Csörgits zu Arbeitslosigkeit: Wann wird die Frauenministerin aktiv?

Nach Rundem Tisch im Juni herrscht wieder totale Funkstille

Wien (ÖGB) - Die Arbeitslosenquote ist im August um 6,1 Prozent gegenüber dem August des Vorjahrs angestiegen, Frauen waren neuerlich von der Zunahme der Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Männer. "Anstatt beim Runden Tisch zur Frauenbeschäftigung im Juni sinnvolle Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigungssituation der Frauen zu beschließen, hat die Frauenministerin auf den Herbst vertröstet. Das Ergebnis: Die Frauenarbeitslosigkeit steigt und steigt. Die aktive Bekämpfung der Frauenarbeitslosigkeit ist überfällig", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits.++++

Ende August waren 107.502 Frauen als arbeitslos registriert, das bedeutet einen Anstieg um 7,4 Prozent. "Von einer Frauenministerin sollte frau sich erwarten können, dass sie sich aktiv für die Verbesserung der Situation einsetzt. Doch nach dem PR-Gipfel vom Juni dröhnt aus dem Frauenministerium wieder nur 'vornehmes Schweigen'", kritisiert Csörgits.

Die ÖGB-Frauen verlangen eine Qualifizierungsoffensive für Wiedereinsteigerinnen. "Der Zugang zur Bildungskarenz nach der Babypause soll erleichtert werden", so Csörgits. Die ÖGB-Frauen fordern einen Rechtsanspruch auf Bildungskarenz im Anschluss an die Karenz. Zudem müsse die dreijährige Betriebszugehörigkeit, die derzeit Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist, verkürzt werden.Zusätzlich verlangt Csörgits mehr Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik und die Errichtung von ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds in allen Bundesländern.

Kleine und mittlere Einkommen sollen durch eine Lohnsteuersenkung und die Verdoppelung der Negativsteuer von 110 auf 220 Euro entlastet werden. "Davon würden zum einen insbesondere Frauen profitieren, weil sie überdurchschnittlich zu den BezieherInnen kleiner und mittlerer Einkommen zählen. Zum anderen würde eine verstärkte Binnennachfrage ausgelöst und die Wirtschaft angekurbelt", sagt Csörgits. Dringenden Handlungsbedarf sehen die ÖGB-Frauen auch bei Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. "Bund und Länder müssen endlich den Ausbau der Kinderbetreuung angehen. Dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen und den Frauen wird der Wiedereinstieg erleichtert", sagt Csörgits.

ÖGB, 2. September 2005 Nr. 513

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