Gaßner: Ländlicher Raum besteht nicht nur aus ein paar großen geförderten Landwirten

Wien (SK) - "Wir Sozialdemokraten definieren den ländlichen Raum anders als die Bundesregierung, wir definieren ihn über alle Menschen, die im ländlichen Raum wohnen, auch sie haben Anspruch und Recht auf Lebensqualität", stellte SPÖ-Kommunalsprecher Kurt Gaßner am Mittwoch im Nationalrat klar. "Den ländlichen Gemeinden wird die finanzielle Basis entzogen und damit die Möglichkeit gestalterisch tätig zu sein", so Gaßner. Beim Antrag der Bundesregierung bestehe der Verdacht, dass es sich um die Entwicklung und Förderung der Landwirtschaft handelt, nicht aber um den gesamten ländlichen Raum, so Gaßner.****

Mit dem Ansatz der Bundesregierung zur Entwicklung des ländlichen Raumes werden schlussendlich ein paar große geförderte Landwirte übrig bleiben, so Gaßner, aber: "Auch die brauchen Lebensqualität im ländlichen Raum", so Gaßner. Zwar bezeichne Minister Pröll die Bauern als "Rückgrat" des ländlichen Raumes, allerdings schließen pro Jahr 4.000 bäuerliche Betriebe: "Hier müssen wir etwas tun", sagte Gaßner.

Die Bundesregierung schließe öffentliche Einrichtungen wie Polizeistationen, Bezirksgerichte, Postämter und kümmere sich nicht um Arbeitsplätze im ländlichen Raum, kritisierte Gaßner. Die Regierung kümmere sich auch nicht um eine öffentliche Verkehrsanbindung, Gesundheits- und Nahversorgung. "Die Leute im ländlichen Raum brauchen eine funktionierende Schule", zeigte Gaßner auf. Er fragte sich, ob Kinder im ländlichen Raum kein Recht auf funktionierende Nachmittagsbetreuung haben: "Zur Zeit braucht man 15 Kinder, damit überhaupt ein paar Stunden bezahlt werden", so Gaßner, der festhielt, dass es im ländlichen Raum wohl kaum eine Schule gebe, die das zusammenbringe. (Schluss) sk

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