Glawischnig: Umweltminister leidet offensichtlich unter politischem Realitätsverlust

Kritik an "Umweltmusterland"-Sager von Pröll. Österreich bei Klimaschutz unter EU-Schlusslichtern

Wien (OTS) - "Wenn BM Pröll behauptet, Österreich sei das Umweltmusterland schlechthin und überall in der EU schaue man deswegen bewundernd auf unser Land, so leidet er offensichtlich an politischem Realitätsverlust", kritisiert Eva Glawischnig, stv. Bundes- und Umweltsprecherin der Grünen die gestrigen Aussagen des Ministers in der ORF-Sendung "Offen Gesagt". "Tatsache ist, dass Österreich auf Grund der in den letzten Jahren stark gestiegenen Treibhausgasemissionen mittlerweile um fast 30 Prozentpunkte vom Kyoto-Klimaschutzziel entfernt ist und zu den EU-Schlusslichtern zählt. Nur Spanien ist weiter vom Klimaschutzziel entfernt", so Glawischnig.

Beim Hochwasserschutz habe Pröll genauso wie sein Vorgänger Molterer nicht die nötigen Lehren aus den Katastrophen der vergangenen Jahre gezogen. Die Mittel für den dringend gebotenen ökologischen Hochwasserschutz - Stichwort Renaturierungen, Mehr Platz für Flüsse -seien in den letzten Jahren sukzessive gekürzt worden, kritisiert Glawischnig. Auch sonst gebe es wenig zu jubeln über die seit Jahren von der ÖVP vernachlässigte Umweltpolitik. Die Belastung durch Luftschadstoffe wie Feinstaub, Sommerozon oder Stickoxide sei im europäischen Vergleich hoch. Die angesichts der immer höher kletternder Ölpreise notwendige Wende zu einer Erdöl-unabhängigen, umweltfreundlichen Energiepolitik - Stichwort Erneuerbare Energien und Energieeffizienz - werde auch von Pröll blockiert.

"Statt jene aktive Umweltpolitik, der er immer das Wort redet, auch wirklich umzusetzen, versteigt sich Pröll offenbar lieber in Diffamierungen der Umweltorganisationen und falsche Behauptungen über das angebliche Umweltmusterland Österreich. Der Minister will dadurch offensichtlich verzweifelt davon ablenken, dass ihm der Plan für eine wirksame Umweltpolitik fehlt", so Glawischnig.

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