Kärntner Gebietskrankenkasse: 50 Jahre ASVG

Zugang zu Gesundheitsleistung auf solidarischer Basis

Klagenfurt (OTS) - Mit dem allgemeinen Sozialversicherungesetz (ASVG) wurde eines der entscheidendsten Gesetze sowohl für den solidarischen Zugang zu Gesundheitsleistungen bis zur Altersabsicherung und damit auch gesellschaftlicher Stabilität gegründet. Dieses ASVG regelt nunmehr seit fünf Jahrzehnten die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung für Arbeitnehmer. Es schuf ein dichtes Netz an sozialer Sicherung. In der Phase der Entstehung kann es als ein sehr mutiges und international vorbildliches Gesetzeswerk gewertet werden, so der Obmann der Kärntner Gebietskrankenkasse Helmut Pansi zum 50. Jahrestag der Beschlussfassung des ASVG durch den Nationalrat.

Für den Bereich der Krankenversicherung wurden damit entscheidende Sicherungen und Regelungen geschaffen, deren Zugang auf Basis der Solidarität festgelegt wurde. Für Menschen mit unterschiedlichsten Einkommen, unterschiedlichen Alters und verschiedenster Betroffenheitssituationen wurde ein Höchstmaß an Berechenbarkeit und Vertrauen geschaffen. Für einen hochentwickelten Sozialstaat ist die Einbeziehung möglichst vieler Menschen in den Schutz der Krankenversicherung eine zentrale Aufgabenstellung, betont Pansi.

Die Weiterentwicklung des ASVG führte zu einer permanenten Ausweitung des Versicherungsschutzes sowie zu Anpassungen an geänderte Arbeitsmarktbedingungen und individuelle Gegebenheiten von rund 8 Millionen Österreichern. Als eine weitere Besonderheit bewertet der Kassenobmann die Ausweitung der solidarischen Beitragspflicht auf möglichst alle Beschäftigungsverhältnisse sowie die Einbeziehung von Familienangehörigen in ein solidarisches System.

Bundesweit sind rund 2,1 Millionen Menschen, davon 1,6 Millionen Kinder beitragsfrei - also solidarisch - mitversichert. Alleine im Bereich der Kärntner Gebietskrankenkasse sind von etwas mehr als 400.000 Versicherten 120.000 beitragsfrei in die Krankenversicherung eingebunden, untermauert Helmut Pansi die Vorzüge des ASVG.

In den letzten fünf Jahrzehnten wurde die Solidarität auf verschiedene Berufs- und Personengruppen - z. B. Studenten -ausgeweitet. Dadurch wurde Personen zu äußerst günstigen Rahmenbedingungen die Zugehörigkeit zu einer sozialen Krankenversicherung mit hochwertigen Produkten und Leistungen ermöglicht.

Herzstück "Solidarität"

Als Herzstück des ASVG und den dazu aufbauenden Regelungen bezeichnet der Kärntner GKK-Obmann das Konzept der Solidarität und als ein weiteres entscheidendes Element die Form der Selbstverwaltung, die nach wie vor viele Vorzüge hat. Für Kärntner Verhältnisse bedeutet dies eine regionale Eigenständigkeit, die durch die Vertretungen der Beitragszahler ermöglicht wird.

Als größte Herausforderung und Gefahrenquelle für die nahe Zukunft wertet der GKK-Obmann das Auseinanderdriften von Beitragseinnahmen, auf die die jeweilige Selbstverwaltung keinen Einfluss hat, Leistungsverpflichtungen und primäre Ausgaben steigen ständig. Hier fordert Helmut Pansi ein klares Bekenntnis aller Entscheidungsträger und Institutionen zur solidarischen Krankenversicherung. Die Finanzierbarkeit durch die Aufbringung von Geldmengen muss gesichert sein - aber auch ein funktionierender Solidarausgleich im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Wandlung von "Krankenkassa" zur modernen Dienstleisterin

50 Jahre ASVG bedeutete für die KGKK auch die Entwicklung von einer "Krankenkassa" zu einer modernen Gesundheitskasse. Die Leistungen für 400.000 Versicherte werden bei europaweit niedrigsten Krankenversicherungsbeiträgen und geringsten Verwaltungskosten erbracht. Auf diese Fakten verweist der Direktor der GKK Dr. Alfred Wurzer und bezeichnet die Einbeziehung moderner Managementmethoden und deren Anwendung in die Dienstleistungen und Produkte der gesetzlichen Krankenversicherung als internationales Vorbild. Um die Gesundheitsleistungen für die Versicherten sicher zu stellen, wurde das Sach-Leistungs-Prinzip konsequent zur Anwendung gebracht. Es umfasst rund 90 % aller Leistungen der Kärntner Gebietskrankenkasse und hat direkte Abrechnungen mit den Gesundheitseinrichtungen, niedergelassenenen Ärzten, Apotheken und Ähnlichem zum Inhalt. Diese besondere Form des Zuganges zu Gesundheitsleistungen erspart den Versicherten finanzielle Vorleistungen und damit Belastungen, von denen viele Familien betroffen wären.

Mit mehr als 600 Ärzten von Heiligenblut bis Lavamünd hat die KGKK im Laufe der Jahrzehnte Vertrags- und Honorarregelungen abgeschlossen. Mit dem konzentrierten Angebot von Fachärzten in allen Bezirken sowie neuen Leistungen im Bereich der Psychotherapie werden flächendeckend Versorgungen und der Zugang zu medizinischen Leistungen gesichert. Gesellschaftlich und arbeitsmarktpolitisch hat die soziale Krankenversicherung - basierend auf dem ASVG - eine hohe Bedeutung als Finanzier erlangt. Durch die gesicherten Geldmengen können die Anbieter im Gesundheitswesen - Ärzte, Spitäler, Bandagisten, Optiker, Orthopäden u.Ä. - auch sicher kalkulieren. Letztendlich werden zehntausende Gesundheitsberufe in ihrer Existenz abgesichert, so der GKK-Direktor Dr. Wurzer mit Hinweis auf die gesellschaftlichen Dimensionen, die aus dem ASVG resultieren.

ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN - GEFAHREN UND CHANCEN

Mit der Beschlussfassung des ASVG hat Österreichs Politik unter Einbeziehung der Sozialpartner und durch die Etablierung der Selbstverwaltung im Jahr 1955 auch einen Grundstein für ein Erfolgsmodell gesetzt. Damit wurde wirtschaftliche und soziale Stabilität für die gesamte Gesellschaft, insbesondere aber für unzählige Menschen geschaffen, die im Falle einer Erkrankung einen sicheren Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und -leistungen von funktionierenden und solidarisch finanzierten Krankenversicherungen erhalten.

Für die Kärntner Kassenverantwortlichen ist der Geburtstag des ASVG aber auch ein Anlass, die Vorzüge und Vorteile dieses umfassenden Gesetzeswerkes zu erkennen und für die Weiterentwicklung - inklusive der finanziellen Absicherung - einzutreten. Die Entwicklungen am Arbeitsmarkt mit negativen Auswirkungen auf die Beitrags- also Einnahmenentwicklung für die Kassen sind ebenso wie die "Alterspyramide" eine überdimensionale Herausforderung, die mit erhöhten Leistungsanforderungen für die Kassen einhergehen wird. Auch die Methoden und Möglichkeiten der "modernen Medizin" sind neben der Lebenserwartung eine Perspektive, die es zu beachten gilt und durch wohlüberlegte gemeinschaftliche Reformen als bewältigbar gewertet werden können. Die vorgesehenen "Gesundheitsplattformen" mit dem Ziel, Leistungen zwischen Spitälern und niedergelassenen Gesundheitseinrichtungen abzustimmen, sind Chancen, die umfassende und qualitative Versorgung zu verbessern und finanziell zu bewältigen, so Pansi und Wurzer abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Direktor Mag. Dr. Alfred Wurzer
Leitender Angestellter der Kärntner Gebietskrankenkasse
Kempfstraße 8, 9020 Klagenfurt
Mobil: 0664 3152532

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