Illegale Verkaufspräsentation in Mödling

NÖ Arbeiterkammer und Bezirkshauptmannschaft ließen Werbeveranstaltung platzen

Wien (OTS) - Seit langem prangert die NÖ Arbeiterkammer die Methoden jener Unternehmen an, die Gewinnmitteilungen verschicken und damit die Menschen auf Verkaufspräsentationen locken, wo ihnen teure Produkte aufgedrängt werden. Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft (BH) Mödling haben sich bereit erklärt, mit der AKNÖ eine solche Veranstaltung zu besuchen. Als die ersten Bestellungen unterschrieben waren, griffen BH und Polizei ein.

Das "Austria Tele Nummern Roulette" ist den Konsumentenschützern der NÖ Arbeiterkammer schon lange ein Dorn im Auge. Wahllos werden Einladungen an Festnetztelefonierer verschickt. Mit Gewinnen wie Autos, Fernsehgeräten, Bargeld oder "Jackpotpreisen" werden die Menschen dann auf die Werbeveranstaltung gelockt. Den Konsumentenschützern der AKNÖ ist aber niemand bekannt, der das Auto, das Fernsehgerät oder gar Bargeld gewonnen hat. Gewonnen werden hingegen regelmäßig Reisegutscheine. Und die Konsumenten werden gedrängt, überteuerte Waren wie z.B. Bettzeug oder Magnetfelddecken zu erwerben.

Illegale Verkaufsveranstaltungen Zwei Konsumentenberater und ein Jurist von der BH mischten sich unter das Publikum, die Polizei stand draußen bereit. Als die ersten beiden Bestellungen unterschrieben waren, wurde die Behörde aktiv. Bei der Ausweiskontrolle zeigte sich, dass der Präsentator unter falschem Namen aufgetreten war. Außerdem konnte er keine Gewerbeberechtigung vorlegen. -"Aber selbst, wenn er diese Berechtigung gehabt hätte, wäre diese Verkaufspräsentation illegal gewesen", so AKNÖ-Jurist Josef Hauer, "denn Waren in einem Gasthaus bei einer Warenpräsentation zu verkaufen ist verboten. Man darf sie zwar präsentieren, aber der Verkauf der Waren bzw. die Entgegennahme von Bestellungen in Gasthäusern ist gewerberechtlich verboten."

Verträge gelten trotzdem Die BH Mödling leitete gegen den deutschen Warenpräsentator ein Strafverfahren ein und forderte von ihm auch noch 1.000 Euro Sicherheitsleistung. Die Waren (Magnetfelddecken und Bettzeug) wurden beschlagnahmt. "Wir sind sehr froh über das rasche Handeln der BH Mödling", meint Konsumentenschützerin Christa Hörmann. AKNÖ-Jurist Josef Hauer warnt: "Verträge, die bei solchen Veranstaltungen zustande kommen, sind rechtlich bindend! Selbst wenn die Verkaufsveranstaltung verwaltungsrechtlich nicht korrekt abläuft." Trotzdem gibt es die Möglichkeit, von so einem Geschäft gemäß § 3 des Konsumentenschutzgesetzes innerhalb von 7 Tagen mittels eingeschriebenem Brief zurückzutreten. Resümee der AKNÖ: "Lassen Sie sich von den überzogenen Gewinnversprechungen auf keinen Fall blenden und zu übereilten Vertragsabschlüssen hinreißen!"

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