- 13.09.2005, 13:53:19
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Zahl der Suizidfälle rückläufig
Suizidbericht 2004: Vorarlberg nahe am WHO-Ziel
Bregenz (VLK) - 57 Menschen haben sich im Jahr 2004 in Vorarlberg
das Leben genommen, acht weniger als im Jahr zuvor. Das geht aus dem
aktuellen Suizidbericht hervor, den Landesstatthalter Hans-Peter
Bischof und die Autoren Primar Reinhard Haller und Primar Albert
Lingg heute, Dienstag, im Pressefoyer präsentierten. Bischof ist
durch die rückläufigen Zahlen "keineswegs beruhigt", sieht aber
immerhin eine Trendumkehr: In den letzten Jahren geäußerte
Befürchtungen einer neuerlichen "Suizidwelle" seien entkräftet
worden.
Mit einer Suizidrate von 16 pro 100.000 Einwohner ist Vorarlberg
vom erklärten Ziel der Weltgesundheitsbehörde WHO - maximal 15 -
nicht mehr weit entfernt. "Das ist umso bemerkenswerter, als in
jüngster Zeit suizidfördernde Faktoren wie Arbeitslosigkeit,
Scheidungen und Abhängigkeitserkrankungen deutlich zugenommen haben",
so Bischof.
Dennoch ist kein Grund gegeben, sich zufrieden zurückzulehnen,
insbesondere weil es auch die Folgen von Suizidfällen zu bedenken
gelte, unterstrich Primar Haller: So brauchen rund zwei Drittel der
Hinterbliebenen von Suizidopfern selbst ärztliche bzw. psychologische
Hilfe.
Primar Lingg empfahl als Konsequenz aus dem Suizidbericht, den
Psychiatriebeirat mit dieser Thematik zu befassen und das bereits
andiskutierte verbesserte Angebot an Krisenhilfen schnell umzusetzen.
Zudem sollte mehr Transparenz im schwer durchschaubaren Dschungel
psychosozialer Dienste geschaffen werden. Weiters regte Lingg eine
Tagung zum interdisziplinären Austausch aller mit der
Suizidproblematik befassten Stellen an.
Primar Haller richtete sich mit einer Forderung an die
Lebensversicherungen, die in Österreich - entgegen dem Brauch in
allen anderen zivilisierten Ländern - im Suizidfall aussteigen. Diese
"menschenverachtende Praxis" müsse geändert werden, so Haller.
(gw/tm)
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