Rieder/Wehsely: Frau hat rund jeden zweiten Job in Wien

waff-Frauen-Programme wie FRECH und NOVA steigern Jobchancen und Einkommen - 85.000 Frauen haben in den letzten 10 Jahren davon profitiert

Wien (OTS) - "In den letzten acht Jahren ist die Zahl der berufstätigen Frauen in Wien kontinuierlich gestiegen. Das Zahlenverhältnis zwischen beschäftigten Männern und Frauen auf dem Wiener Arbeitsmarkt ist mittlerweile nahezu ausgeglichen. Bei rund 900.000 erwerbstätigen Personen in Wien liegt der Anteil der Frauen bereits bei 48 Prozent. Zum Vergleich: 1997 war der Frauenanteil noch um zwei Prozent geringer. Auch in der Gruppe der unselbstständig Beschäftigten in Wien sind bereits fast genauso viele Frauen wie Männer tätig: 380.000 Männern stehen 370.000 Frauen gegenüber. Das zeigt, dass - trotz der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt in Österreich - die Frauen auf dem Wiener Arbeitsmarkt wesentlich bessere Rahmenbedingungen und höhere Jobchancen vorfinden, als das im Österreich-Durchschnitt der Fall ist", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder bei einer Medienkonferenz gemeinsam mit Frauen-Stadträtin Maga Sonja Wehsely am Freitag.****

Rieder und Wehsely präsentierten bei der Medienkonferenz die erfolgreiche Bilanz der zwei wichtigsten Frauenprogramme "NOVA und FRECH" des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff). 5.000 Frauen haben allein an diesen beiden Programmen in den letzten drei Jahren teilgenommen. So hat vor kurzem die 1.500ste Wiedereinsteigerin bei NOVA begonnen und die 3.500ste FRECH - Frau ist im Job erfolgreich weitergekommen.

Beruf und Familie sind in Wien besser vereinbar

Wien weist im Jahresdurchschnitt 2004 mit 78,5 Prozent die höchste Frauenerwerbsquote aller Bundesländer auf, während der Österreich-Jahresschnitt 62,6 Prozent beträgt. Und auch bei der Frauenbeschäftigungsquote liegt Wien mit 72,1 Prozent an der Spitze (Österreichschnitt: 58,8 Prozent). Dass Frauen auf dem Wiener Arbeitsmarkt bessere Chancen als anderswo vorfinden, hat mehrere Gründe: "Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein flächendeckendes und leistbares System von guten ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtungen, wie das in Wien der Fall ist", betont Frauen-Stadträtin Maga Sonja Wehsely. "Insgesamt gibt es etwa 75.000 Betreuungsplätze in ganz Wien. Für jedes 2. Kind unter drei Jahren gibt es einen Krippenplatz. Drei Viertel aller österreichischen Krippenplätze befinden sich in Wien. Für drei- bis sechsjährige Kinder gibt es eine nahezu flächendeckende Ganztagsbetreuung", so Wehsely weiter. Ein weiterer Faktor ist auch das große Angebot an Arbeitsplätzen in Wien, die typischerweise von Frauen besetzt werden, zum Beispiel in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Gesundheits-, Sozial- und Unterrichtswesen, im Handel oder bei unternehmensnahen Dienstleistungen. Dass die Wege zwischen Haushalt, Kindergarten oder Schule und dem Arbeitsplatz möglichst kurz bleiben, dafür sorgt ein bestens ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln.

Vier Millionen Euro allein 2005 für spezielle Frauen-Programme 85.000 Frauen haben seit 1995 von waff-Programmen insgesamt profitiert

Um die Jobsituation der Frauen in Wien weiter zu verbessern, setzt die Stadt Wien zusätzlich auf eine offensive arbeitsmarktpolitische Strategie. Im Mittelpunkt stehen die Aus- und Weiterbildungsprogramme des waff, die mithelfen, eine Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt weiter zu verringern. Denn 60 Prozent aller TeilnehmerInnen an allen waff-Programmen sind Frauen -insgesamt 85.000 waren es in den letzten zehn Jahren. 20.000 davon haben an ausschließlich für Frauen konzipierten Maßnahmen teilgenommen. Allein im Jahr 2005 werden rund vier Millionen Euro in ganz spezifische Frauenprogramme investiert, wie zum Beispiel in das Programm "NOVA - für WiedereinsteigerInnen" und das Programm "FRECH -Frauen ergreifen Chancen".

NOVA verhilft Frauen zum erfolgreichen Wiedereinstieg in den Job

NOVA steht grundsätzlich zwei Personengruppen offen: Personen mit einem aufrechten Dienstverhältnis, die ihre Berufstätigkeit wegen einer Schwangerschaft unterbrechen oder nach der Geburt eines Kindes schon während der Karenz ihren Wiedereinstieg planen. Die zweite Zielgruppe sind Personen, die aktuell ohne Job sind (z.B. der Kinder wegen eine Zeit lang nicht gearbeitet haben) und jetzt wieder einsteigen wollen. Es können sich aber auch andere arbeitslose Frauen, die in den Beruf zurück wollen, an NOVA wenden. Mit 1. Juli 2004 wurde das Recht auf Teilzeit für Eltern neu geregelt und erweitert. NOVA steht deswegen auch Eltern offen, die mit einer Teilzeitbeschäftigung den Spagat zwischen Beruf und Familie bewältigen.

Bei NOVA wird mit Hilfe individueller Beratungsgespräche ein "Fahrplan" für den Aus- und Wiedereinstieg entwickelt. Nova unterstützt auch beim beruflichen Umstieg, wenn ‚frau’ zum Beispiel nicht mehr auf ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren kann bzw. will. Im Bedarfsfall hilft der waff bei der Finanzierung der berufsbezogenen Weiterbildung mit durchschnittlich rund 2.700,- Euro pro Teilnehmer. Am Programm NOVA, das seit 2004 angeboten wird, haben bis dato 1500 WiedereinsteigerInnen erfolgreich teilgenommen. 2005 waren ursprünglich 1250 TeilnehmerInnen geplant. Aufgrund der großen Nachfrage wurde vor kurzem eine Aufstockung für weitere 84 WiedereinsteigerInnen vom waff - Vorstand beschlossen, sodass heuer nun 1.334 Plätze zur Verfügung stehen. Übrigens: Von den Beschäftigten im Alter zwischen 20 und 39 Jahren sind in Wien 15,4 Prozent Frauen in Karenz, 0,4 Prozent sind Männer (Österreich gesamt:
16,7% Frauen, 0,2% Männer).

o Nähere Informationen zu NOVA :
Tel.: (01) 217 48 - 665
Internet: http://www.waff.at/

Erfolgreich FRECH - Frauen ergreifen Chancen

Frauen verfügen im Vergleich zu Männern vielfach immer noch über niedrigere Qualifikationslevels. 21,6 Prozent der beschäftigten Frauen haben lediglich einen Pflichtschulabschluss, während das bei nur 17,7 Prozent der Männer der Fall ist. Bei den arbeitslosen Frauen haben 56,5 Prozent maximal Pflichtschulabschluss, bei den Männern 50,8 Prozent. Seit dem Jahr 2002 bietet deshalb der waff das -österreichweit einzigartige - "Programm FRECH - Frauen ergreifen Chancen" an. FRECH richtet sich an berufstätige Frauen, die im Beruf weiterkommen wollen bzw. sich beruflich verändern wollen. FRECH bietet professionelle Beratung und Begleitung bei diesem oft schwierigen Veränderungsprozess.

Seit Beginn der Maßnahme haben bis dato rund 3.500 Frauen von FRECH profitiert. Aktuell werden 1.177 Frauen aktiv auf ihrem Veränderungsweg begleitet und gefördert. 2005 können rund 1.100 Frauen im Rahmen des Beratungsangebotes unterstützt werden, mindestens 350 Frauen können gefördert werden. Sofern ‚frau’ maximal eine berufsbildende mittlere Schule besucht hat oder maximal über eine abgeschlossene Lehre verfügt, kann die Weiterbildung bis zu einem Maximalbetrag von 3.700,- Euro bzw. 90 Prozent der Kurskosten vom waff gefördert werden.

Mit NOVA zur staatlich anerkannten Rettungssanitäterin Ein Beispiel aus der Praxis des waff

Mit NOVA den Wiedereinstieg in den Job schaffen will Manuela Tscherny, die 1.500ste Teilnehmerin. Sie ist Alleinerzieherin, hat ein Kind im Alter von 18 Monaten, ist ohne Job und bezieht noch bis Oktober 2006 Kinderbetreuungsgeld. Ihr Ursprungsberuf war Heilmasseurin und Radiologische Ordinationsassistentin. Zu NOVA ist sie über das AMS gekommen. Bei NOVA machte sie die neunwöchige Berufsorientierung und anschließend die Ausbildung zur staatlich anerkannten Rettungssanitäterin. Zur Zeit arbeitet sie ehrenamtlich beim Wiener Roten Kreuz, um Praxisstunden zu sammeln. "Die Ausbildung hat über 2000 Euro gekostet. Die hätten ich selbst nie aufbringen können. Für AlleinerzieherInnen ist das Kindergeld zu wenig. Der Wiedereinstieg wird einem außerdem sehr schwer gemacht, vor allem wenn man alleinerziehend und das Kind ziemlich klein ist. Und wer wieder in den Job einsteigen will, muss sich weiterbilden - mit dem Programm NOVA wird das für mich möglich", so Manuela Tscherny.

Mit FRECH zu einer neuen Jobperspektive als Pflegehelferin Ein Beispiel aus der Praxis des waff

Frau Yang Brantner ist die 3500ste FRECH - Teilnehmerin. Geboren 1961 in China, kam sie 1991 nach Österreich. Sie ist ausgebildete Pädagogin. Diese Ausbildung war in Österreich nicht verwertbar. Frau Yang brauchte aber dringend einen Job und hat als Kassiererin in einem Supermarkt begonnen. Anfang 2002 hat sie einen Job als Abteilungshelferin im Göttlichen Heiland in der dortigen Intensivstation bekommen. "Das ist zwar wesentlich besser als im Supermarkt, aber ich möchte jobmäßig einfach weiterkommen. Da ich weiß, dass Pflegeberufe auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind, habe ich mich entschlossen, durch die Ausbildung zur Pflegehelferin meine berufliche Situation zu verbessern und habe mich an FRECH gewandt. Wichtig für mich war, dass vom waff die Weiterbildung gefördert worden ist. Erst damit ist die Möglichkeit zur Weiterbildung für Frau Yang , die verheiratet ist und einen
7jährigen Sohn hat, in der Praxis realisierbar geworden.

o Nähere Infos zu FRECH:
Tel.: (01) 217 48 - 555
e-mail: frech@waff.at
http://www.waff.at/

Teilnehmerinnen an waff Frauenprogrammen verdienen mehr und sind weniger lang arbeitslos

Die waff Frauenmaßnahmen zeigen auch insofern Wirkung, als die Teilnehmerinnen mehr verdienen und im Falle von Arbeitslosigkeit auch schneller wieder einen neuen Job finden. Laut dem von Synthesis Forschung im Auftrag des waff durchgeführten Wirkungsmonitoring verdienen NOVA - AbsolventInnen im ersten Jahr nach der Teilnahme pro Jahr und pro Kopf um 924 Euro mehr. Sie sind um 14,7 Tage weniger arbeitslos bzw. um 20,05 Tage länger im Job. Bei FRECH - Frauen steigt im ersten Jahr nach der Teilnahme das Jahresbruttoeinkommen pro Kopf um rund 1.492 Euro. Frech Frauen sind 12,27 Tage weniger arbeitslos und 36,79 Tage mehr beschäftigt.

Übrigens: Laut Wiener Frauenbericht ist die Einkommenssituation von Frauen in Wien besser als anderswo in Österreich. Unselbständig erwerbstätige Frauen in Wien erzielen ein durchschnittlich knapp 20 Prozent höheres Nettojahreseinkommen als Frauen österreichweit. (Schluss) gaw/ml/gph

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