ÖGJ-Eder: Arbeitsmarktpaket darf kein Marketinggag bleiben

ÖGJ-Lindner: Auf Versprechungen müssen Taten folgen

Wien (ÖGJ/ÖGB) - Grundsätzlich positiv schätzt die Österreichische Gewerkschaftsjugend die geplanten Regierungsmaßnahmen zur Jugendarbeitslosigkeit ein. "Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Regierung ihre Versprechen diesmal auch wirklich umsetzt. Das Arbeitsmarktpaket darf kein Marketinggag bleiben", sagt ÖGJ-Vorsitzender Jürgen Eder.++++

ÖGJ-Sekretär Mario Lindner erinnert daran, dass sowohl Bundeskanzler Schüssel als auch Wirtschaftsminister Bartenstein bereits mehrmals vollmündig angekündigt hätten, dass künftig kein Jugendlicher mehr auf der Straße stehen werde. "Genau das gleiche Versprechen, dass jede(r) Jugendliche einen Schul-, Lehr- oder Ausbildungsplatz bekomme, haben Bartenstein und Schüssel schon vor drei Jahren gegeben. In der Zwischenzeit hat sich die Jugendarbeitslosigkeit beinahe verdoppelt, auf derzeit rund 55.000. Den Lippenbekenntnissen der Regierung sind bis jetzt nur Notmaßnahmen gefolgt - zu wenig und zu spät. Die Jugendlichen dürfen nicht länger mit Versprechen abgespeist werden - jetzt müssen Taten folgen", so Eder.

Kritisch sieht die ÖGJ auch das Kombilohnmodell der Regierung, als dessen Zielgruppe Jugendliche genannt wurden. "Das Kombilohnmodell bietet keine Zukunftssaussichten für junge Menschen. Hier werden unsichere Arbeitsplätze festgeschrieben, Qualifizierung und Perspektiven werden den Menschen keine geboten. Wir fordern Ausbildung für jungen Menschen, keine staatlich subventionierten Mcjobs", so Eder.

Bei den geplanten Qualifizierungsmaßnahmen greife die Regierung "spät, aber doch" langjährige Forderungen der ÖGJ auf, allerdings:
"Ob und wie diese auch umgesetzt werden, bleibt abzuwarten", ist Lindner skeptisch. "Wenn die Regierung das Nachholen des Hauptschulabschlusses nun endlich möglich machen will, dann gehen wir davon aus, dass das ohne finanziellen Aufwand für die Betroffenen stattfindet. Allen Jugendlichen muss - unabhängig von Alter und Herkunft - zumindest das kostenlose Nachholen des Pflichtschulabschluss ermöglicht werden und auch Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung müssten kostenlos angeboten werden", mahnt Lindner. (bm)

ÖGB, 15. September
2005
Nr. 541

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