Ärztekammer: "Kommunikation im WGKK-Turm gestört"

Angebot für neuen Vertrag mit WGKK bereits am 16. September 2005 übergeben - Steinhart: "Verschleppungstaktik der Kasse schon vor Beginn der Verhandlungen erkennbar"

Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer zeigt sich sehr verwundert über die Aussagen des Sprechers der Wiener Gebietskrankenkasse, der in der Tageszeitung "Die Presse" von heute, Freitag, behauptet, man warte stündlich auf den Forderungskatalog der Ärzte. Vizepräsident und Verhandlungsführer Johannes Steinhart: "Scheinbar gehen wichtige Informationen im WGKK-Turm von Etage zu Etage verloren. Wir haben unser Offert für einen neuen Gesamtvertrag ab 1. Jänner 2006 bereits am 16. September 2005 persönlich im Büro von WGKK-Obmann Franz Bittner abgegeben."

Steinhart überrascht es wenig, dass die Gebietskrankenkasse den ersten von der Ärztekammer vorgeschlagenen Verhandlungstermin am 8. Oktober 2005 weder bestätigt noch abgesagt hat, wenn der eigene Pressesprecher nicht einmal über die Existenz des Vorschlags für einen neuen Gesamtvertrag weiß. Steinhart: "Wenn sich die Kasse fragt, wann die Ärztestrategie offen gelegt wird, fragen wir uns, ob die eigene Strategie diesmal auf eine Verschleppung der Gespräche abzielt." Steinhart kann sich das nur so erklären: "Zuerst will man sich scheinbar über die Gemeinderatswahlen in Wien retten und dann wird man erklären, dass man kein Geld habe und so wieder einen weiteren Schritt in Richtung Zwei-Klassen-Medizin gehen, indem wichtige medizinische Leistungen nicht von der Kasse übernommen werden können beziehungsweise ein Vertrag nicht mehr abgeschlossen werden kann."

Geld für Therapie statt Bürokratie

Die Ärztekammer-Strategie ist eindeutig: mehr Zuwendung und mehr Zeit für das Gespräch mit den Patienten sowie ein modernisierter Leistungskatalog, der die gestiegenen Möglichkeiten der Medizin in den letzten Jahren widerspiegelt. Steinhart: "Am Mangel an Geld kann es diesmal nicht liegen. Immerhin hat die Sozialversicherung gerade 128 Millionen Euro für das E-Card-Desaster verschleudert. Nachzulesen ist dies im Rechnungshofbericht. Wir wollen, dass zum ersten Mal im 21. Jahrhundert Geld in die Therapie und nicht für Bürokratie investiert wird."

Die Ärzteschaft hat in den letzten Jahren ihren Beitrag zum Sozialversicherungssystem geleistet: vermehrter Einsatz von Generika, Verzicht auf volle Inflationsabgeltung und Kostenübernahme der gesetzlich aufgebürdeten Bürokratieschienen wie Dokumentation, E-Card und Chefarztpflicht. Steinhart: "Hinhaltetaktik und Verschleppung der Gespräche werden wir im Hinblick auf unseren Versorgungsauftrag nicht mehr akzeptieren"

Die Ärztekammer wird im Sinne der Patienten jedenfalls bis zur letzten Möglichkeit, am 31. Dezember 2005, 24.00 Uhr, für Verhandlungen zur Verfügung stehen. (bb/cf)

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