WdF-Image-Umfrage: So sehen sich die österreichischen Manager

97 % der befragten Führungskräfte bezeichnen sich als absolute Entscheidungsträger

Wien (OTS) - Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF), die unabhängige und überparteiliche Interessensvertretung der heimischen Führungskräfte, hat in der ersten großangelegten Umfrage seit 1983 das Image der heimischen Manager abgefragt. Neben der Meinung der Österreicher über die Manager wurden auch die Führungskräfte selbst über ihre Sichtweise ihres Job und ihres Berufsstandes befragt. Bei der Untersuchung, durchgeführt von Triconsult, wurden insgesamt 366 Top-Manager aus dem WdF-Mitgliederkreis interviewt.

Grundsätzlich gilt, dass die Manager in ihrem Selbstbild weitestgehend dem Fremdbild in der Bevölkerung entsprechen, also nur geringe Unterschiede zwischen der Wahrnehmung der eigenen Stärken und Schwächen und der Sicht der Bevölkerung vorliegen.

Die Entscheidungsbefugnis (97 %), die hohe persönliche Verantwortung (90 %) und das Weisungsrecht gegenüber Mitarbeitern (92 %) sind die Merkmale, die von Manager am stärksten als für ihren Berufsstand charakteristisch bezeichnet werden. Aber auch die längeren Arbeitszeiten (90 %), die Steuerung innerbetrieblicher Prozesse (95 %) und die Entscheidungsgewalt über Investitionen (85 %) wie Einsparungen und Personalabbau (88 %) werden von einer großen Anzahl der heimischen Manager mehr als typisch für ihren Job bezeichnet.

84 % klagen über den Nachteil, auf Annehmlichkeiten verzichten und das Privatleben zurückstellen zu müssen und 77 % der befragten Manager sind der Meinung, dass sie entscheidend dazu beitragen, dass Österreichs Wirtschaftsleben funktioniert - auch über das hohe Arbeitsplatzrisiko (69 %) sind sich die heimischen Führungskräfte bewusst.

Nur mehr rund die Hälfte der Befragten behaupten, dass der Dienstwagen typisch für den Managerjob ist (56 %) ist, weit weniger (36 %) halten ein eigenes Büro mit anspruchsvoller Ausstattung und ein niedriges Gehalt (20 %) als charakteristisch für eine Führungskraft. Die Meinung, dass Manager in Österreich zu viele Privilegien genießen (9 %) und zu viel verdienen (14 %), wird von einem verschwindend kleinen Teil der befragten Manager geteilt

Manager: Wir überzeugen mit hoher Einsatzbereitschaft und starker Persönlichkeit

Mit 96 % Zustimmung unter den befragten Managern steht die hohe Einsatzbereitschaft als Spitzenreiter der persönlichen Eigenschaften außer Zweifel. Dahinter folgen mit Zustimmungsraten knapp um 80% "Entscheidungsfreudigkeit" (84 %), "starke Persönlichkeit" (84 %) und die "Fähigkeit, Konflikte durchzustehen" (80 %). Die Merkmale "Weitblick" (75 %), "Aufgeschlossenheit" (74 %), "Lernbereitschaft" (73 %) und "Verständnis für Probleme der Mitarbeiter" (64 %) schreiben sich eine überwiegende Mehrheit der Manager zu.

60% der befragten Manager sind der Ansicht, dass sich Führungskräfte durch "Anständigkeit" und "gutes Fachwissen" auszeichnen. Ebenfalls mehr als 50% der Führungskräfte sind vom "Einfallsreichtum" (59 %) und der "Risikofreudigkeit (56 %) überzeugt. Nur mehr eine Minderheit von knapp 40% ist der Ansicht, dass Manager "abhängig von ihren Vorgesetzten" (46 %) und "sparsam" (42 %) agieren, mit der eigenen beruflichen Situation zeigen sich 52 % zufrieden. Geringe Zustimmung erhalten die Attribute "Autorität" (31 %), "Abhängigkeit von privaten Beziehungen" (31 %), "konservativ" (14 %) und "Abhängigkeit von Parteien oder Organisationen" (10 %)

Führungskräfte sehen ihre Aufgaben bzw. die Erfüllung ihrer Aufgaben fast ausschließlich im Innenbereich des Unternehmens, für das sie arbeiten. In erster Linie sehen die Führungskräfte ihre Aufgabe, auf die Erträge des Unternehmens zu achten (94 %) und die Existenz zu sichern (80 %) durch ihre eigene Tätigkeit erfüllt. Bereits etwas weniger überzeugt sind die ManagerInnen davon, dass sie sich ausreichend um die Entwicklung der MitarbeiterInnen kümmern (63 %) oder einen Ausgleich zwischen den EigentümerInnen und den MitarbeiterInnen schaffen (57 %). Nur mehr knapp die Hälfte der befragten Führungskräfte ist davon überzeugt, dass sie die Forschung und Entwicklung in Österreich vorantreiben (51 %).
Jeweils ein Fünftel der ManagerInnen zeigt sich überzeugt, dass die Führungskräfte die Aufgabe, im Interesse des ganzen Landes zu handeln, erfüllen (20 %) oder einen Ausgleich zu den Forderungen der Politik schaffen (19 %).

Manager trauen sich höhere Lösungskompetenz als Politiker oder Gewerkschaft zu

Parallel zur Untersuchung wurde die Frage erhoben, zu welchen Anteilen sich Führungskräfte gegenüber PolitikerInnen und Gewerkschaft die Lösung ausgewählter Probleme zutrauen.

ManagerInnen sind davon überzeugt, dass alleine die Führungskräfte die Entscheidungen über betriebliche Investitionen (97 %) und die Sicherung der Gewinne in den Unternehmen (99%) beherrschen. Die Bevölkerung räumt in diesen beiden Fragen auch den Gewerkschaften, vor allem aber der Politik einige Kompetenz ein.
Bei der Sicherung des technischen Fortschritts sehen sich zwar die ManagerInnen auch als die Kompetentesten (90 %), die Bevölkerung traut aber auch der Politik Problemlösungskompetenz zu (24 %).
Bei der Frage nach der Absicherung der positiven Wirtschaftsentwicklung sehen sich 53 % der Manager an der Spitze, gleichzeitig billigen sie aber auch Politikern Kompetenz in dieser Frage zu (46 %). Auch bei Frage nach der Sicherung der Einkommen sehen sich die Manager mit 64 % voran, sind aber auch der Meinung, dass die Gewerkschaft ein entscheidendes Wort mitzureden hat (30 %)

Die Studienergebnisse sind online unter www.wdf.at abrufbar.

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