SPÖ-Politiker würdigen den Parlamentarier, Europäer und Erneuerer Bruno Pittermann

Gusenbauer/Gratz/Swoboda und Häupl bei Festakt "100 Jahre Bruno Pittermann"

Wien (SK) - "Wir sehen mit stolz auf Bruno Pittermann und sein Wirken zurück", betonte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Montag bei einem von SPÖ-Parlamentsklub und der SPÖ Wien veranstalteten Festakt im Wiener Rathaus, der unter dem Motto "Parlamentarier -Europäer - Erneuerer" anlässlich des 100. Geburtstages des früheren SPÖ-Vorsitzenden Bruno Pittermann stattfand. Gusenbauer bezeichnete Pittermann als eine jener Persönlichkeiten der österreichischen Nachkriegsgeschichte, dessen öffentliche Betrachtung oft ungerechterweise im Schatten anderer stehe. Pittermanns Wirken wurde außerdem von Ex-Außenminister Leopold Gratz, Europaparlamentarier Hannes Swoboda und Bürgermeister Michael Häupl gewürdigt. Unter den zahlreichen Gästen befand sich auch Bundespräsident Heinz Fischer, abschließende Worte des Danks sprach Bruno Pittermanns Tochter, Elisabeth Pittermann.****

"Bruno Pittermann zeigt uns, dass eine harte politische Auseinandersetzung möglich war und ist, ohne ins persönlich Untergriffige abzugeleiten", so Gusenbauer über den politischen Stil Pittermanns. Der SPÖ-Vorsitzende hob das Parteiprogramm der SPÖ aus dem Jahr 1958 hervor, an dem Bruno Pittermann maßgeblich beteiligt war: "Bruno Pittermann hat erste Schritte zur Normalisierung des Verhältnisses zwischen Arbeitern und Kirche gesetzt", so Gusenbauer.

"Bruno Pittermann war ein überzeugter Europäer", sagte Gusenbauer. Die historische Wahrheit sei, dass die engagiertesten Europäer unter den Sozialdemokraten zu finden waren, unterstrich der SPÖ-Vorsitzende. Gusenbauer attestierte Pittermann eine "sehr starke europäische Orientierung - auch hier war sein Wirken außerordentlich weitsichtig". Der heutige Festakt trage dazu bei, die wirkliche Bedeutung und den Beitrag Bruno Pittermanns ins rechte Licht zu rücken, so Gusenbauer. Der SPÖ-Vorsitzende schloss mit Bruno Kreisky, der Pittermann mit einem Zitat Conrad Ferdinand Meyers beschrieb: "Er war kein ausgeklügelt' Buch - er war ein Mensch in seinem Widerspruch."

"Die Menschen haben einfach gespürt, dass er sie mag", so Gratz über Pittermann. Sein Grundsatz sei es gewesen, nicht nur Politik zu machen, sondern diese auch vorzuleben und hinausgehen, um die Menschen davon zu überzeugen, sagte Gratz. Er beschrieb Pittermann als Menschen, der "Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit und Nicht-Hassen-Können mit einer eisernen persönlichen Überzeugung verband". "Bruno Pittermann hat mein Leben, Denken und Wissen geprägt, wie danach kein anderer", so Gratz.

"Europa zu einem Kontinent zu machen, in welchem Friede mit Freiheit verbunden ist, ein Heim der Menschenrechte und des Humanismus", das war eine Vision des Europäers Pittermanns, so Swoboda. Pittermann habe sich im Europarat immer wieder gegen die "erschreckenden Zeichen" des Antisemitismus gestellt: "Ihm war klar, dass der Antisemitismus in die Barbarei führt", betonte Swoboda. Er erinnerte auch daran, dass Pittermann ein "glühender Verfechter des wirtschaftlichen Zusammenschlusses in Europa war, der niemals die soziale Dimension außer acht ließ".

"Ich habe Bruno Pittermann nicht gekannt, aber wo immer mich meine politische Arbeit hingeführt hat, habe ich die Spuren von Pittermann gesehen und gespürt", so Häupl. Er beschrieb Pittermann als einen jener, die eine "ganze Menge Wissen mitgegeben haben, Wissen, das nicht nur für damals, sondern auch für das Heute und Morgen von größtem Nutzen ist", betonte Häupl. (Schluss) sk

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