SCHULWEGPLÄNE: MIT GRIPS SICHER ANS ZIEL

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat in einem Forschungsprojekt für 16 österreichische Hauptschulen und Gymnasien Pläne für einen sicheren Schulweg erstellt

Wien (OTS) - Alle zwei Stunden verunglückt auf Österreichs Straßen ein Kind, jedes Jahr trifft es etwa 500 Kinder am Schulweg. Das Geschehen im Straßenverkehr ist manchmal schon für Erwachsene schwer zu überblicken - aus der Perspektive eines Kindes gestaltet sich die Lage noch um einiges komplexer. "In vielen Situationen wird einfach die geringere Körpergröße ein Problem, zum Beispiel vor verparkten Zebrastreifen", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Es liegt daher neben den Eltern vor allem an Städten, Gemeinden und Verkehrsplanern, die Gefahrensituationen für Kinder - und damit ihre Ängste - zu minimieren." In einem gemeinsamen Forschungsprojekt des KfV und der Forschungsgesellschaft für Mobilität (FGM) - unterstützt vom Verkehrssicherheitsfonds des BMVIT - wurden deshalb vor Beginn des heurigen Schuljahres so genannte Schulwegpläne für insgesamt 16 Hauptschulen und Gymnasien in ganz Österreich erstellt.
Vorreiter für mehr Sicherheit am Schulweg war die Stadt Wien. 2002 wurde zusammen mit dem KfV eine Initiative gestartet, in deren Rahmen zunächst Pläne für drei Volksschulen ausgearbeitet wurden. Im Jahr darauf wurde das Pilotprojekt bereits auf neun Schulen ausgedehnt. "Dass nun auch für Schüler im Alter von 10 bis 14 Jahren Pläne erstellt werden, ist alleine schon nach einem Blick auf die Unfallstatistik eine logische Konsequenz", erklärt Thann. "Da Kinder in diesem Alter zum Großteil alleine mit dem Fahrrad zur Schule kommen, verzeichnen wir in dieser Bevölkerungsgruppe zum Beispiel die meisten Radunfälle." 2004 verunglückten insgesamt 644 Kinder im Alter zwischen 10 und 14 Jahren als Radfahrer, zwei davon wurden getötet.

Gute Schulwegpläne entstehen gemeinsam mit den Schülern

Unter die Lupe genommen wurden die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegten täglichen Schulwege. Wichtigster Punkt dabei war, diese Wege nicht nur aus Sicht der Erwachsenen zu analysieren, sondern die Kinder aktiv einzubeziehen. "Vor allem für Kinder, die gerade von der Volksschule in die Hauptschule oder Gymnasium-Unterstufe wechseln, ist es sinnvoll, sich auf diese Weise mit dem neuen Schulweg auseinander zu setzen", erläutert Thann. Zunächst wurden die Wohnorte der Schüler ermittelt, um den Untersuchungsraum einzugrenzen. Darauf basierend entwickelten KfV und FGM für die Lehrer einen Fragebogen mit einem Plan des ermittelten Schulumfeldes und eine Checkliste. Die Beantwortung der Fragebögen wurde als didaktisches Element in den Geografieunterricht der teilnehmenden Schulen eingebaut. Am Plan zeichneten die Kinder ein, welche Strecken sie mit welchen Verkehrsmitteln zurücklegen und vor allem, an welchen Stellen aus ihrer Sicht Gefahren etwa durch zu starken Verkehr, zu schnell fahrende Fahrzeuge oder Unübersichtlichkeit lauern.

Unfallanalyse und Begehung

Neben der Erhebung der Schulwegrouten durch Fragebögen wurde das unmittelbare Schulumfeld auch einer genauen Unfallanalyse unterzogen. Untersucht wurden dabei Unfälle von Jänner 2001 bis Dezember 2003, in die ein Kind am Schulweg verwickelt war. Unfallanalyse und die Ergebnisse der Schülerbefragung dienten als Grundlage für die Begehung, an der Schulleiter, Amtssachverständige des Landes oder des Bezirkes, Gemeindevertreter, Gendarmerie und Experten des KfV teilnahmen. "Verbesserungen zum Beispiel bei Bodenmarkierungen oder Verkehrszeichen konnten durch die Anwesenheit von Vertretern der zuständigen Behörden sofort in die Wege geleitet werden", betont Thann.

Das Ergebnis: Ein kindgerechter Schulwegplan

Nach der gemeinsamen Begehung wurden die Ergebnisse aller vorangegangenen Schritte in einen leicht lesbaren Plan eingearbeitet. Die sichersten Fuß- und Radwege sind mit unterschiedlichen Farben dargestellt, Gefahrenstellen werden optisch hervorgehoben und mit Fotos und Beschreibungen auch noch näher erklärt. Zu Schulbeginn wurden die Pläne im handlichen Faltformat, das in jede Schultasche und jeden Rucksack passt, an die Schüler verteilt.
"Da die Kinder jetzt das Endprodukt ihrer Mitarbeit sehen, wird nicht nur ihr Bewusstsein für sicheres Mobilitätsverhalten geschärft. Sie lernen auch, ihr Umfeld kritisch zu hinterfragen und Veränderungen selbst in die Hand zu nehmen", schließt Thann.

Teilnehmende Schulen

Burgenland
HS Neudörfl

Gymnasium der Diözese Eisenstadt Kärnten HS II Ferlach HS Wolfsberg Niederösterreich Sporthauptschule Dr. Fred Sinowatz Schule BG/BRG Mödling Franz-Keim-Gasse HS Bad Vöslau Oberösterreich Übungshauptschule Linz HS Lichtenegg Salzburg HS Lehen HS Plainstraße

Steiermark
HS Neumarkt

Tirol HS Scharnitz (Benediktinum) Vorarlberg HS Institut St. Josef Wien

Kooperative Mittelschule Anton-Baumgartner-Schule Gymnasium/Realgymnasium (GRG) 12 - Rosasgasse

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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