GLOBAL 2000: BM Pröll muss gegen AKW Paks aktiv werden

Ungarische Regierung macht Druck für Laufzeitverlängerung des AKW Paks - GLOBAL 2000-Unterschriftenaktion gegen Atom-Renaissance

Wien (OTS) - Die österreichische Umweltorganisation GLOBAL 2000 kritisiert scharf, dass sich die ungarische Regierung bereits vor dem Ende des Umweltverträglichkeitsverfahrens ein weiteres Mal klar für eine Verlängerung der Laufzeit des Atomkraftwerks Paks ausgesprochen hat. Das AKW Paks soll 20 Jahre länger bis 2032 bzw. 2037 betrieben werden. "Was hier geschieht, ist äußerst bedenklich. Die ungarische Regierung versucht, das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung vorweg zu nehmen und damit auszuhebeln. Formal kann die Verlängerung zwar nur durch die Ungarische Atomaufsichtsbehörde nach erfolgter Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigt werden. Es ist aber äußerst zweifelhaft, ob unter diesem politischen Druck eine unvoreingenommene Prüfung stattfinden kann und wird", befürchtet GLOBAL 2000-Anti-Atomsprecherin Silva Herrmann. Durch die Verlängerung des Betriebs des AKW Paks wird die Gefährdung der ungarischen und der österreichischen Bevölkerung fortgesetzt. "Es ist die Verantwortung von Minister Pröll und Bundeskanzler Schüssel, alle Handlungsmöglichkeiten umgehend auszunutzen, um das Vorhaben der Laufzeitverlängerung zu stoppen", so Herrmann. GLOBAL 2000 hat mit anderen europäischen Umweltorganisationen eine Unterschriftenaktion gegen eine drohende Renaissance der Atomenergie in Europa gestartet. Bis zum 20. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe sollen 1 Million Unterschriften gesammelt werden. Dadurch sollen Ausbaupläne wie etwa in der Slowakei und Slowenien, Finnland oder Frankreich verhindert werden.

Bisher wird der laufende Betrieb des AKW Paks von den Betreibern als völlig unproblematisch dargestellt. Daher sei eine Verlängerung ebenfalls ohne Probleme, so die Argumentation. "Das ist jedoch nicht der Fall. Jedes AKW entfernt sich mit längerem Betrieb immer weiter vom Stand der Technik. Die Gefahren, beispielsweise durch Versprödungen, steigen", so Herrmann. Das Risiko von Terroranschlägen und einem Flugzeugabsturz - in heutiger Zeit keine unrealistische Befürchtung - finden in den Papieren zur Umweltverträglichkeitsprüfung keinerlei Erwähnung. Auch Alternativen zur Atomkraft werden nicht ernsthaft behandelt. "Zudem sind die Folgen des Unfalls im Jahr 2003 bis heute nicht beseitigt. Die Brennstäbe liegen immer noch auf dem Grund des Abkühlbeckens und sind ein andauernder Beweis dafür, dass Atomkraftwerke wie das AKW Paks immer unsicher und gefährlich sind", so Herrmann abschließend.

Informationen zur Unterschriftenaktion unter www.global2000.at oder unter Tel.: 01/812 57 30-0

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