Wiedereinweihung der Synagoge Baden

Pröll: Signal der Toleranz und des Verstehens

Baden (OTS) - Im Rahmen eines Festakts wurde heute die Synagoge in Baden ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt. An diesem Festakt nahmen unter anderem auch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol teil.

"Diese Stunde ist ein bewegender Augenblick und gibt Anlass zu Optimismus. Die Eröffnung dieser Synagoge ist ein wichtiges Signal der Toleranz und des Verstehens", meinte Pröll. Mit dieser Revitalisierung sei es nicht nur gelungen ein Kulturjuwel zu erhalten, sondern auch eine Mahnung für die kommenden Generationen auszusprechen. Mit dieser Mahnung wolle man Toleranz und Offenheit einfordern. Diese Synagoge dürfe niemals aufhören, Auftrag und Verpflichtung zu sein; es dürfe nicht vergessen und verdrängt werden. Zudem solle die jüdische Kultur in Niederösterreich Zukunft haben; die Wiedereröffnung der Badener Synagoge sei ein "bewusst gesetztes Signal", so Pröll.

"Es ist eine Freude, gerade im heurigen Gedenkjahr ein jüdisches Bethaus eröffnen zu können", betonte Khol. Er unterstütze Dr. Ariel Muzicant, den Präsidenten der israelitischen Religionsgemeinschaft Österreichs, die jüdischen Gemeinden in Österreich am Leben zu erhalten. Lebende jüdische Gemeinden bräuchten auch Bethäuser, so Khol.

Muzicant hielt seinerseits fest, dass die österreichische jüdische Gemeinde nicht zu jenen zählen dürfe, die es in wenigen Jahrzehnten wohl nicht mehr geben werde. "Dieses Gebäude ist ein Kristallisationspunkt jüdischen Lebens, ein Platz des Gebets und des intellektuellen Zusammentreffens. Der Wiederaufbau dieser Synagoge führt zur Lebendigkeit der jüdischen Gemeinde", so Muzicant.

Die Badener Synagoge wurde im Jahre 1872/73 errichtet. Bis 1938 stand sie der damals rund 2400 Mitglieder zählenden Badener Kultusgemeinde als Sakralbau zur Verfügung. In der "Kristallnacht" wurde zwar nicht die Synagoge selbst, jedoch deren gesamte Einrichtung, vernichtet. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs fehlten den überlebenden beziehungsweise zurückgekehrten Badener Juden, die Mittel, das Gebäude wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zuzuführen. 1963 wurde nur ein Hofgebäude als Bethaus adaptiert.

Die Bauarbeiten zur Revitalisierung der Badener Synagoge nahmen etwa eineinhalb Jahre in Anspruch; die Kosten beliefen sich auf rund 3 Millionen Euro. Diese Summe wurde zur Hälfe vom Land Niederösterreich und je zu einen Viertel von der Stadt Baden beziehungsweise der Republik Österreich aufgebracht.

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