihre gesellschaftliche Verantwortung in der hoch qualitativen Ausbildung junger Menschen für sichere Arbeitsplätze der Zukunft in einer überdurchschnittlichen Weise wahr.

Im Vergleichszeitraum haben die anderen Bereiche der Wirtschaft einen Rückgang der Lehrstellen um 8,4 % zu verzeichnen gehabt (von 113.076 im Jahr 1999 auf 103.590 im Jahr 2004).
Mehr als 1.500 Betriebe bilden im Schnitt 10 Lehrlinge aus. Etwa jeder 30. Industriebeschäftigte ist ein Lehrling - und das meist in einem High-Tech- und Zukunftsberuf.

Dass die Industrieunternehmen das qualitative Element der Lehrlingsausbildung hoch halten, zeigen die überdurchschnittlich hohen Erfolgsquoten bei Lehrabschlussprüfungen und gleichzeitig die niedrigen Raten bei vorzeitigen Auflösungen von Lehrverträgen. Ein Problem sieht die Industrie in der oft mangelhaften Vorqualifikation von Lehrstellensuchenden.

Zu erwähnen ist außerdem, dass Industrieunternehmen auch zu den Hauptabnehmern des berufsbildenden Schulwesens zählen und damit auch diesen jungen Menschen einen sicheren Arbeitsplatz am Berufsstart bieten.

Trotz der Qualitätsorientierung der Lehre zur Standortsicherung hat die Industrie auch immer Aktionen zur Schaffung zusätzlicher Lehrplätze im Sinne einer hoher Jugendbeschäftigung freiwillig unterstützt - einer gesetzlichen Regelung für einen Ausbildungsfonds bedarf es daher wirklich nicht, so Welser. (RH)

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