Häupl: "Die Umsetzung von Wissen in der Wirtschaft ist die größte Chance Wiens im europäischen Wettbewerb zu bestehen."

Der Wiener Bürgermeister bei der Diskussion "Innovationsstandort Wien" der Gesellschaft zur Förderungen der Forschung.

Wien (SPW) - "Wien ist als Wissenschafts- und Technologiestandort ein Platz mit sehr hohem Potenzial", hielt Wiens Bürgermeister Michael Häupl gestern, Donnerstagabend, bei der Diskussion "Innovationsstandort Wien" der Gesellschaft zur Förderungen der Forschung im Haus der Industrie nachdrücklich fest. Die Stadt sei durch die Entwicklungen der letzten zehn Jahre als Wissenschafts- und Technologierstandort durch Initiativen von Stadt, Bund, Stiftungen und Privatunternehmen auf einem guten Weg, so Häupl, man müsse der Forschung nur die notwendigen infrastrukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen, damit sie gut funktionieren könne. Er, Häupl, habe den Ehrgeiz, Wien wieder zu einer Wissenshauptstadt der Welt zu machen. Wien sei eine Welthauptstadt der Musik, der Kunst und Kultur, das müsse zukünftig auch für die Wissenschaft gelten, so Häupl, der an die hohe Nobelpreisrate Wiens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnerte. "Ich bin überzeugt, dass das Potenzial eines kleinen Landes wie Österreich im geistigen Kapital liegt. Das schafft auch langfristig Arbeitsplätze", so der Wiener Bürgermeister. ****

"In Österreich gibt es nicht zu viele Studenten, es gibt zu wenige Studienplätze", stellte Häupl fest und erinnerte an die im internationalen Vergleich geringe österreichische Akademikerquote. Er sei überzeugt, so Häupl, dass nicht die Schulbudgets erhöht werden müssten, sondern eine grundlegende Reform der schulischen Organisationsstrukturen notwendig sei. Eine Erkenntnis aus der letzten Pisa-Studie sei, dass ganztätige Schulformen erfolgreicher seien, so Häupl. Es dürfe nicht um Ideologien gehen, sondern um die besten Organisationsformen zum Wohle unserer Kinder, so Häupl, der forderte, dass sich Österreich von den veralteten Organisationsformen des vergangenen Jahrhunderts verabschiede. Das österreichische Bildungssystem müsse grundlegend von unten her reformiert werden, dies gelte umso mehr für die Universitäten. Häupl bekräftige ebenso sein Bekenntnis zu einem "Institute of advanced studies"; Grundvoraussetzung seien finanzielle Mittel in dem Ausmaß, dass die Universitäten funktionieren lässt.

Häupl betonte die Notwendigkeit so genannter "Spin Offs" als "Lockvögel" für Unternehmen, sich am Wissenschaftsstandort Wien anzusiedeln. Er hob hervor, dass Wien eine Stadt mit Lebensqualität sei, die alle Vorzüge einer modernen Metropole, angefangen vom kulturellen Angebot bis hin zum öffentlichen Verkehr, biete. Gerade für sehr gut Ausgebildete sei dies neben der wissenschaftlichen Herausforderung ein entscheidendes Kriterium. Bei Unternehmensgründungen durch Wissenschafter sei nicht die finanzielle Förderung maßgeblich, sondern er, Häupl, trete für eine Beratungshilfe ein. Österreich könne ebenso wenig wie andere europäische Länder im Vergleich mit den Forschungsausgaben in Fernost oder Nordamerika standhalten, so Häupl. Dass Universitäten und andere Forschungseinrichtungen in Übersee immer wieder Wissenschafter aus Europa holen würden, sie ein Indiz dafür, dass es "bei uns ein Know-How gebe, dass sich nicht in Geld abbildet".

In der Wissenschaft habe Dogmatik keinen Platz, so Häupl, die Politik entscheide zu oft über die Bereitstellung der begrenzten Fördermittel für wissenschaftliche Forschung nach der Notwendigkeit der öffentlichen Diskussion, stellte Häupl fest, der die staatliche Forschungsförderung als politische Handelsware kritisierte. Das von Prof. Josef Penninger initiierte Projekt eines "Open Laboratories", das Interessierten offen steht, lobte Häupt, weil es Forschung transparent mache. Deswegen sei es umso wichtiger Wissenschaft und Forschung öffentlich zu diskutieren und populär zu machen, so Häupl, der in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einer Wissenschaftssendung im Vorabendprogramm nach deutschem Vorbild im österreichischen Fernsehen bekräftigte. (Schluss) ck

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