Ölpreisfalle lässt Heizkosten in den Himmel steigen

Frais: "Durch unverständliche Preisbindungen steigen auch Kosten für Gas, Strom u. Biomasse an"

Linz (OTS) - "Europa braucht jetzt einen politischen Kraftakt, um die Konsumenten und die Wirtschaft grundsätzlich von der Last der hohen Ölkosten zu befreien. Außerdem ist die derzeitige Situation, dass Erdöl als Zugpferd alle Energiepreise nach oben zieht, schlichtweg inakzeptabel. Denn wie ist es begründbar, dass ein Hurrikan vor Amerikas Küsten den Strompreis von Wasserkraftwerken auf der Donau in die Höhe schnellen lässt? Wieso soll sogar Biomasse teurer werden, wenn der Preis für Erdöl steigt? Warum müssen Konsumenten, die mit Erdgas heizen, ebenso Preissteigerungen wie beim Erdöl hinnehmen? Der Grund dafür liegt in der Ölpreisfalle: Erdöl ist die ‚Leitwährung‘ am Energiemarkt, an der sich fast alle anderen Energien orientieren", so SP-Klubobmann Dr. Karl Frais. "Die Konsumenten sind zu Beginn der Heizsaison 2005/2006 der Ölpreisfalle hilflos ausgeliefert. Deswegen wird die SPÖ bei der kommenden Landtagssitzung dieses Problem mit Vorschlägen für ein europäisches Energiepreis-Stabilisierungs-Programm und für zusätzliche nationale Maßnahmen in Angriff nehmen".

Erdgas ist direkt an den Erdölpreis der Börse in Rotterdam gebunden. Beim Strompreis ist die Leipziger Strombörse relevant, die sich an der Stromerzeugung durch fossile Brennstoffe orientiert. Sogar viele oberösterreichische Biomasse-Anbieter orientieren sich vertraglich bei Preissteigerungen für ihre Kunden am Erdölpreis. "Es ist aber überhaupt nicht nachvollziehbar, weshalb jemand, der mit Erdgas oder sogar mit Biomasse heizt, aufgrund der faktischen Preisbindungen an die hohen Ölkosten auch wesentlich mehr bezahlen muss. Für den Konsumenten bleibt in der jetzigen Situation kein rascher Ausweg aus der Ölpreisfalle. Deshalb muss die Politik zugunsten der Konsumenten eingreifen und Maßnahmen gegen die nicht nachvollziehbaren Preisbindungen setzen. Zusätzlich müssen die europäischen Staaten im Schulterschluss Maßnahmen gegen die hohen Steigerungen des Erdölpreises vornehmen", fordert Frais.

Auch für Österreichs Strom fordert SP-Klubchef Frais ein anderes Berechnungskriterium als die Leipziger Börse. "Wieso sollen die Strompreise für heimische Wasserkraft steigen, wenn fossile Brennstoffe teurer werden? Der heimische Strombedarf wird zu 70 Prozent aus Wasserkraft gedeckt. Dabei ist überhaupt nicht einzusehen, warum die Preise auf das Niveau von Stromerzeugungskosten mit fossilen Brennstoffen angehoben werden sollen". Frais erinnert daran, dass die Versorgung mit Energie zur Daseinsvorsorge gehört und die öffentliche Hand verpflichtet ist, den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft faire Preise zu gewährleisten.

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Mag. Andreas Ortner

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