Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar

Wien (OTS) - Österreich und das Duell

Das Duell der beiden deutschen Kanzlerkandidaten war sehr fair: Das war wohl das erste, was dem österreichischen Zuseher auffiel. Das zweite war die Menge von Moderatoren, die einem selbst dann seltsam vorkam, wenn man der heimischen Selbstdarstellungen von Elmar Oberhauser überdrüssig ist. Den deutschen Zuschauern wird die - etwas vordergründige - Liebeserklärung Gerhard Schröders an seine Ehefrau wohl eher in Erinnerung bleiben als etwa der "demographische Faktor", den sich die beiden an den Kopf warfen, wiewohl dieser den Deutschen noch sehr heftig auf den selben fallen wird.

In der politischen Analyse ist der Umstand wohl am bezeichnendsten, dass im Grund weit mehr über das Reformprogramm von CDU/CSU gesprochen worden ist als über die amtierende Regierung. Offenbar gehen alle davon aus: auf die kommt‘s nicht mehr an. Umso mehr anerkennenswert, wie unbeirrt Schröder weiterkämpft. Und wie geschlossen seine Partei hinter ihm steht. Man denke nur, etwa Wolfgang Schüssel hätte solche Umfragen! Was da in der ÖVP los wäre . . .

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Wirklich auf der Zunge zergehen lassen muss man sich aber Joschka Fischers Ausspruch in einer anderen TV-Debatte: "Die Türkei ist heute nicht beitrittsfähig", verkündete der deutsche Außenminister in Hinblick auf eine Erweiterung der EU um den kleinasiatischen Staat.

Offenbar ist die mangelnde Beitrittsfähigkeit des Landes auch der Grund, warum Fischer mit aller Kraft dagegen kämpft, dass die EU-Kommission mit der Türkei über etwas anderes als den Vollbeitritt verhandeln darf. Unlogisch? Nein, politisch.

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Die Politik und einige Lobbies hat das Thema zwar sehr erregt, ein wirkliches Problem scheint es aber nicht zu sein: In Spanien haben seit der Freigabe der Homosexuellen-Ehe durch die Sozialisten ganze 22 schwule Paare von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch gemacht. Da ist man so tapfer fort

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