Analphabetismus: SP-Vettermann: "Haltung Gehrers ist Verhöhnung der Menschen"

Wien (SPW) - "Es ist wirklich mehr als empörend, dass der Bildungsministerin zu der erschreckend hohen Analphabetisierungsrate in Österreich nichts anderes einfällt, als die Kommission der UNESCO als unseriös abzutun", kommentierte der Bildungssprecher der SPÖ Wien, Gemeinderat Heinz Vettermann heute, Samstag, die jüngst bekannt gewordenen Zahlen. "Wieder einmal führt uns die Realität die Versäumnisse in der Bildungspolitik dieser Bundesregierung vor Augen:
In Österreich wird die Zahl der funktionalen Analphabeten auf 300.000 bis 600.000 geschätzt. Doch wer von der Bildungsministerin erwartet hat, dass diese angesichts dieser erschütternden Ergebnisse aktiv wird, wurde einmal mehr enttäuscht: Erneut steckt Gehrer den Kopf in den Sand. Diese Vogel Strauss-Politik Gehrers muss nun endlich ein Ende haben", stellte Vettermann gegenüber dem Pressedienst der SPÖ Wien entrüstet klar. ****

"Gehrer scheint dazu übergegangen zu sein, sich nur noch mit theoretischer Bildungspolitik abgeben zu wollen, denn die Planung ist bekanntlich leichter als die Umsetzung. So hört man aus dem Bildungsministerium kaum noch etwas anderes als theoretische Pläne, etwa zu einer Elite-Uni und zur ‚Schule neu’. Dagegen wird alles, was die Realität betrifft und was durchdachte Konzepte erfordert, beinhart ignoriert", so Vettermann. Dazu passe auch die Weigerung der Bildungsministerin eine Studie in Auftrag zu geben, um die Ursachen des funktionalen Analphabetismus zu untersuchen. "Ich bin gespannt, wie Gehrer das den Menschen erklären will - wenn sie denn überhaupt etwas dazu sagt", betonte der Gemeinderat.

"Wieder einmal macht es Wien besser: Die Stadt hat ein breites Netz an Einrichtungen, die den Menschen die Bildung gibt, die sie brauchen", so der Gemeinderat. Durch die so genannten Vorlaufgruppen fördere Wien die Kinder schon vor dem Eintritt in die Schule. Für kommendes Jahr sei zudem eine Vorverlegung der Schuleinschreibung und eine damit verbundene intensive frühzeitige Sprachförderung für all jene geplant, die Defizite aufweisen." Darüber hinaus werde in den Schulen Wiens ein besonderer Schwerpunkt auf Leseförderung gelegt, betonte Vettermann, der in diesem Zusammenhang auf die Aktionen der Wiener Büchereien verwies, zu denen wie etwa die Leseanimation "looki booki" gehört. "Ausbildung hat in Wien oberste Priorität. Deshalb werden die rund 400 Wiener Schulen im Sinne einer Qualitätssicherung laufend verbessert und ausgebaut", so Vettermann.

Besondere Bedeutung komme auch den Wiener Volkshochschulen zu. "Maßgeschneiderte Alphabetisierungs- und Basisbildungskurse ermöglichen es den Menschen, schrittweise ihre Defizite abzubauen und ihre Kompetenz in Schrift und Sprache zu erhöhen. Wien ist hier - wie allgemein in der Erwachsenenbildung - äußerst aktiv und stellt dafür mehr Geld zur Verfügung als das Bildungsministerium für alle Erwachsenenbildungsrichtungen in ganz Österreich", erklärte der SP-Politiker. "Es bleibt nun zu hoffen, dass sich Elisabeth Gehrer nach der nächsten Nationalratswahl in die Pension verabschiedet. Von ihrer Amtszeit wird außer der bildungspolitischen Großbaustelle jedoch nichts zurückbleiben", so Vettermann abschließend. (Schluss) lk

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