Pröll: EU-Förderung stärkt österreichischen Bio-Auftritt

Informationsprogramm geht ins Finale - Bio-Aktionstage in ganz Österreich

Wien (AIZ) - Im September 2002 startete eine über 42 Monate angelegte, von der EU geförderte Informationskampagne zum Thema Biolandbau. Ziel der Kampagne ist es, den Wissensstand über biologische Lebensmittel in der Bevölkerung zu erhöhen und den Absatz für Bio-Lebensmittel zu steigern. Diese dreijährige Bio-Informationskampagne wird von Lebensministerium, AMA Marketing GesmbH. und EU finanziert. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit den Bio-Verbänden. "Bereits jetzt können die Initiatoren und Bio-Bauern eine Erfolgsbilanz präsentieren. Österreich ist und bleibt das Bio-Land Nummer 1 in Europa. Gemessen an der Gesamtbevölkerung und der bewirtschafteten Flächen haben wir die höchste Anzahl an Bio-Betrieben und die größte biolandwirtschaftlich genutzte Fläche", zog Landwirtschaftsminister Josef Pröll heute Bilanz.

"Zählte man in Österreich 2002 noch 18.576 Bio-Betriebe, so waren es 2004 bereits um 7% mehr, nämlich 19.826 Betriebe. Die Anteile der biologisch bewirtschafteten Flächen ohne Almen sind weiter gewachsen, von 300.862 ha im Jahr 2002 auf 344.916 ha im Jahr 2004. Insgesamt entspricht dies heute einem Flächenanteil von 13,5%", berichtete Pröll. Diese höchst erfreuliche Entwicklung wolle er weiter vorantreiben und fördern.

Größtes einzelstaatliches Förderprogramm

Das von Ministerium und AMA Marketing gestartete Bio-Informationsprogramm ist das größte einzelstaatliche Förderprogramm, das von der EU-Kommission im Jahr 2002 genehmigt wurde. Die eingesetzten Mittel liegen für 42 Monate bei EUR 4,8 Mio. Dass diese Gelder richtig eingesetzt wurden, bestätigen die Ergebnisse der regelmäßig durchgeführten Marktstudie Roll-AMA.

Umsatz mit Bio-Lebensmitteln um 30% gestiegen

Stephan Mikinovic, Geschäftsführer AMA Marketing GesmbH., erklärte zur positiven Entwicklung: "Nach drei Jahren Bio-Informationskampagne können wir eine Erfolgsbilanz ziehen. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln (ohne Bio-Brot) steigerte sich im direkten Dreijahres-Vergleich um 30%. Gaben die Österreicher/-innen im ersten Trimester 2002 noch EUR 49,8 Mio. für Bio-Produkte aus, waren es im gleichen Zeitraum 2005 bereits EUR 65 Mio. Hochgerechnet auf ein Jahr liegen die Umsätze, die der Handel allein mit Bio-Frischeprodukten erzielt, daher bei ca. EUR 195 Mio.", so Mikinovic.

Europaweit ist dies ein echter Verbraucher-Rekord an Bio-Produkten, den die Alpenrepublik aufgestellt hat. Betrachtet man einzelne Produktgruppen im Detail, so zeigt sich, dass vor allem die Frischeprodukte zulegen konnten. Obst und Gemüse, Joghurt und Eier führen hier die Hitliste an. Der Bio-Fleischkonsum war allgemein eher rückläufig, wobei sich Kalbfleisch entgegen dem allgemeinen Trend entwickelte. In den vergangenen drei Jahren wurde eine Umsatzsteigerung um 170% verzeichnet.

"Der Umsatz von Frischobst steigerte sich von 2002 bis 2005 sogar um 157%. Besonders starke Zuwächse sind bei Bio-Eiern zu verzeichnen, hier gab es zwischen 2002 und 2005 ein Plus 114%. Bei Milchprodukten weist übrigens die bunte Palette mit 55,3% den größten Zuwachs auf. Hier sind vor allem die Marktanteile von Fruchtjoghurt mit einem Umsatzplus von 57,9% besonders hervorzuheben", erläuterte Mikinovic.

Bio Austria sieht Bestätigung für den eingeschlagenen Weg

Johannes Tomic, Obmann der bundesweiten Bauernorganisation Bio Austria, sieht in den vorliegenden Zahlen eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg: "Für uns kommt die Entwicklung nicht überraschend. In unserer täglichen Arbeit mit den Landwirten verzeichnen wir ein wachsendes Interesse für eine nachhaltige Bewirtschaftung mit der Natur", betonte Tomic. Die Erfolgs-Bilanz des Bio-Informationsprogramms zeige auch, dass die Konsumenten mit gezielter Aufklärung über Bio-Produkte auch verstärkt auf Bio setzen. "Es ist für uns existenziell, dass die Konsumenten über die Grundsätze der biologischen Produktion Bescheid wissen, wie zum Beispiel artgerechte Tierhaltung, Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel und gentechnikfreie Herstellung", hielt der Obmann fest.

Umfangreiches Informationsangebot

Hauptaufgabe des dreijährigen EU-Projektes ist die umfassende Konsumenten-Information für biologisch hergestellte Produkte. Über eine Vielzahl an kostenfrei zur Verfügung gestellten Services wird die Bevölkerung verstärkt über Bio-Produkte informiert und zu deren Kauf motiviert. Seit Juni 2003 beraten etwa die Bio-Experten in der neu eingerichteten Bioinfo kostenlos alle interessierten Konsument/-innen. Österreichweit zum Ortstarif steht das Bio-Servicetelefon unter 0810/22 13 14 für alle Fragen zum Thema Bio offen. So wurden bisher rund 11.000 Anrufe am Bio-Servicetelefon und 4.000 E-Mail-Anfragen beantwortet und 26.000 Infopakete kostenfrei versandt. Zusätzlich werden seit 2004 an Bio-Interessenten auch kostenfreie E-Mail-Newsletter mit aktuellen Bio-Informationen verschickt.

Im Rahmen des EU-Projekts wurde auch eine Service-Website neu aufgesetzt und mit zahlreichen Servicefunktionen ausgestattet. Auf www.bioinfo.at finden sich ein aktueller Terminkalender mit Veranstaltungen zu Bio-Themen, allgemeine Hintergrundinformationen zum Thema Bio, Vorschläge für köstliche Bio-Rezepte aber auch ein aktueller Online-Einkaufsführer. In diesem sind rund 4.000 Bio-Einkaufsquellen auf einem Klick, nach regionalen und produktspezifischen Suchkriterien, abfragbar. Damit verfügt die Bioinfo über den modernsten Einkaufsführer Österreichs. Anfang 2005 ging ein innovativer Bio-Unterrichtsbehelf für Lehrer und Schüler online. Unter www.bioerleben.at können Unterrichtsmaterialien zum Thema Bio kostenlos heruntergeladen werden.

Zahlreiche Bio-Servicebroschüren für Konsumenten

Im Rahmen der Bio-Offensive wurden auch zahlreiche Bio-Servicebroschüren zu Schwerpunkt-Themen wie Gemüse, Milch, Rindfleisch, Gewürze oder Käse erstellt, versendet und Medien beigelegt. Der Bio-Saisonkalender begleitet die Konsumenten durch das Bio-Jahr. Er wurde in einer Auflage von 950.000 Stück an die Konsumenten verteilt. Speziell für die Anforderungen der Großküchen wurde mit "Bio für Profis" im Rahmen des EU-Programms eine eigene Informationsmappe zusammengestellt. "Die Großküchen gewinnen immer mehr an Bedeutung, so essen in Österreich täglich rund 2,9 Mio. Menschen außer Haus. Rund 1,9 Mio. Menschen nehmen dabei die verschiedenen Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung in Anspruch", gab Mikinovic zu bedenken.

Mobile Bio-Information in ganz Österreich bietet überdies die Bioinfo an speziellen Beratungstagen in Einkaufszentren und bei Veranstaltungen in ganz Österreich. Insgesamt 244 Mal machte die Bio-Tour dabei in den Jahren 2004 und 2005 Station. Eigens ausgebildete Bio-Bäuerinnen brachten dabei Bio-Wissen aus Theorie und Praxis direkt zu den Konsumenten. Begleitend zu dieser Fülle an Service-Maßnahmen wurden in den drei Projektjahren über Print-, Plakat- und Rundfunkkampagnen die Konsumenten auf den Geschmack von Bio-Produkten gebracht.

Bio-Aktionstage als Höhepunkt

Die Bio-Aktionstage vom 23. bis 25.09.2005 stellen die Highlight-Veranstaltung im Bio-Jahr dar und setzen den Schlusspunkt zum dreijährigen Bio-Informationsprogramm. Die heimischen Bio-Betriebe laden dabei ein, Bio zu erleben und zu genießen - bei Tagen der offenen Tür und Hoffesten stehen in ganz Österreich Bio-Genuss und Information auf dem Programm.

Parallel zu den Bio-Aktionstagen finden auch in diesem Jahr wieder vom 15.09. bis 15.10. die "Nachhaltigen Wochen" statt. Sie wurden 2004 auf Initiative des Lebensministeriums gestartet. "Ziel ist es, bei den Konsumenten Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen und zukunftsweisende Produkte zu stärken. Als nachhaltig bezeichnen wir jene Produkte, die aus fairem Handel, biologischer Landwirtschaft, regionaler Vermarktung oder aus generell umweltschonender Produktion stammen. Dazu gehören auch Bio-Produkte", erläuterte Minister Pröll. Im genannten Zeitraum werden nachhaltige Produkte im Handel zusätzlich gekennzeichnet, um die Konsumenten auf diese Waren aufmerksam zu machen. Weitere Informationen zu dieser Aktion sind auch im Internet unter www.nachhaltigewochen.at erhältlich. (Schluss)

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