Eigene Erfahrungen oft Grundstein für Gewaltbereitschaft

Nach Schüler-Mord in Wien fordern Frauenhäuser mehr Ressourcen für die Unterstützung von gefährdeten Kindern

Wien (OTS) - Nach der Ermordung eines Jugendlichen durch einen Mitschüler, gestern in Wien, fordern die österreichischen Frauenhäuser mehr Unterstützung für Kinder und Jugendliche: "Kinder, die von einem oder beiden Elternteilen misshandelt werden, oder Gewalthandlungen des Vaters an der Mutter erleben, sind stark gefährdet, als Jugendliche oder Erwachsene selber gewalttätig zu sein", erklärt Rosa Logar, Obfrau des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser. Kinder, die in ihrer Familie Gewalt erleben, bräuchten deshalb von Anfang an intensive professionelle Unterstützung. Diesen Kindern müsse dabei geholfen werden, ihre Erfahrungen zu bewältigen, damit sie diese später nicht ausagieren müssten.

In den österreichischen Frauenhäusern würden die Kinder zwar von qualifizierten Mitarbeiterinnen umfassend betreut, die Ressourcen würden aber nicht reichen, um jedem Kind, das mit seiner Mutter in ein Frauenhaus flüchten muss, adäquate Unterstützung anzubieten. Dasselbe Problem sieht Logar auch bei den Interventionsstellen, die sich um Gewaltopfer nach polizeilichen Wegweisungen kümmern. "Hier wird an der falschen Stelle gespart," so die Frauenhäuser-Obfrau. Durch intensive Unterstützung der gefährdeten Kinder, könnten spätere Gewalttaten verhindert werden. Dazu gehöre auch die flächendeckende Präventionsarbeit, die nicht erst in den Schulen, sondern bereits im Kindergarten beginnen sollte.

In den österreichischen Frauenhäusern erhalten Kinder, die misshandelt wurden oder Gewalt an der Mutter erlebt haben, Unterstützung, die auf ihre besonderen Bedürfnisse abgestimmt ist. Die Mitarbeiterinnen der Kinderbereiche haben die Qualitätsstandards für ihre Arbeit in einer eigenen Broschüre zusammengefasst:
Kostenloser Internet-Download: http://www.aoef.at/material/index.htm

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