Beginn der Sanierung des "Kauerhofs" am 23. September 2005

Wien (OTS) - "Wohnungsspekulation hat in Wien keinen Platz. Wo
immer uns Fälle bekannt werden, bei denen Hausbesitzer auf dem Rücken von Mieterinnen und Mietern illegale Geschäfte machen oder Hausbewohner terrorisieren, erhalten die Betroffenen umfassenden Rechtsbeistand durch die Stadt. Der Kauerhof ist ein typisches Beispiel dafür. Nach jahrelangen Konflikten mit dem Hausbesitzer konnte im Jahr 2003 mit der GPA-Wohnbauvereinigung ein seriöser Eigentümer gefunden werden. Nach den notwendigen rechtlichen und fachlichen Vorarbeiten startet jetzt die Sanierung des Gebäudekomplexes und der Wohnungen.

Die Stadt trägt dazu 9,2 Millionen Euro an Förderung bei. Wie bei der "sanften Sanierung" in Wien üblich, bleiben die Bewohner während und nach der Sanierung weiter in ihren Wohnungen und werden nicht - wie in den meisten anderen Städten üblich - abgesiedelt. In zwei Jahren soll der Kauerhof wieder in neuem Glanz erstrahlen", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann.****

Geschichte

Der "Kauerhof" wurde vor 85 Jahren errichtet. Er ist nach Ferdinand Kauer (1751 - 1931) benannt, der Singspiele und volkstümliche Opern komponierte. Der Kauerhof besteht aus zwei Wohnblöcken, getrennt durch eine Gasse, die die Ullmannstraße mit der Diefenbachgasse verbindet. Das Ensemble zeigt sich seit Jahren in einem äußerst sanierungsbedürftigem Zustand.

Der bisherige Hauseigentümer hat seine Verpflichtungen gegenüber den Bewohnern des Hauses stark vernachlässigt. Notwendige Sanierungsarbeiten wurden immer wieder begonnen, aber niemals vorangetrieben. Auch dringende Reparaturarbeiten am Haus wurden oft nicht erbracht. Die Mieter bzw. Wohnungs-Eigentümer werden seit Jahren von der Gebietsbetreuung bzw. vom Rechtshilfefonds unterstützt.

Hoffnung durch neuen Eigentümer

Mit der GPA - Wohnbauvereinigung als neuer Eigentümerin im Kauerhof hat sich diese Situation geändert. Sie hat umgehend begonnen die umfassende Sanierung des Ensembles in die Wege zu leiten, die nun mit September 2005 startet. Der Weg der sanften Stadterneuerung, die Förderungen durch die Stadt und die konstruktive Kooperation zwischen Stadt und den engagierten Eigentümern bewirken, dass die Bewohner des Sanierungshauses sicher sein können, weiterhin in ihren Wohnungen bleiben zu können.

Die 134 Wohnungen (darunter 118 Kategorie D) mit einer Durchschnittsgröße von 40 m2 werden saniert. Die Gesamtnutzfläche wird durch den Ausbau des Dachgeschosses von 7.106 m2 auf 8.925 m2 vergrößert. 92 Wohnungen sind derzeit bewohnt, 42 stehen leer.

Vorgesehene Sanierungsmaßnahmen:

1) Komplette Instandsetzung und Sanierung aller allgemeinen Teile des Hauses wie Eingänge, Stiegenhäuser, etc. sowie Durchführung von diversen Verbesserungsarbeiten. Nachträgliche Feuchtigkeitsabdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit des EG -Mauerwerkes samt Folgearbeiten. 2) Instandsetzung mit Erneuerung aller Ver- und Entsorgungsleitungen, Einziehen von neuen Leitungen für die Standardanhebung aller Wohnungen entsprechend Sanierungskonzept sowie alle Folgearbeiten. 3) Abbruch, Instandsetzung und Neuherstellung der Kellerabteile, Herstellung von neuen Parteienkellern, Einbringen einer U -Betonplatte im Keller als Auflast gegen Grundbruch aufgrund des Dachgeschoßausbaues. 4) Erneuerung der gesamten Kanalanlage in den Höfen und in der Straße. 5) Errichtung von insgesamt 10 Aufzugsanlagen im Bereich der Stiegenhäuser. 6) Errichtung einer Zentralheizungsanlage samt Warmwasseraufbereitung mittels Fernwärmeversorgung durch die Fernwärme Wien. 7) Wohnungsumbauten und -verbesserungen von leeren und bestehenden, bewohnten Wohnungen teilweise durch Zusammenlegung bzw. Teilung von Wohnungen. Alle Wohnungen werden auf die Kategorie A angehoben, durch Einbau von Bad und WC, Heizung und neue Raumaufteilungen - in der 1. Ausbauphase ca. 45 Wohnungen, inklusive Huckepackwohnungsumbauten. 8) Einbau und Herstellung von zentralen Müll-, Kinderwagen- und Fahrradräumen im Erdgeschoß. 9) Instandsetzung aller Straßen- und Hoffassaden samt Erneuerung aller Fenster sowie teilweise aller Wohnungs- und Eingangstüren. 10) Dachgeschoßausbau mit Neuherstellung von 21 neuen Wohnungen, großteils mit Terrassen. Die Dächer werden abgebrochen und als neue Dachkonstruktion hergestellt, inklusive neuer Stahlbeton- Verstärkungsdecke über der bestehenden Abschlussdecke. 11) Neugestaltung der Straßenräume, Straßenhof und Hofbereiche im Zuge einer Blocksanierung. Bei der Neugestaltung des Straßenhofes sind eine Begrünung, ein durchgehender barriererfreier Oberflächenbelag und Sitzbereiche vorgesehen.

o Fertigstellung Fassade: Herbst 2006
o Fertigstellung Dachgeschoss: Frühjahr 2007
o Fertigstellung Leerwohnungen + Huckepacksanierungen: laufend
o Fertigstellung Straßengestaltung: September 2007

(Schluss) gmp

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