Pröll: Einstieg in die Energiewende - ab morgen Biodiesel flächendeckend

Historische Weichenstellung - Österreich als Vorreiter in Europa - über 1 Mio. Tonnen CO2 weniger

Wien (OTS) - =

Als "Einstieg in die Energiewende im
Treibstoffbereich" und dementsprechend als "historische Weichenstellung" bezeichnete Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll die mit morgigem Stichtag in Kraft tretende erste Stufe der verpflichtenden Substitution von fossilem Treibstoff durch Biosprit. "Ab morgen werden 2,5 Prozent des gesamten in Öster-reich getankten fossilen Sprits durch Biosprit ersetzt. Bis 2008 werden wir 5,75 Prozent Bei-mischung haben." Dies sei angesichts des Klimawandels sowie stetig steigender Rohölprei-se ist das eine "Zukunftsinvestition, die wirtschaftlich klug und umweltpolitisch ratsam ist" so der Minister. Nach Abschätzungen des Umweltbundesamtes können damit rund 1 bis 1,5 Million Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr an Treibhausgasen eingespart werden.****

Gerade im Lichte der aktuellen Entwicklungen verwies der Minister auf die langfristigen Vor-teile der Abkopplung von internationalen Rohölmärkten: Der Rohölpreis habe sich allein in diesem Jahr von rund 35 Dollar im Jänner auf fast 60 Dollar je Barrel im September beinahe verdoppelt. Studien gingen zudem davon aus, dass der Rohölpreis in den kommenden 25 Jahren sogar bis auf 120 Dollar je Barrel Rohöl klettern wird (Welt-Wirtschafts-Institut Ham-burg). Angesichts dieser dramatischen Perspektiven sei es daher absolut vernünftig, recht-zeitig in heimische Alternativen zu investieren. Pröll: "Mit der Beimischung ist der Anfang zu größerer Unabhängigkeit von internationalen Rohölmärkten geschafft."

Gleichzeitig machten extreme Wetterereignisse - Überschwemmungen in Österreich Ver-wüstungen in den USA - jetzt wohl deutlich, wie notwendig entschiedene Maßnahmen ge-gen den Klimawandel seien. Pröll:
"Wir wären falsch am Platz, wenn wir hier nicht gegen-steuern. Umweltpolitik wird hier zur Überlebenspolitik." Die Verbrennung fossiler Treibstoffe sei eine der Hauptursachen für den Klimawandel. Mit der Beimischung ersetzen wir fossile Treibstoffe in Österreich und reduzieren so den CO2 Ausstoß bis 2008 um bis zu 1,5 Mio. Tonnen, so der Minister.

Rechtliche Grundlage der Substitutionsverpflichtung ist die nationale Umsetzung der EU Bio-kraftstoff Richtlinie (2003/30/EG), die in Österreich nach einem beschleunigtem Zeitplan um-gesetzt: Am 1. Oktober 2005 tritt eine Substitutionsverpflichtung von 2,5 Prozent an Biokraft-stoff oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen für die gesamten im Bundesgebiet in Verkehr gebrachten oder verwendeten fossilen Otto- und Dieselkraftstoffes in Kraft; 2007 erhöht sich diese auf 4,3 Prozent und 2008 auf 5,75 Prozent. Damit wird in Österreich der von der EU RL geforderte Mindestanteil von 5,75 Prozent an Biokraftstoffen bereits zwei Jahre früher 2008 statt 2010 erfüllt.

Parallel zur Änderung der Kraftstoffverordnung erfolgte eine Änderung des Mineralölsteuer-gesetzes, wodurch die Bundesregierung die für das neue Beimischungsprodukt um 0,5 Cent/Liter gesenkt hat. "Wir sind damit auf die Wünsche der Mineralölwirtschaft eingegangen und haben so die Grundlage für eine kostenneutrale Einführung des Biosprits gelegt." so Pröll abschließend.

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