ARBÖ: Gute Sicht nur mit dem richtigem Licht

Licht am Tag verunsichert Autofahrer - Überblick übers richtige Licht

Wien (OTS) - Reicht das Begrenzungslicht für Licht am Tag? Darf
man in Zukunft immer die Nebelscheinwerfer einschalten? Zahlreiche Anrufer beim ARBÖ zeigen, dass die gestern im Verkehrsausschuss des Parlaments beschlossene Einführung von Licht am Tag die Autofahrer verunsichert. "Es besteht die Gefahr, dass Autofahrer in bester Absicht nun die falschen Lichter verwenden", warnt ARBÖ-Verkehrsjuristin Dr. Barbara Auracher-Jäger. Gefragt ist der richtige und vernünftige Einsatz von Licht.

Begrenzungslicht darf für Licht am Tag nicht verwendet werden. Dafür müssen schon die Abblendlichter oder das Tagfahrlicht eingeschaltet werden. Allerdings tritt die Pflicht zu Licht am Tag erst am 15. November in Kraft. "Aufgepasst: Anders als ursprünglich vorgesehen, dürfen Nebelscheinwerfer keinesfalls für Licht am Tag verwendet werden", stellt die ARBÖ-Verkehrjuristin klar.

Für den ARBÖ ist die beschlossene Form von Licht am Tag nur eine halbherzige Lösung. Der ARBÖ tritt nach wie vor für die Verwendung des sanften Tagfahrlichtes ("Daytime Running Lights") auf europäischer Ebene ein.

Um die gegebene Verunsicherung bei den Autofahrern zu mindern, ruft die ARBÖ-Verkehrsjuristin jene Licht-Regeln in Erinnerung, die derzeit auf Österreichs Straßen gelten. Besonders wichtig ist -angesichts des nebeligen Herbstwetters - die richtige Verwendung der Nebelscheinwerfer und der Nebelschlussleuchten.:

Für die einzelnen Lichter gibt es derzeit folgende Regelungen:

ABBLENDLICHT
inner- und außerhalb des Ortsgebietes verpflichtend bei:
- Dämmerung, Dunkelheit
- Nebel oder wenn es die Witterung sonst erfordert
Erst In Zukunft, ab 15. November 2005, muss das Abblendlicht Tag und Nach eingeschaltet werden, völlig unabhängig vom Wetter und von der Jahreszeit. Nur jene Fahrzeuge - das ist noch die verschwindende Minderheit -, die ein eigenes Tagfahrlicht ("Daytime Running Lights") eingebaut haben, könnten untertags auf das Abblendlicht verzichten. Eine Nachrüstverpflichtung für Tagfahrlicht gibt es nicht!

FERNLICHT
* im Ortsgebiet:
grundsätzlich verboten, jedoch in folgenden Fällen erlaubt
- bei Sichtbehinderung durch Regen und Schneefall
- zur Abgabe optischer Warnzeichen ("Lichthupe")
- wenn 50 km/h überschritten werden dürfen und Fahrbahn zu wenig beleuchtet ist

  • außerhalb des Ortsgebietes: > immer erlaubt, wenn:
  • Geschwindigkeit von 50 km/h überschritten und Fahrbahn zuwenig beleuchtet ist
  • optische Warnzeichen gegeben werden ("Lichthupe")

> verboten:
- bei Dämmerung, Dunkelheit, Nebel
- bei ausreichender Straßenbeleuchtung
- bei stillstehendem Fahrzeug
- wenn Lenker von entgegenkommenden Fahrzeugen geblendet werden würde - beim Hintereinanderfahren in geringem Abstand, ohne zu überholen -vor Fußgängergruppen
- wenn Schienenfahrzeuge oder Schiffe unmittelbar neben der Fahrbahn fahren

BEGRENZUNGSLICHT (STANDLICHT)
inner- und außerhalb des Ortsgebietes erlaubt:
- nur bei Tag und guter Sicht alleine
- Mit Licht am Tag ändert sich dies allerdings. Ab 15. November genügt tagsüber nicht mehr das Begrenzungslicht allein, sondern es muss entweder Abblendlicht oder Tagfahrlicht eingeschaltet werden. Begrenzungslicht alleine darf ausschließlich nur mehr zur Beleuchtung abgestellter Fahrzeuge verwendet werden .

PARKLEUCHTEN
ausschließlich im Ortsgebiet erlaubt:
- zur Sichtbarmachung bei Halten und Parken
- nur für Kfz ohne Anhänger (verboten für Kfz mit Anhänger)

außerhalb des Ortsgebietes verboten

NEBELSCHEINWERFER (umgangssprachlich auch BREITSTRAHLER)
* alleine oder gemeinsam mit Abblendlicht erlaubt:
- bei Sichtbehinderung durch Regen, Schneefall, Nebel und dergleichen (z.B. Aschenregen)
- auf engen und kurvenreichen Straßen

* gemeinsam mit Fernlicht erlaubt nur auf engen oder kurvenreichen Straßen

NEBELSCHLULSSLEUCHTEN
ausschließlich erlaubt bei Sichtbehinderung durch Regen, Schneefall, Nebel und dergleichen

Denken müssen die Lenker

Dr. Auracher-Jäger:" An die richtige Beleuchtung denken müssen die Lenker! Vor Beginn einer Fahrt müssen sich die Lenker (nicht: die Fahrzeughalter) gemäß § 102 Kraftfahrgesetz (KFG) davon überzeugen, dass die Beleuchtungseinrichtungen funktionieren. Wer sich nicht dran hält, wird bestraft."

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