VBIB: US-Dollar-Schwäche übertrieben

Spekulationen über Zinsspause

Wien (OTS) - Die jüngste Abschwächung des US-Dollar gegenüber dem Euro ist nach Einschätzung der Volksbank Investmentbank eine übetriebene Reaktion der Märkte: Aktuell markiert die US-Währung zum Euro den niedrigsten Stand seit 3 Monaten. Belastet wurde der Dollar vor allem von den zuletzt schwachen US-Wirtschaftsdaten, schreibt die Volksbank Investmentbank in ihrem aktuellen Finanzmarkt-Wochenkommentar.
Ein Treffen zwischen US-Präsident Bush und US-Notenbank-Chef Greenspan, bei dem die wirtschaftlichen Auswirkungen des Hurrikans Katrina erörtert wurden, nährten sogar Spekulationen, die Fed könnte bei ihrer nächsten Sitzung am 20. September in ihrem Zinserhöhungszyklus eine Pause einlegen. Die Entwicklung des Währungspaars wird in den nächsten Tagen vor allem vom heute nachmittag erwarteten US-Arbeitsmarktbericht abhängen. Die Markterwartungen belaufen sich auf 190.000 (Juli: 207.000) neu geschaffene Stellen. Die VBIB rechnet aber nicht mit einer Zinspause der US-Notenbank. Auf Wochensicht erwartet die VBIB einen etwas stärkeren US-Dollar im Verhältnis zum Euro.

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes ist im August wegen einer optimistischeren Einschätzung zum Arbeitsmarkt trotz höherer Benzinpreise gestiegen. Der vom Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index erhöhte sich auf 105,6 Punkte (Juli: 103,6). Die US-Wirtschaft ist nach vorläufigen Berechnungen des US-Handelsministeriums im zweiten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent Q/Q (erste Schätzung: 3,4%; Q1: 3,8%) gewachsen. Der Grund für die leichte Abwärtsrevision lag vor allem in im Vergleich zur ersten Schätzung niedrigeren Wachstumsraten bei den Verbraucherausgaben und beim Lageraufbau. Die privaten Einkommen sind in den USA im Juli um lediglich 0,3 Prozent M/M (Juni: 0,5%) gestiegen, die privaten Ausgaben erhöhten sich um 1,0 Prozent M/M (Juni: 1,0%). Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager ist im August auf 53,6 Punkte (Markterwartung: 57,0; Juli: 56,6) zurückgegangen. Ein Index-Wert über 50 deutet auf ein Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes. In der Eurozone verzeichnete der Einkaufsmanagerindex im selben Monat einen leichten Rückgang auf 50,4 Punkte (Juli: 50,8), der Index für Deutschland ist auf 48,7 Punkte (Juli: 49,8) zurückgegangen.

Die Ölpreise erreichten in der vergangenen Woche vor allem wegen der durch den Hurrikan Katrina verursachten Produktionsunterbrechungen im Golf von Mexiko neue Rekordstände (US Light Crude: USD 70,85/Fass; Brent: USD 68,89/Fass). Die Ankündigung, dass das US-Energieministerium die strategischen Ölreserven freigibt, führte allerdings bald zu einer leichten Entspannung an den Ölmärkten.

Die Aktienmärkte zeigten sich auch in den letzten Tagen trotz neuer Rekordstände bei den Ölpreisen und der Veröffentlichung von schwachen Wirtschaftsdaten in einer robusten Verfassung. Im Wochenverlauf tendierten die wichtigsten Indizes seitwärts. Getrieben durch weitere Kursgewinne des Ölwertes und Indexschwergewichtes OMV (+ 5,4 Prozent) konnte der ATX neuerlich deutlich zulegen und markiert aktuell sogar einen neuen Rekordstand. Auf Wochensicht erwartet die VBIB leicht steigende Aktienmärkte. Einen Risikofaktor stellen der US-Arbeitsmarktbericht und der Ölpreis dar.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Volksbanken AG
Research-Team der VB Investmentbank AG

Dipl.-Vw. Uta Pock: uta.pock@vbib.at Tel. 050 4004-7022
Mag. Friedrich Glechner, CFA: friedrich.glechner@vbib.at Tel. 050 4004-7017
Dana Kharchenko, MIB, MBA: dana.kharchenko@vbib.at, Tel 050 4004-7006

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBF0001