AK Umfrage bei Handyanbietern zeigt: Derzeit kein einheitlicher Schutz für KonsumentInnen vor unerbetenen 09x-SMS (1)

Wien (OTS) - Das Geschäft mit Klingeltönen, Spielen oder Logos lässt die Kassen der Serviceanbieter klingeln. Gleichzeitig wächst auch die Zahl dubioser Geschäftspraktiken. "Manche SMS-Versender missachten nicht nur die Privatsphäre, sondern sind auch auf raschen Gewinn aus", kritisiert AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer, "da die aufgedrängten SMS - auch eingehende - dem Kunden verrechnet werden." Doch derzeit genießen KonsumentInnen keinen einheitlichen Schutz, wie eine AK Umfrage unter den Handyanbietern zeigt: KundInnen können immerhin bei den meisten Handyanbietern bis Jahresende Mehrwert-SMS kostenlos sperren lassen. Zudem vergeben Handyanbieter eingezogene Nummern sehr rasch neu, wodurch ahnungslose Neubesitzer kostenpflichtige SMS ihres Vorbesitzers bekommen können, wenn der Versender der Mehrwert-SMS die abgelegte Nummer nicht aus seinem Verteiler streicht.

Gewinner des Trends zur mobilen Unterhaltung sind die Serviceanbieter - derzeit wird mit Klingeltönen das meiste Geld verdient: 2004 wird der EU-weite Umsatz auf rund 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

So kann vor allem bei Werkarten-Handynutzern das eben aufgebuchte Guthaben sofort wieder weg sein, weil meist nicht oder irrtümlich bestellte SMS-Abos regelmäßig zugesendet und verrechnet werden. "Für Wertkartennutzer ist die Suche nach dem Diensteanbieter mühsam", sagt Zimmer, "da meist keine detaillierten Rechnungen ausgestellt werden. Wer sich ein neues Werkartenhandy kauft, kann auch Pech haben. In Einzelfällen werden KonsumentInnen unmittelbar nach dem Aufladen des Guthabens mit Mehrwert-SMS überhäuft, die - ahnungslos - vom Vorbesitzer eine abgelegte Rufnummer übernommen haben. Die wiederverwendete Rufnummer kann sich noch im Verteiler eines SMS-Anbieters finden und wird weiterhin mit Nachrichten beschickt.

Eine AK Umfrage bei den Handyanbietern, was sie zum Schutz ihrer KundInnen tun, zeigt: Die meisten werden bis spätestens Jahresende endlich eine kostenlose Sperre für SMS-Mehrwertdienste einrichten. So können bei A1 versendete und empfangene Mehrwert-SMS seit Ende Juli gesperrt werden, das gilt aber nur für SMS, die über das A1-SMS-Center laufen. Drei bietet eine alle Mehrwert-SMS erfassende Sperre seit 14. 9. an, One spätestens im November, T-Mobile Ende des Jahres und tele.ring frühestens Ende des Jahres. Bei Tele2mobil wurde es "in Angriff genommen", aber eine gesetzliche Pflicht, eingehende, kostenpflichtige SMS sperren zu müssen, wird angezweifelt.

Eingezogene Rufnummern werden ziemlich rasch neu vergeben:
tele.ring und Drei sperren Nummern mindestens drei Monate, A1, T-Mobile, One und Tele2mobil mindestens sechs Monate. Die Mehrzahl der Anbieter bestätigt, dass Mehrwert-SMS, die sich an den Vorbesitzer richten, auch dem neuen Nummern-Nutzer zugestellt werden können. Das passiere aber nur äußerst vereinzelt. Die Handyanbieter teilen zwar meist den SMS-Vermittlerdiensten mit, welche Rufnummern "in Quarantäne" sind. Einige Netzbetreiber stellen aber fest, dass das von Mehrwertdiensten manchmal ignoriert wird.

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