GLOBAL 2000 kritisiert bei UVP-Hearing Taschenspielertricks und Schummeleien der ASFINAG

Feinstaub-Emissionen würden sich durch S1-Ausbau fast verdoppeln

Wien (OTS) - Heftige Kritik übt die Umweltschutzorganisation
GLOBAL 2000 an der geplanten Schnellstraße S1, über deren angebliche Umweltverträglichkeit heute ein öffentliches Hearing in Gerasdorf stattfindet. "Die S1-Ost ist das Bindeglied zwischen der geplanten A5 Nordautobahn und der verlängerten Südosttangente. Die A5 soll die PendlerInnen aus der Schnellbahn auf die Autobahn locken, die dann via S1 auf die ohnehin schon überlastete Südosttangente stauen. Mit diesem vorprogrammierten Chaos soll wohl der Bau der Lobau-Autobahn -S1 zwischen den Knoten Süßenbrunn und Schwechat - erzwungen werden", ärgert sich Karin Kuna, Verkehrsreferentin von GLOBAL 2000.

GLOBAL 2000 kritisiert auch die zahlreichen Taschenspielertricks, mit denen die ASFINAG die Öffentlichkeit hinters Licht führen will. So hat sie eine vorhandene Studie geheimgehalten. Erst als die Grünen im Juli 2005 diese veröffentlichten, wurde sie nachträglich in die UVP-Dokumentation aufgenommen. Am Autobahnknoten zwischen S1 und Nord-Autobahn soll mit einem Mega-Einkaufzentrum ein massiver Verkehrserreger entstehen. Obwohl solch ein Einkaufszentrum ohne die geplanten Schnellstraßen nicht verwirklicht würde, ist dessen Verkehrswirkung auch in der Null-Variante ("Ist-Zustand") berücksichtigt. Damit erreicht die ASFINAG zweierlei: Der prognostizierte Verkehrszuwachs ohne Straßenbau fällt sehr stark aus. Der weitere Zuwachs mit A5 und S1-Ausbau ist weniger dramatisch. "Allerdings dramatisch genug, dass sich die Feinstaub-Emissionen durch die S1 fast verdoppeln würden und auch die CO2-Zunahme um 29 Tonnen ansteigt", so Kuna. Wird dem Bau statt gegeben, bedeutet das für die betroffene Region und die dort ansässigen Bewohner eine dramatische Verschlimmerung ihrer jetzt schon belasteten Lebenssituation. Der PM 10-Emissionsbericht (Luft-Schadstoff-Bericht), der vom Umweltbundesamt erstellt wurde, zeigt auf, dass "flächendeckend das gesamte außeralpine Gebiet im östlichen Niederösterreich von Grenzwertüberschreitungen betroffen sein dürfte".

"Die Zahlen dieses Berichts betreffen allerdings die Jahre 2002 und 2003. Man kann davon ausgehen, dass sich die Luftsituation noch verschlechtert hat und somit seitens der Niederösterreichischen Landesregierung alles getan werden müsste, um die Situation für die AnrainerInnen zu entschärfen und nicht zu potenzieren. In Zeiten des immer offensichtlicheren Klimawandels und der rasanten Treibstoffverteuerungen ist es fahrlässig und schwachsinnig, neue Autobahnen und Schnellstraßen zu bauen", so Kuna abschließend.

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