Morak: Simon Wiesenthal ein unbestechlicher Sucher der Wahrheit und großer Humanist

Wien (OTS) - "Simon Wiesenthal wurde zu einem unbestechlichen
Sucher der Wahrheit. Er wurde in Österreich zu einem unermüdlichen Einzelkämpfer, getrieben nicht vom Gefühl der Rache, sondern von der Gewissheit, dass nur die Wahrheit die Grundlage für eine dauerhafte Aussöhnung schaffen kann", so Staatssekretär Franz Morak, heute, Freitag, anlässlich des Begräbnisses von Simon Wiesenthal in Herzliya-Pituah in Israel.

Lange Zeit, so Morak weiter, sei Wiesenthal in seinem eigenen Land auf Unverständnis gestoßen und auch zum Gegenstand innenpolitischer Anfeindungen und Verleumdungen geworden. "Es dauerte lange, bis in Österreich seine Verdienste ihre gerechte Würdigung erfuhren".

"Wiesenthals Wirken hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Österreich heute ein geschärftes Bild im Hinblick auf seine jüngere Vergangenheit hat. Simon Wiesenthal hat maßgeblich dazu beigetragen, dass uns heute klar ist, dass viele Österreicher zu den Tätern der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft gehört haben", betonte Morak in seiner Rede. "Seine Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit hat uns vor Augen geführt, dass das offizielle Österreich nach 1945 vielfach nicht mit dem erforderlichen Nachdruck die Verfolgung jener betrieben hat, die an den nationalsozialistischen Verbrechen schuldhaft Anteil getragen haben. Durch sein Wirken hat Wiesenthal eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, dass Österreich seit Mitte der 90iger Jahre - spät aber doch- begonnen hat, aktiv seine nationalsozialistische Vergangenheit aufzuarbeiten", unterstrich der Staatssekretär.

"Österreich hat mit Simon Wiesenthal einen seiner großen Söhne verloren. Simon Wiesenthal wird als großer Humanist, als Friedensstifter, als ein Weiser, dessen Ziel eine permanente Versöhnungsarbeit war, in die Geschichte eingehen. Er wird für uns Österreicher ein Vorbild bleiben, gerade in schwierigen Zeiten wachsam zu sein", würdigte der Staatssekretär Simon Wiesenthals Wirken.

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