In Wien wird eine der modernsten und größten BioDiesel-Anlagen Europas errichtet

Spatenstich am Donnerstag, 15. September 2005 im Ölhafen Lobau

Wien (OTS) - Die BioDiesel Vienna GmbH (BDV) errichtet im Ölhafen Lobau eine BioDiesel-Anlage, die entscheidend zur nachhaltigen Versorgung Österreichs mit umweltfreundlichem Treibstoff beitragen wird. Mit einer Jahresproduktionsleistung von 95.000 Tonnen BioDiesel und einer Investitionssumme von ca. 30 Millionen Euro entsteht in Wien eine der modernsten und größten BioDiesel-Anlagen Europas. Wien ist die erste europäische Hauptstadt, in der der Ökotreibstoff BioDiesel großtechnisch hergestellt wird. Die BDV deckt damit rund ein Drittel des österreichischen BioDiesel-Bedarfs. Die Anlage soll im Juni 2006 in Betrieb gehen. Für den Großteil der erzeugten Mengen existieren Abnahmeverträge mit der OMV, die ab Oktober 2005 an ihren heimischen Tankstellen ihren Dieselprodukten fünf Prozent Biodiesel beimischen wird.

Mit der am 1. Jänner 2005 in Kraft getretenen Novelle der Kraftstoffverordnung wird in Österreich ein wichtiger Schritt zur Förderung umweltfreundlicher Kraftstoffe und zur aktiven Klimapolitik gesetzt. Künftig muss ein bestimmter Prozentsatz aller in Österreich verkauften Kraftstoffe biogenen Ursprungs sein. Ab 1. Oktober 2005 muss diese auf einer EU-Richtlinie basierende Regelung in Österreich angewandt werden. Durch die Beimischung von BioDiesel ergibt sich ein jährlicher Bedarf von rund 300.000 Tonnen. Diese Tendenz ist bei weiterhin anziehendem Dieselverbrauch stark steigend. Im Jahr 2010 ist in Österreich mit einem jährlichen BioDiesel-Bedarf von rund 415.000 Tonnen zu rechnen.

Ewald-Marco Münzer, Mitglied der Geschäftsleitung der BDV beurteilt die Marktlage wie folgt: "Durch diese gesetzliche Neuregelung wird der Bedarf an BioDiesel steigen. Die derzeitigen Produktionskapazitäten in Österreich reichen nicht aus, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Wir werden daher ab Juni 2006 den österreichischen Markt mit BioDiesel beliefern." Errichtet wird die BioDiesel-Anlage im Rahmen einer Projektfinanzierung der Bank Austria Creditanstalt. Der österreichische Markt soll ab dem nächsten Jahr mit 95.000 Tonnen BioDiesel versorgt werden.

BioDiesel Vienna - Technologie und Know-how aus Österreich

Geplant und betrieben wird die neue Wiener Biodiesel-Anlage von der Firma BioDiesel Vienna. Als Technologielieferant fungiert die BDI Anlagenbau GmbH - sie hat das gewählte Verfahren zur BioDiesel-Herstellung entwickelt. Damit kommen die Technologie und das gesamte Know-how ausschließlich aus Österreich. Wiens Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder ist stolz, ein solch innovatives Unternehmen in Wien begrüßen zu dürfen. "Die Stadt Wien hat großes Interesse an neuen umweltfreundlichen Technologien. Darüber hinaus schätzen wir die 30 neuen Arbeitsplätze, die durch die BDV in Wien dauerhaft entstehen werden."

Ölhafen Lobau - ein idealer, umweltfreundlicher Standort

"Erfreulich ist, dass für die Wiener BioDiesel-Anlage ein umweltfreundlicher Produktionsstandort gefunden wurde. Der Ölhafen Lobau ist ideal, da die Rohstoffe direkt mit Schiff oder Bahn geliefert werden können", erklärt Stadträtin Maga Ulli Sima die Bedingungen am Standort. Auch der fertige BioDiesel wird umweltschonend abtransportiert.

Er wird mittels Transportleitung in das benachbarte Lager der OMV geleitet. OMV-GD-Stv. Gerhard Roiss: "Die Errichtung der neuen Biodieselanlage in der Lobau durch die Firma BDV ist ein wichtiger Beitrag, den steigenden Bedarf an Biodiesel aus österreichischer Produktion zu decken und damit die Wertschöpfung im Inland zu stärken. Die OMV verfügt bereits seit Jahren über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit Biokraftstoffen. Ab Oktober 2005 werden wir den Autofahrern an allen österreichischen OMV-Tankstellen den neuen umweltfreundlichen Diesel anbieten." Die OMV leiste damit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der von Österreich geplanten Substitutionsquote durch biogene Kraftstoffe, so Roiss.

Produktion im Einklang mit der Umwelt

Zur Erzeugung dieses biologischen Treibstoffes werden in der Wiener Anlage ausschließlich pflanzliche Frischöle (hauptsächlich Rapsöl) verwendet. Die benötigten Rohstoffe kommen aus dem europäischen Raum. "Die Produktion läuft bei niedrigen Temperaturen und unter Normaldruck ohne Emissions- oder Geruchsbelästigungen und geringen Schallemissionen", erklärt Michael Münzer, ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung, das umweltschonende Produktionsverfahren. Die Rohstoffe werden zu hundert Prozent verwertet, es entstehen keine Abfallfallprodukte. Mit dem bei der Produktion von BioDiesel anfallenden Nebenprodukt Pharmaglycerin wird die chemische Industrie versorgt. Als weiteres Nebenprodukt fällt das als Katalysator eingesetzte Kaliumhydroxid an und findet in der Düngemittelindustrie als Kaliumsulfat Verwendung.

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