Globale Produktivitätsstudie 2005: Weltweit werden 37 % der Arbeitszeit verschwendet

Wien (ots) - Hauptursache für unproduktive Arbeitszeit sind Mängel bei der Vorbereitung und zuwenig Übersicht bei der Ausführung der Arbeit -Produktivitätslücke allein in Österreich jährlich rund 23 Milliarden Euro - Effizienz im Vertrieb weiterhin unbefriedigend

Weltweit verbringt jeder Beschäftigte pro Jahr rund 84 Arbeitstage mit unproduktiven Tätigkeiten. Damit werden rund 37 % der Arbeitszeit verschwendet, ein leichter Rückgang um nur einen 1 %-Punkt im Vergleich zum Vorjahr. Das ist das Ergebnis der heute in Wien veröffentlichten 15. Globalen Produktivitätsstudie der Unternehmensberatung Proudfoot Consulting. Die im Verhältnis zu den USA um 17 % geringere Arbeitszeit, um 2 % niedrigere Produktivität und um 3 % niedrigere Erwerbsquote kostet gemessen am BIP/Kopf 22 % an Wertschöpfung.

Grundlage der 15. Globalen Produktivitätsstudie sind rund 2.600 Einzelstudien aus 100 Projekten im Zeitraum September 2004 bis August 2005 von Proudfoot Consulting bei mittleren und großen Unternehmen sowie eine Umfrage des Forschungsinstituts EMS bei 816 Führungskräften in 11 Ländern.

Gewaltige Potenziale verschwendet
Der Studie zufolge ist die Unternehmensproduktivität in diesem Jahr weltweit nur geringfügig um ein 1 % auf 63 % gestiegen. Damit werden rund 37 % der Arbeitszeit mir unproduktiven Tätigkeiten verbracht. Klaus D. Harrer, Geschäftsführer von Proudfoot Consulting in Österreich und CEE, kommentiert den geringen Anstieg der Produktivität im Vergleich zum Vorjahr: "Bei einem Unternehmen mit 500 Mitarbeitern beträgt der direkte Verlust an Arbeitszeit mehrere 100.000 Euro, ohne aber zusätzliche Kosten oder entgangene Verbesserungen beim Kundenservice zu berücksichtigen. Leider sind noch immer zu viele Unternehmen davon überzeugt, dass maßgebliche Produktivitätszuwächse nur durch hohe Investitionen in Sachanlagen oder IT zu realisieren sind."

Führungskräfte: Wenig Übersicht, falsche Prioritäten
Die Ursachen für Produktivitätsverluste sind wie in den Vorjahren vor allem beim Management zu suchen. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Defizite in den Führungsebenen sogar noch zugenommen. 46 % aller Produktivitätsverluste sind auf Mangelnde Planung und Steuerung zurückzuführen (Vorjahr 40 %), 31 % auf Mangelnde Führung und Aufsicht (Vorjahr 32 %). Damit sind 77 % (Vorjahr 72 %) der Produktivitätsverluste in Unternehmen durch Schwächen im Management verursacht. Die weiteren Ursachen: Mangelnde Kommunikation 4 % (Vorjahr 9 %), Mangelnde Arbeitsmoral 9 % (Vorjahr 8 %), Mangelnde Qualifikation 8 % (Vorjahr 8 %), IT-Probleme 1 % (Vorjahr 4 %).

Vertrauen in Systeme
Führungskräfte vertrauen bei der Beurteilung ihrer Unternehmen sehr stark auf die installierten Planungs- und Kontrollsysteme. Lediglich 10 % der befragten österreichischen Unternehmen sind mit Ihren Systemen nicht zufrieden. Wirtschaftliche Ergebnisse sagen aber nicht unmittelbar etwas über das Produktivitätsniveau im Unternehmen aus. Wenn wir Produktivität beurteilen, beobachten wir einen repräsentativen Schnitt von Mitarbeitern im Unternehmen und begleiten sie während eines Arbeitstages, um die Produktivitätshemmnisse zu sehen, die ansonsten untergehen oder letztlich als vollkommen normal angesehen werden.

Outsourcing löst keine Produktivitätsprobleme:
Durch Outsourcing oder Verlagerung erwarten 82 % der Unternehmungen Kosteneinsparungen von bis zu 25 %. In der Realität können die Unternehmen dabei jedoch nur rund 40 % der erwarteten Ergebnisse realisieren. In der Praxis bedeutet dies, dass durch eine bessere Nutzung der vorhandenen Ressourcen ohne wesentliche Umorganisation eine vergleichbarer Produktivitäts-zuwachs im Unternehmen realisiert werden könnte.

Verkauf:
Die größte Herausforderung vieler Unternehmen stellt die Verbesserung der Umsatzleistung und die Sicherstellung eines nachhaltigen Wachstums dar. Gerade in den letzten Jahren haben sich viele Projekte unserer Gesellschaft um den Bereich Effizienzsteigerung im Vertrieb gruppiert. Während die Unternehmen rund 1/3 der Arbeitszeit im Verkauf als kunden- bzw. absatzorientiert einschätzen, ergeben die Erhebungen von Proudfoot in den Unternehmen dafür nur rund 20 % oder 1/5 der Arbeitszeit. Das ist fast genausoviel wie die offen verlorene oder unproduktive Zeit im Verkauf, die sich immerhin auf 17 % der Arbeitszeit der Mitarbeiter im Verkauf beläuft.

Die komplette Studie mit der einleitenden wissenschaftlichen Analyse von Prof. Nicholas Crafts, London School of Economics, ist auf Anfrage kostenlos erhältlich bei Frau Sabine Hoppe, email:
shoppe@proudfootconsulting.com.

Weitere Informationen sowie vollständige Studie als pdf:

Rückfragen & Kontakt:

wbpr Public Relations
Stefan Kinner
Tel.: 0049/89/99 59 06-39
Fax: 0049/89/99 59 06-99
E-Mail: stefan.kinner@wbpr.de

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EUN0003