Kurdische Giftgasopfer in Kärnten betreut

LH Haider initiierte medizinische Hilfe für Opfer von Halabja im LKH Laas

Klagenfurt (LPD) - Acht Einwohner der kurdischen Stadt Halabja,
die durch den irakischen Giftgasangriff des März 1988 gesundheitlich beeinträchtigt sind, erhielten auf Initiative des Landes Kärnten medizinische Hilfe im Landeskrankenhaus Laas. Heute, Samstag, machten sich die Patienten auf die Heimreise und wurden zuvor von Landeshauptmann Jörg Haider herzlich verabschiedet. Dabei versprach der Landeshauptmann weitere Hilfsmaßnahmen für kurdische Giftgasopfer.

Die acht Kurden, sieben Frauen und ein Mann im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, wurden im Rahmen einer zweiwöchigen Therapie in Laas behandelt. Zwei der Patienten kamen am Tag des Gasangriffes auf die Welt. Am ersten Tag ihres Lebens hat das Gift einen Teil ihrer Lungen unwiederbringlich verätzt, daher haben diese nur mehr einen kleinen Teil der Kapazität eines gesunden Organs, erklärt Oberstarzt Dr. Fayad Mulla-Khalil, der leitende Sanitätsoffizier des Militärkommandos Oberösterreich. Aufgrund der mangelnden Sauerstoffaufnahme im Körper können die meisten Tätigkeiten nur kurzfristig bzw. nur unter großer Kraftanstrengung verrichtet werden, beschriebt er die Langzeitfolgen. Mulla-Khalil ist gebürtiger Kurde, der in Österreich studiert und die Staatsbürgerschaft angenommen hat. In seiner Funktion als Oberstarzt im Bundesheer nahm er Kontakt mit LH Haider auf, der spontan eine Hilfsaktion für die Giftgasopfer zugesagt hat.

Das LKH Laas hat als ehemalige Lungenheilstätte eine langjährige Erfahrung in der Behandlung von Lungenerkrankungen und das milde Reizklima begünstigt die Heilung. Die acht Kurden zeigten sich auch begeistert von der alpinen Umgebung und vor allem von der medizinischen Bereuung unter der Leitung von Primar Dr. Johannes Hörmann. Die Ärzte in Laas konnten den Kurden wertvolle Tipps zum Umgang mit der Krankheit geben, zudem wurde eine Steigerung der beschränkten Lungenkapazität durch therapeutische Maßnahmen versucht. Weiters wurden die kurdischen Patienten mit kleinen Sauerstoffgeräten ausgestattet, die sie auch zu Hause anwenden können. Sie atmen dabei konzentriert Sauerstoff, womit auf Dauer die körperliche Leistungsfähigkeit erhöht wird.

Im März 1988 wurden beim Giftgasangriff auf die 70.000 Einwohner-Stadt Halabja im Nordirak 5.000 Menschen, zum größten Teil Frauen und Kinder, getötet. Das eingesetzte Senfgas führte zudem bei Tausenden zu schweren und lebenslangen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Durch den Angriff verkohlten auch Bäume, Sträucher und Kulturen, wodurch Landwirtschaft und Wasserversorgung der Region schwer geschädigt wurden.
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