AS-News: Welttierschutztag und globale Agrarindustrie

Wien (OTS) - Es scheint fast zynisch, daß während wir am 4. Oktober wieder "Welttierschutztag" feiern und noch mehr Leckerlis und Spielsachen für Hund und Katze gekauft werden, das Schicksal von weltweit über 40 Milliarden von "Nutz"-Tieren als das größte Leidensproblem kaum beachtet wird: Wie z.B. das Schlagen und Töten von Tieren bei vollem Bewußtsein; Geflügel, welches zwangsgemästet, in riesige Masthallen oder winzige Käfige gepfercht wird; Schweine, die lebenslang in "maßgeschneiderten" Kastenständen eingesperrt sind; Rinder und Kälber, die seit der Geburt angekettet, auf tagelange Transporte geprügelt und in Horror-Schlachthöfen am Fließband hingemetzelt werden. Aber auch den Fohlen ergeht es in keinster Weise besser, denn sie werden in Österreich und Deutschland zu Tausenden nur zu dem einem Zweck geboren - um in Süditalien zu Salami verarbeitet zu verden...

Während hier im Westen Tierfabriken durch etwas modernere Tierschutzgesetze zumindest ansatzweise erschwert werden - wie z.B. das Verbot der konventionellen Käfighaltung in Ö ab 2009 -, so werden sie im Osten und in Entwicklungsländern umso massiver gefördert. Tierfabriken sind die am schnellsten wachsende Sparte der Tierproduktion, wobei die jetzigen "Entwicklungsländer" im Jahr 2020 die Hauptproduzenten der weltweiten Fleischproduktion sein werden. Aber diese Massentierhaltungen und die zumeist extrem unhygienischen Bedingungen in den Tierfabriken sind ein idealer Nährboden für die die Ausbreitung von Seuchen. So zahlt die Menschheit, die sich der Fortsetzung dieser brutalen Tierausbeutung verschrieben hat, einen hohen Preis, wie z.B. durch die Ausbreitung von BSE, Maul- und Klauenseuche, Schweinepest, Salmonellose und zuletzt der asiatischen Vogelgrippe. Seit dem Januar 2004 hat die Vogelgrippe mehr als 50 Menschenleben in Vietnam und Thailand gefordert. Sie hat in Südostasien zig Millionen Hühnerleben, die brutal "vernichtet" wurden, sowie Milliarden von Dollars gekostet.

Ein Zitat aus dem soeben im Votivkino in Wien angelaufenen Film "We feed the world" von Erwin Wagenhofer: Auf rund 350.000 Hektar, v.a. in Lateinamerika, werden Sojabohnen für die österreichische Viehwirtschaft angebaut, daneben hungert ein Viertel der einheimischen Bevölkerung! Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Problem 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordert. 26.000 Menschen sterben jeden Tag an Hunger und Wassermangel. Wir rotten jeden Tag bis zu hundert Tier-und Pflanzenarten aus und vergrößern die Wüsten täglich um 30.000 Hektar.

Es ist höchste Zeit, endlich die Landwirtschaft und v.a. die Tierhaltung zu reformieren, wenn schon nicht wegen der Tiere selbst, so doch wenigstens um unserer eigenen Gesundheit und des Überlebens unseres Planeten willen. Die WSPA, die Weltgesellschaft für Tierschutz, worin auch ANIMAL SPIRIT Mitglied ist, ruft anläßlich des kommenden Welt-Tierschutztages dazu auf, Tierfabriken stufenweise abzuschaffen zugunsten von biologischer und extensiver Landwirtschaft, einerseits aus Tierschutz-Gründen, andererseits aber auch für die menschliche Gesundheit. Nähere Infos dazu (auf Englisch) unter www.wspa.org.uk

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