Neues Volksblatt: "Verpasst" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 6. September 2005

Linz (OTS) - Pendler, die auf die Dienste der ÖBB angewiesen sind, haben Glück: Denn laut Bahn-Chef Huber sind trotz gestiegener Energiekosten vorerst keine Tariferhöhungen geplant. Angesichts eines für heuer zu erwartenden Rückganges bei den Fahrgastzahlen wäre das wohl auch ein Kundenvertreibungsprogramm. Es stellt sich allerdings die Frage, was die autofahrenden Pendler noch alles auf sich zu nehmen bereit sind, ehe sie vielleicht doch auf Bus oder Bahn umsteigen. Offenbar sehr viel.
Doch Hand aufs Herz: Wann dann, wenn nicht jetzt, wo das Autofahren beinahe täglich teurer wird, könnten die ÖBB neue Kunden gewinnen. Es müssen ja nicht gleich Dumpingpreise wie bei den Fluglinien sein, die Umsteiger anlocken könnten. Aber sich zumindest als (ökonomisch und ökologisch interessante) Alternative anzupreisen würde dem Unternehmen ganz gut tun. Doch was hört man von den Bahnchefs: Man braucht mehr Geld vom Staat.
Spätestens wenn die Ölmultis das Placebo einer geringfügigen Preissenkung austeilen, kann man mit Garantie sagen, dass die Bahn wieder einmal eine Chance verpasst hat.

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