ÖAMTC-Praxistest: Wie man auf 570 Kilometern Fahrt Sprit um zehn Euro spart

Eine Anleitung zu ökonomischer und umweltschonender Fahrweise

Wien (OTS) - Welche Spritersparnis ist drin, wenn man
wirtschaftlich fährt. Der ÖAMTC hat im Club-Magazin auto touring einen flotten Autolenker gegen einen vorausschauend fahrenden zum Vergleich antreten lassen. Zwei identische VW Polo mit Benzinmotor kamen zum Einsatz. Nach 570 Kilometern Fahrt wurde an der Zapfsäule Bilanz gezogen: Fast zehn Euro mehr flossen in den Tank des schnelleren Wagens, der sein Ziel um insgesamt 25 Minuten früher erreichte. "Das macht auf 100 Kilometer einen Mehrverbrauch von 1,5 Liter Sprit. Umgerechnet auf die aktuellen Benzinpreise sind das zwei Euro. Größere Autos als der Polo haben sogar ein noch größeres Sparpotenzial", weiß ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. "Der immerhin schon 25 Jahre alte ÖAMTC-Slogan 'Gleiten statt hetzen' ist auch jetzt noch aktuell."

Start war in Wiener Neustadt, Ziel Velden am Wörthersee: Ein Fahrer sollte im Rahmen der zulässigen Tempolimits so schnell wie möglich und ohne Rücksicht auf den Verbrauch an den Zielort gelangen. Der andere hatte die Aufgabe, auf derselben Strecke bewusst ökonomisch, aber flüssig im Verkehr, zu fahren. Hin ging es über die Autobahn, der Vorsprung betrug für den schnelleren Polo genau 15 Minuten. Retour fuhr man über Bundesstraßen, die Differenz lag bei bescheidenen zehn Minuten. Am Ende der "Wettfahrt" wurde nachgetankt:
Beim flotten Polo fehlten 42,5 Liter, der Durchschnittsverbrauch lag bei 7,45 Liter auf 100 Kilometer, die Tankrechnung machte 50,53 Euro aus. Beim sparsam gefahrenen Polo fehlten 34,2 Liter. Er verbrauchte somit sechs Liter auf 100 Kilometer, das ergab Spritkosten von 40,70 Euro. "Eine eindrucksvolle Bilanz die ausdrückt, wie man durch veränderte Fahrweise Einsparungen bei den Spritkosten erzielen kann", sagt Kerbl.

"Spritsparendes Fahren bedeutet vor allem vorausschauendes Fahren. Mit 'Schleichen' hat das nichts zu tun". Alle Tipps des ÖAMTC-Experten, wie man Kosten spart und gleichzeitig die Umwelt schont:

* Nach dem Starten sofort losfahren: Im kalten Zustand braucht jeder Motor mehr Sprit. Den Motor daher nicht warmlaufen lassen sondern schonend bis zur Betriebstemperatur warm fahren.

* Im höchstmöglichen Gang fahren: Immer früh hoch und spät herunter schalten. Das Fahren mit hoher Motordrehzahl hebt den Spritverbrauch, deshalb sollte die Motordrehzahl während der Fahrt möglichst unter 2.000 U/min bleiben. Der ÖAMTC setzt sich auch auf EU-Ebene dafür ein, dass die Automobilindustrie Anzeigen im Auto vorsieht, die den optimalen Zeitpunkt zum Schalten signalisieren. "Technisch ist das leicht machbar und sollte gerade in Zeiten hoher Spritpreise rasch zur Verfügung stehen", sagt der ÖAMTC-Experte.

* Vorausschauend und flüssig fahren: Wer genügend Abstand zum Vordermann hält, ist sicherer unterwegs und kann Geschwindigkeitsunterschiede eleganter ausgleichen. Häufiges Bremsen und Gasgeben frisst Sprit.

* Die passende Geschwindigkeit wählen: "Die meisten Autos haben den günstigsten Verbrauch zwischen 60 und 80 km/h im höchsten Gang", sagt der ÖAMTC-Techniker. Bei zunehmender Fahrgeschwindigkeit nimmt der Verbrauch durch den steigenden Luftwiderstand zu.

* Die Motorbremswirkung nutzen: Die Motorbremse hat den Vorteil, dass man bergab und in Rollphasen gleichzeitig bremsschonend und spritsparend fährt. "Man sollte die Motorbremse also bei jeder Gelegenheit nutzen, so z. B. beim Annähern an eine rote Ampel", rät Kerbl.

* Im Stand Motor abschalten: Wenn man z.B. am Bahnübergang länger im Auto warten muss, sollte man den Motor abstellen. Kerbl: "Ein Laufen am Stand verbraucht sinnlos Kraftstoff und belastet die Umwelt."

* Dachträger nach dem Urlaub abmontieren: Die Vorteile moderner, strömungsgünstiger Karosserien gehen durch Dachträger verloren und der Verbrauch steigt bei höheren Geschwindigkeiten bedeutend.

* Reifendruck kontrollieren: Der Luftdruck in den Reifen sollte öfters kontrolliert werden. Zu niedriger Druck lässt den Reifen schneller verschleißen und treibt den Spritverbrauch in die Höhe. Vor der großen Urlaubsfahrt und bei schwerer Beladung muss der Reifendruck bei den meisten Autos leicht angehoben werden.

* Keine unnötigen Lasten "spazieren führen": Sprit spart, wer ab und zu das Auto entrümpelt und die Schneeketten im Sommer aus dem Kofferraum entfernt. "100 kg können bis zu 0,6 Liter/100 Kilometer Mehrverbrauch ausmachen", rechnet der Club-Experte vor.

* Klimaanlagen, Standheizung und andere Spritverbraucher nur wenn nötig einschalten.

* Regelmäßig das Auto auf den technisch einwandfreien Zustand überprüfen: Ein verdreckter Luftfilter, alte Zündkerzen oder eine fehlerhafte Elektrik reduzieren die Motorleistung und treiben den Verbrauch gewaltig in die Höhe. Bei Dieselmotoren führen verstellte Einspritzpumpen oder verschlissene Einspritzdüsen zu mehr Spritverbrauch. "Deshalb mindestens einmal jährlich ein Service durchführen oder die optimale Motoreinstellung überprüfen lassen", rät der ÖAMTC-Experte.

Auch preisbewusstes Tanken entlastet die Brieftasche

In Zeiten steigender Kraftstoffpreise birgt auch die richtige Auswahl der Tankstelle ein hohes Sparpotenzial. Als Unterstützung bietet der ÖAMTC den Autofahrern seit fünf Jahren das Internet-Infosystem SPRIT: Unter http://www.oeamtc.at/sprit/ kann man schnell und tagesaktuell die nächstgelegene günstigste Tankstelle finden. Preisabfragen sind sortiert nach Kraftstoffsorte, Bundesland oder Ort möglich. Wer über keinen Internetzugang verfügt, erhält alle Daten (zum Ortstarif aus ganz Österreich) unter der ÖAMTC-Hotline 0810/120 120.

Außerdem tanken ÖAMTC-Mitglieder österreichweit mit ihrer Clubkarte mit Kreditkartenfunktion an Avanti-Tankstellen um 3 Cent pro Liter Sprit günstiger. Nähere Infos auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/tankbonus/.

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