Zerschlagung des Mozarteums inakzeptabel

Burgstaller legt Landesregierung am Montag Resolution vor

Salzburg (OTS) - Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller wird der Landesregierung am kommenden Montag, 26. September, eine Resolution gegen die drohende Zerschlagung der Salzburger Musik- und Kunsthochschule Mozarteum vorlegen. "Salzburg wird die Zerschlagung einer seiner renommiertesten Bildungseinrichtungen nicht hinnehmen", so Burgstaller heute, Mittwoch, 21. September. Die Landeshauptfrau und Wissenschaftsreferentin verwies in diesem Zusammenhang auf ein offizielles Schreiben des Tiroler Landeshauptmannes DDr. Herwig van Staa vom 30. August, in dem van Staa gegenüber dem Rektor des Mozarteums Dr. Roland Haas die Absicht des Landes Tirol deponiert, sowohl die Mozarteums-Außenstelle in Innsbruck einzugliedern als auch die Kunsterziehungsausbildung nach Innsbruck zu verlegen. Burgstaller betonte aber erneut den Willen zu einer gemeinsamen Lösung: "Das Mozarteum bietet den Tirolern seit zwei Jahren eine Kooperation in diesem Bereich an und Salzburg ist für vernünftige Zusammenarbeit jederzeit gesprächsbereit - es ist aber nicht sinnvoll, bewährte Strukturen zu zerschlagen und in Zeiten, in denen den österreichischen Universitäten 170 Millionen Euro fehlen, neue Institute auf die grüne Wiese zu stellen."

Burgstaller verweist außerdem auf eine Aussage von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer, die am 4. April dieses Jahres in einer Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage versichert habe: "Es gibt seitens des Ressorts keine Pläne, die eine Absiedelung von Teilen der Kunstuniversität Mozarteum nach Innsbruck vorsehen."

Die Landeshauptfrau hat auch den Vorsitzenden des Universitätsrates Ing. Friedrich Urban in einem Schreiben über die Absicht des Landes Tirol informiert und angesichts dieser Situation die Mitglieder des Mozarteums eindringlich dazu aufgerufen, geschlossen und einheitlich aufzutreten. Die Position des Mozarteums und Salzburgs dürfe in dieser heiklen Phase keinesfalls durch Auseinandersetzungen innerhalb der Universität Mozarteum geschwächt werden, betonte Burgstaller.

Auszug aus dem Entwurf für die Resolution der Landesregierung am 26. September 2005

"Die Universität Mozarteum zählt zu den Kernbereichen der kulturellen Identität des Landes Salzburg. Vor 160 Jahren von Salzburger Bürgern als Musikschule begründet, später Akademie und Hochschule, zählt die junge Universität nicht nur zu den renommiertesten, sondern auch zu den fortschrittlichsten Kunstuniversitäten Europas. Sie hat sich im Lauf der Geschichte Kompetenz in der musikalischen Ausbildung, in den Darstellenden Künsten und der Bildenden Kunst erworben. Das Mozarteum verfügt heute über ein Ausbildungsangebot, das der Ent-wicklungsplan der Universität als Dreispartenmodell mit unterschiedlicher Gewichtung bestätigt. Diese Idee der Kunstuniversität zu entfalten und zu leben, stellt eine der großen Herausfor-derungen der jüngsten österreichischen Hochschulentwicklung dar. Zum Dreispartenmodell bekennt sich nicht nur die Universität insgesamt durch Senat und Universitätsrat, sondern es ist auch durch eine internationale Evaluierungskommission bestätigt worden.

Das Land Salzburg sieht mit Genugtuung auf die Geschichte seiner traditionsreichen künstlerischen Bildungseinrichtung und begrüßt deren moderne und international orientierte Ausbildung in der Kunst und Pädagogik. Die Landesregierung unterstützt den jungen Universitätsgedanken und warnt davor, dass diese Entwicklung, bevor sie überhaupt Kräfte entfalten kann, bereits im Keim geschwächt wird. Sie verwahrt sich deshalb gegen Pläne, Teile oder Mittel des Mozarteums nach Tirol abzuziehen, um damit dort eine Kunstfakultät zu gründen. Die Neueinrichtung eines parallelen Angebots ist weder bildungspolitisch noch ökonomisch sinnvoll. Salzburg ruft die Kreativität der Innsbrucker auf, im künstlerischen Bildungswettstreit Österreichs mit neuen Ideen zu überzeugen und mit eigenem Profil innovativ für Österreich zu arbeiten. Soweit die Universität Mozarteum sie hier unterstützen kann, wird sie dies sicher tun - vor allem, wenn damit unterschiedliche Ausbildungsprofile entstehen und der Bund die dafür in Aussicht gestellten Mittel sowohl Salzburg als auch Tirol zukommen lässt. Auch der Bund ist aufgerufen, zur Konsolidierung der Standorte beizutragen und die beschränkten Mittel für die universitäre Ausbildung und Forschung nicht durch Förderung neuer Doppelgleisigkeiten zu reduzieren."

Resolution des Senates der Stadt Salzburg

Bereits Montag, 19. September, verabschiedete der Stadtsenat eine entsprechende Resolution. Darin heißt es unter anderem:

"Der Salzburger Stadtsenat lehnt einstimmig den Plan, Teile der Musik- und Kunsthochschule Mozarteum nach Tirol abzusiedeln, entschieden ab. Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer hat in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage versichert, dass das Ministerium keine Absiedelung von Teilen der Kunstuniversität Mozarteum von Salzburg nach Innsbruck plant. Die gleiche Stellungnahme kommt vom Universitätsrat der Hochschule Mozarteum.

Es macht keinen Sinn, diese traditionsreiche und international renommierte Ausbildungsstätte zu zerschlagen und auf Kosten des Steuerzahlers in Innsbruck neue Institute aufzubauen. Und das in Zeiten, in denen das österreichische Hochschulwesen großen Finanzbedarf hat. Der Senat der Stadt Salzburg ruft die Verantwortlichen der Hochschule Mozarteum angesichts der neuen Debatte zur Einigkeit auf."

Rückfragen & Kontakt:

Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
landespressebuero@salzburg.gv.at
http://www.salzburg.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SBG0001