Schenner: Weniger Saisoniers senken nicht die Arbeitslosigkeit!

Tourismus benötigt für Saisonspitzen zusätzliche Arbeitskräfte - Inländische Mitarbeiter/Innen sind dafür erste Wahl, aber leider nicht aus dem Arbeitskräftepool zu bekommen

Wien (PWK691) - Die "lineare Kürzung der Saisonier-Kontingente für Winter- und Sommertourismus um 10 Prozent", wie sie bei der gestrigen Regierungsklausur in Innsbruck vereinbart wurde, wird vom Tourismus mehr als kritisch gesehen. "Die Rechnung, dass durch weniger Saisoniers die Arbeitslosenquote in Österreich sinken wird, geht nicht auf. Im Gegenteil schwächt sie Tourismusbetriebe, da diese Gefahr laufen, einfach zu wenig Personal zu bekommen!" warnt der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Johann Schenner.

Der Tourismus ist Beschäftigungs- und Einkommensmotor, verweist Schenner auf den Beschäftigungsrekord im Juli mit 181.880 Mitarbeitern. Die Tourismusbranche ist aber auch saisonales Geschäft und benötigt daher zur Abdeckung von Saisonspitzen zusätzliche Arbeitskräfte in der Größenordnung von rund 48.000. "Inländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dafür unsere erste Wahl", betont der Tourismusobmann, "diese sind aber leider nicht ausreichend aus dem Arbeitskräftepool zu bekommen. Daher braucht der österreichische Tourismus eben auch ausländische Saisoniers, um die Qualität und Dienstleistung halten und garantieren zu können."

Eine zehnprozentige Kürzung würde etwa für den kommenden Winter rund 890 Saisoniers weniger bedeuten. Damit wäre ein Personalnotstand vorprogrammiert, denn es konnte schon bisher nicht genug Personal vermittelt werden. Wegen der beabsichtigten Kürzung wird diese Aufgabe für das AMS im kommenden Winter noch viel schwieriger werden, prophezeit Schenner. "Wenn das AMS genug motivierte inländische Arbeitnehmer findet, ist uns das mehr als recht. Gibt es aber im kommenden Winter nicht genug Arbeitskräfte, dann wird das Thema unter Garantie auf der Tagesordnung bleiben. Wir werden da nicht locker lassen!"

Es könne nicht sein, dass die Tourismusbetriebe im Tourismusland Österreich nicht ordentlich arbeiten können oder wegen Mitarbeitermangels geschlossen halten müssen. Davon wären dann auch viele andere Bereiche und Beschäftigte, die vom Tourismus abhängen, betroffen und es würden eher Arbeitsplätze vernichtet als geschaffen werden.

Schenner: "Unsere Aufgabe und Verantwortung als Unternehmer besteht darin, dass die Arbeit gut erledigt wird, die Gäste zufrieden sind und Devisen ins Land kommen. Nicht die Quoten-Zahl, die uns vorgegeben wird, ist entscheidend, sondern dass qualitativ hochwertige Dienstleistung angeboten werden kann", appelliert der Sprecher der heimischen Tourismuswirtschaft an die Politik, dies nicht zu gefährden. (Ne)

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