AK-Präsident Dr. Kalliauer: "Verkauf der Post wäre ein schwerer Schaden für Österreich!"

Linz (OTS) - "Der geplante Verkauf unserer Post ist wirtschaftspolitisch völlig unsinnig", stellt der oö. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. Der Börsegang würde die Gewinne der Post Privaten zuschanzen. Sämtliche Kosten für nicht gewinnbringende Dienstleistungen - wie die Versorgung des ländlichen Raumes - würden aber der öffentlichen Hand bleiben. Die Konsequenzen: Noch mehr Postamtsschließungen und trotzdem eine hohe Belastung für die Steuerzahlenden.

Die österreichische Post ist ein grundsolides Unternehmen. Trotz des von ihr zu erfüllenden Versorgungsauftrages für die ländlichen Regionen erzielt sie positive Betriebsergebnisse und schüttet an den Eigentümer Staat Dividenden aus. Die Eigenkapitalausstattung ist mit 50 Prozent hervorragend. Seit vielen Jahren ist das Unternehmen einem ständigen Reformprozess unterzogen. Das "Rüsten für den Wettbewerb" hatte unter anderem die Schließung von mittlerweile bereits 1.000 Postämtern zur Folge.

Mit dem Verkauf der Post, der jetzt begonnen werden soll, würde der Druck auf das Unternehmen steigen, noch höhere Gewinne zu machen. Die Schließung weiterer Postämter wäre unausweichlich. Für volkswirtschaftliche Ziele, etwa die Versorgung ländlicher Regionen, würde im Unternehmen kein Platz mehr sein.

"Es ist nicht Aufgabe eines öffentlichen Infrastruktur-Unterneh-hmens, Gewinne zu maximieren, sondern einen dauerhaften Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu leisten!", betont AK-Präsident Dr. Kalliauer. Wenn Börsenkurse die Unternehmenspolitik diktieren, ist es zu neuen Postamtsschließungen nicht weit. Die Post würde zum Spielball von Shareholdern und Spekulanten, einen Versorgungsauftrag würde sie dann nicht einmal mehr ansatzweise erfüllen. Das Ende der Post als öffentliche Dienstleisterin wäre definitiv besiegelt - ein schwerer Schaden für Österreich.

Derzeit ist die Post als Auftraggeberin für österreichische Unternehmen enorm wichtig: Das Auftragsvolumen beträgt jährlich rund 70 Millionen Euro! Ob die heimische Wirtschaft einem Privateigentümer, aller Voraussicht nach einem internationalen Konzern, ein ebenso großes Anliegen wäre, ist mehr als fraglich.

"Im Interesse Österreichs muss vom geplanten Börsegang Abstand genommen und das wichtige Infrastruktur-Unternehmen Post im öffentlichen Eigentum behalten werden!", fordert der AK-Präsident.

Verfasser: Dr. Robert Eiter, AK-Kommunikation
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