Grünewald: Pädagogische Hochschulen bizarrer Etikettenschwindel

Riesenchance für Aufwertung der LehrerInnenausbildung wird vertan

Wien (OTS) - "Der am Tag der Sondersitzung veröffentliche Entwurf zur Organisation der Pädagogischen Hochschulen liest sich wie eine Mixtur zwischen Hochstapelei und politischer Arroganz" kritisiert Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen, BM Gehrer auf das Heftigste. Ohne grundlegende Korrekturen dieses Entwurfes, die bis zu einer Zurücknahme gehen müssten, kann es zu diesem Gesetz keine Zustimmung geben.

Entsetzt ist Grünewald über die politischen Durchgriffsrechte im mächtigen Universitätsrat, dem kein Senat gegenüber steht. "Wenn in einem fünfköpfigen Rat drei Personen direkt von der Frau Bundesministerin und einer vom zuständigen Landeshauptmann(frau) bestellt werden und eine Person der amtsführende Landesschulratspräsident ist, so werden die politische Abhängigkeit und der politische Einfluss auf Forschung und Lehre geradezu zementiert. Wenn nun zusätzlich dieser politisch besetzte Rat noch einen Dreiervorschlag für den Rektor/die Rektorin erstellt und die Ministerin sich daraus den ihr genehmen wählen kann, stellt dies die Unabhängigkeit dieser Hochschulen in Frage" kritisiert Grünewald das vorliegende Organisationskonzept.

"Wie kann man 'LehrerInnenausbildung auf höchstem Niveau' anstreben, wenn Qualifikationen in Wissenschaft und Forschung weder bei den zukünftigen RektorInnen, noch bei den zukünftigen HochschullehrerInnen auch nur irgendwo festgeschrieben sind? Habilitation und universitätsanaloge Berufungsverfahren bei ProfessorInnen existieren nicht, es gibt kein adäquates HochschullehrerInnendienstrecht, der Ist-Zustand des Lehrkörpers wird einfach per Gesetz auf eine 'höhere' Ebene verschoben. Das ist Etikettenschwindel und Vortäuschung falscher Tatsachen" so Grünewald.

"Eine Riesenchance der Aufwertung der LehrerInnenausbildung wurde leichtfertig vertan ohne auch nur irgendwie aus der PISA Studie die nötigen Lehren zu ziehen. Mit dem Baccalaureat an diesen Hochschulen wird die Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen GrundschullehrerInnen und jenen der AHS und BHS festgeschrieben. Das zeigt, wie sträflich die Entwicklungsmöglichkeiten der Jugendlichen bis zu vierzehn Jahren vernachlässigt werden. Auch die Möglichkeit, die Kindergartenpädagogik aufzuwerten, wurde nicht genutzt, obwohl hier entscheidende Weichenstellungen über die weitere Entwicklung von Kindern evident sind. "All das ist feige, phantasielos und zeigt von wenig Weitblick und Verantwortung" kritisiert Grünewald.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0004