Wiener Gemeinderat (3)

Debatte Sondergemeinderat "Gewalt an Wiener Schulen"

Wien (OTS) - Das Thema für den Sondergemeinderat sei geschmacklos, weil es um die Zuordnung einer politischen Verantwortung für einen Einzelfall gehe, betonte GR Walter Strobl (ÖVP). Gewalt sei ein gesamtgesellschaftliches Problem und gelte nicht für die Schule allein. Beratung und Hilfestellung gegen Gewalt wäre schon im Vorfeld der Schule erforderlich. Strobl brachte zu diesem Thema eine Reihe von Anträgen ein. Diese sehen ein Überdenken der gesetzlichen Möglichkeiten vor, im Anlassfall Schultaschen kontrollieren zu dürfen; den raschen Ausbau der ganztägigen Schulen sowie der Jugendwohlfahrt in Wien; die Senkung der Klassenschülerzahlen; die Schaffung einer Art Elternschule im Kindergarten; die Vorziehung der Schuleinschreibung um ein Jahr zwecks rechtzeitiger Erkennung von Defiziten sowie das letzte Kindergartenjahr gratis anzubieten, um allfällige Entwicklungsdefizite abzufangen.

Der Antragsteller dieser Sondersitzung habe die Bundesregierung als einen Schuldigen vergessen, stellte GR Heinz-Christian Strache (FPÖ) fest. Manchmal hätten Lehrer vor 11-12jährigen Angst. Oftmals kämen Familien mit der Erziehung nicht zurecht und würden diese auf die Schule übertragen. Dazu kämen Computerspiele und gewaltvolle Videos. Er kritisierte, dass Schulmediation in Wien nur in Form von Schulversuchen vorkomme - anders als in Niederösterreich. Auch die Integrationspolitik funktioniere nicht so wie es nötig wäre. Im Zusammenhang mit PISA sagte Strache, beim finnischen Unterricht werde kein Kind zugelassen, wenn es nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfüge. Auch er brachte eine Reihe von Anträgen ein: Die verstärkte Kontrollen von SchülerInnen im Verdachtsfall in Hinblick auf das Mitführen sicherheitsgefährdender Gegenstände, den gezielten Einsatz von Schulpsychologen, eine verpflichtende Lehrerfortbildung, die Aufforderung an die Bundesregierung, ein Informations- und Maßnahmenbündel zu erstellen, alles zu tun damit Gewalt an Schulen hintangehalten werden kann sowie umgehende Gespräche zwischen Ländern und Bund. (Forts.) red

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