Volksbank Investmentbank: Konsumenten in den USA nach "Katrina" stark verunsichert

Patt nach Deutschland-Wahlen belastet Aktienmärkte

Wien (OTS) - Benzinpreise auf Rekordniveau und die dramatischen Folgen des Hurrikans Katrina - diese beiden Faktoren haben das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes deutlich vermindert, schreibt die Volksbank Investmentbank in ihrem aktuellen wöchentlichen Finanzmarktkommentar. Der entsprechende Index sank im September nach vorläufigen Berechnungen der Universität Michigan auf 76,9 Punkte (August: 89,1) und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 1992.

Ein höher als erwartetes Defizit in der US-Leistungsbilanz untermauert die derzeit eingetrübte Stimmung: Es betrug im zweiten Quartal USD 195,7 Mrd. Der Fehlbetrag für das erste Quartal wurde von zuvor USD 195,1 Mrd auf USD 198,7 Mrd nach oben revidiert. Hinweise über die wirtschaftliche Entwicklung in nächster Zukunft liefert der Index der US-Frühindikatoren: Dieser ist im August um 0,2 Prozent (Juli: -0,1 Prozent) gefallen.

In der Eurozone verzeichnete die Industrieproduktion im Juli einen Anstieg um 0,2 Prozent (Juni: 0,4 Prozent). Die Auftragseingänge der Industrie fielen im Juli um 1,6 Prozent (Juni: +3,1 Prozent). Der Geschäftsklimaindex des ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) für Deutschland, der die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen von Analysten und institutionellen Anlegern auf Sicht von sechs Monaten widerspiegelt, ist im August auf 38,6 Punkte (Juli: 50,0) gefallen. Grund dafür liegt in den Unsicherheiten über den zukünftigen wirtschaftspolitischen Kurs Deutschlands. Sie werden als Gefahr für das Investitionsklima und damit für den wirtschaftlichen Aufschwung beurteilt.

Höhere Ölpreise, Signale zur Fortsetzung des Zinsanhebungszyklus durch die US-Notenbank und die Unsicherheiten nach den Wahlen in Deutschland haben in den letzten Tagen weiter die Aktienmärkte belastet. Lediglich die Ölwerte profitierten vom neuerlichen Ölpreisanstieg. Auf Wochensicht erwartet die Volksbank Investmentbank eine leichte Entspannung bei den Ölpreisen und leicht steigende Aktienmärkte. Einen Unsicherheitsfaktor stellt kurzfristig vor allem der aktuelle Hurrikan Rita dar, der im Wochenverlauf die Preise weiter in die Höhe getrieben hatte. Die Opec hat zwar auf die Rekordölpreise mit einer Freigabe weiterer freier Kapazitäten von rund 2 Mio Fass pro Tag ab 1. Oktober für drei Monate reagiert. Die aktuelle Förderquote blieb aber unverändert bei 28 Mio Fass pro Tag, mit der jüngsten Entscheidung wurde die Quote jedoch faktisch ausgesetzt.

Der US-Dollar konnte in der vergangenen Woche gegenüber dem Euro zulegen. Die Währung hat vor allem von den jüngsten politischen Unsicherheiten in Deutschland profitiert sowie der Aussicht auf weiter steigende Leitzinsen in den USA. Auf Wochensicht rechen die VBIB Analysten mit wenig Veränderung des Währungspaars. Die Anleiherenditen sind in den letzten Tagen sowohl in den USA als auch in der Eurozone aufgrund der höheren Ölpreise gefallen. Die VBIB erwartet auf Wochensicht etwas höhere Renditen - mit der Begründung, dass Hurrikan "Rita" schwächer ausfallen sollte als befürchtet.

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