Tumpel: Probleme am Arbeitsmarkt offensiv angehen!

Wien (OTS) - Im September waren mehr als 220.400 Personen
arbeitslos registriert und rund 49.500 in Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice - damit waren fast 270.000 Menschen auf Arbeitsuche. Das ist gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr eine Steigerung von über 6 Prozent oder mehr als 16.200 Betroffenen (inkl. Schulungsteilnehmer). Vor allem bei Frauen fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit mit plus 7 Prozent erneut erschreckend hoch aus "Damit bleibt die Lage am Arbeitsmarkt unverändert ernst. Da nützen auch alle Hinweise der Regierung auf das erst kürzlich beschlossene Beschäftigungsförderungsgesetz nichts", sagt AK Präsident Herbert Tumpel und: "das Gesetz kam einfach viel zu spät und bringt zu wenig. Für fast 70.000 männliche Arbeit Suchende zwischen 25 und 49 Jahren sind überhaupt keine Hilfsprogramme vorgesehen. Schulung und Qualifikation sind wichtige Maßnahmen, Arbeitsplätze werden dadurch aber noch keine geschaffen. "Genau die brauchen wir aber", sagt Tumpel. Der AK Präsident verlangt ein massives Investitionsprogramm in Infrastruktur, Klimaschutz und Forschung sowie die Stärkung der Kaufkraft. Und: "Die Regierung darf sich nicht wieder Jahre dafür Zeit lassen."

Die Hauptursache für die steigende Arbeitslosigkeit, die mittlerweile alle Wirtschaftsbereiche trifft, ist ein im EU-Vergleich unterdurchschnittliches Wachstum. Das Wachstum in Österreich beträgt laut jüngster Wifo-Prognose lediglich 1,8 Prozent für 2005. Im EU 25-Vergleich weisen 18 Staaten ein höheres Wachstum als Österreich aus. "Österreich sollte sich an Ländern wie Schweden oder Finnland orientieren, die Wachstumsraten von um die 3 Prozent aufweisen", sagt Tumpel. Der AK-Präsident verlangt, dass sich die Regierung energisch und umgehend für mehr Wirtschaftswachstum in Österreich einsetzt.

Bis zu 30.000 neue Arbeitsplätze
Der Weg ist klar: Eine Milliarde mehr öffentliche Investitionen in Infrastruktur, mehr Geld für Verbesserungen beim Klimaschutz und eine spürbare Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen durch eine Steuerreform, die diesen Namen auch verdient.
+ Investitionen in Schiene, Straße, Telekommunikation bringen rasch Arbeitsplätze.
+ Förderung von Fernwärme, thermischer Sanierung, Ausbau ökologisch verträglicher Müllverbrennungsanlagen entlasten die Umwelt und bringen ebenfalls Arbeitsplätze.
+ Eine spürbare steuerliche Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen stärkt die Kaufkraft, kurbelt die Wirtschaft an und schafft ebenfalls Arbeit.

Insgesamt bringt ein solches Wirtschaftsprogramm 30.000 zusätzliche und dauerhafte Arbeitsplätze.

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